Erdüberlastungstag :Deutschlands Lebensstil verbraucht Ressourcen von 2,8 Erden
Würde die ganze Welt wie Deutschland leben, wären alle Ressourcen eines Jahres schon heute aufgebraucht. Die Folgen sind längst spürbar: Dürren, Starkregen und zunehmende Hitze.
Würden alle so wie in Deutschland leben, bräuchte es 2,8 Erden. Das hat die Organisation "Global Footprint Network" berechnet.
10.05.2026 | 0:20 minWenn alle Menschen auf der Welt so leben würden wie in Deutschland, wären die natürlichen Ressourcen des Planeten am heutigen Sonntag (10. Mai) aufgebraucht. Diesen sogenannten Erdüberlastungstag berechnet die Organisation Global Footprint Network jährlich für einzelne Länder sowie für den ganzen Planeten.
Oder anders gerechnet: Der deutsche Verbrauch von Ressourcen würde eigentlich 2,8 Erden benötigen.
Klima
Als Hauptverursacher der Klimaerwärmung wird das Gas Kohlenstoffdioxid (CO₂) genannt. Das entsteht zum Beispiel beim Autofahren, beim Heizen mit Öl und Gas oder in Fabriken.
Schon bei 1,3 Grad Erwärmung sehen wir die Folgen: Felder vertrocknen, Flüsse trocknen aus und Stürme werden stärker. Auch in Deutschland merkt man das: Es gibt längere Dürren, mehr Hitzewellen und heftigeren Regen. In den letzten Jahren waren die Sommer hier oft besonders heiß. Auf der ganzen Welt sind die Folgen noch extremer. Bei drei Grad mehr würden manche Gegenden zu heiß zum Leben sein. Millionen Menschen müssten ihre Heimat verlassen.
Damit sich die Erde nicht so stark erwärmt, müssen die Menschen aufhören, so viele fossile Energien zu nutzen. Fossil bedeutet: Energie aus Kohle, Öl und Gas. Stattdessen sollten mehr erneuerbare Energien wie Wind, Sonne oder Wasser genutzt werden.
Viele junge Menschen, zum Beispiel bei "Fridays for Future", fordern mehr Klimaschutz. Und es gibt auch gute Nachrichten: In vielen Städten wird schon viel ausprobiert - neue Ideen für weniger CO₂ und mehr Schutz vor Hitze oder Überschwemmungen. Fachleute sagen: Noch ist es nicht zu spät, wenn wir schnell handeln.
Der Wert beschreibt ein hypothetisches Szenario. Für die gesamte Welt betrachtet war der "Overshoot Day" im vergangenen Jahr am 24. Juli.
Der Treibhauseffekt ermöglicht Leben auf der Erde. Gelangen zu viele Treibhausgase in die Atmosphäre, entsteht ein gefährlicher Kreislauf und die Temperatur auf der Erde steigt.
12.11.2025 | 1:13 minDeutschland: Hoher Einsatz fossiler Energien
Deutschland verbrauche vor allem durch den hohen Einsatz fossiler Energien deutlich zu viele Ressourcen, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit. Hauptverursacher seien energieintensive Industriebranchen, der Gebäudesektor, der Straßenverkehr und die industrielle Tierhaltung. Die Folgen der Entwicklung seien längst spürbar, etwa durch Dürren, Starkregen oder zunehmende Hitze in Städten.
Unser aktueller Lebens- und Wirtschaftsstil ist nicht zukunftsfähig.
Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender
Am Brandenburger Tor ging Ende März das Licht aus: Eine Stunde ohne Beleuchtung für die Erde als Zeichen für mehr Klimaschutz. Das ist die Idee hinter der Earth Hour. Weltweit machten Metropolen mit.
28.03.2026 | 0:21 min"Anstatt umzuschwenken auf Erneuerbare, setzen wir weiter auf Kohle, Öl und Gas", sagt BUND-Vorsitzender Olaf Bandt. Mit Strom aus Sonne und Wind, Wärmepumpen sowie leichten, kleinen und sparsamen E-Autos schaffe man dagegen Unabhängigkeit, Planungssicherheit und Klimaschutz.
2025 war der deutsche Erdüberlastungstag schon am 3. Mai. Dass sich der Stichtag in diesem Jahr um eine Woche nach hinten verschoben hat, ist allerdings nicht das Ergebnis eines umweltfreundlicheren Lebensstils, sondern vor allem auf aktualisierte Daten und geänderte Berechnungsmethoden zurückzuführen.
Der Wert bezieht sich auf die weltweite Ressourcennutzung und bezieht im Gegenzug die Kapazität der Erde ein, Ressourcen aufzubauen und Müll und Emissionen aufzunehmen. Außerdem werden Wälder, Flächen, Wasser, Ackerland und Fischgründe einberechnet, die die Menschen verbrauchen. Die Organisation räumt aber auch ein, dass die hypothetische Berechnung Schwächen hat.
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