Erdüberlastungstag: Ab heute lebt die Menschheit auf Pump

Erdüberlastungstag:Ab heute lebt die Menschheit auf Pump

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Heute ist Erdüberlastungstag: Die Ressourcen, die die Erde 2026 erneuern kann, sind rechnerisch aufgebraucht, so die Organisation Global Footprint Network.

Die Sonne scheint über dem Horizont der Erde, während die Internationale Raumstation über der kanadischen Provinz Quebec kreist.

Seit heute sind die Ressourcen verbraucht, die die Erde jährlich erneuern kann. Laut Global Footprint Network entspricht der Bedarf 1,73 Erden. Deutschland erreichte den Tag bereits am 10. Mai.

30.07.2026 | 0:25 min

Die Menschen haben bereits an diesem Donnerstag die Rohstoffe aufgebraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann - zu diesem Ergebnis kommt das Global Footprint Network. Die Organisation berechnet den sogenannten Erdüberlastungstag jedes Jahr aufs Neue.

Demnach lebt die Menschheit ab diesem Datum ökologisch betrachtet auf Pump: Sie beansprucht mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald, als rechnerisch zur Verfügung stehen, und stößt mehr Kohlendioxid (CO2) aus, als Wälder und Ozeane aufnehmen können.

Menschheit bräuchte 1,73 Erden

Um den tatsächlichen Bedarf der Menschen zu decken, wären rechnerisch demnach 1,73 Erden nötig. Wie die Naturschutzorganisation WWF erklärte, sind die Folgen der Übernutzung längst sichtbar, etwa durch Entwaldung, degradierte Böden, den Verlust biologischer Vielfalt und steigende CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre.

Ein Kraftwerk

Deutschland hat rechnerisch im Mai seine natürlichen Ressourcen für 2026 aufgebraucht. Das zeigen Berechnungen des "Global Footprint Network".

10.05.2026 | 0:20 min

Im vergangenen Jahr lag der Erdüberlastungstag auf dem 24. Juli. Die Verschiebung geht laut WWF überwiegend auf aktualisierte Daten zurück und nicht darauf, dass die Menschheit nachhaltiger lebt.

"Dass der Erdüberlastungstag dieses Jahr sechs Tage später liegt als 2025, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin deutlich über die ökologischen Grenzen unseres Planeten hinaus wirtschaften", erklärte Björn Schulz, Experte für Kreislaufwirtschaft beim WWF Deutschland.

Tatsächlich wächst die Lücke zwischen dem hohen Ressourcenverbrauch der Menschheit und der Regenerationsfähigkeit der Erde weiter.

Björn Schulz, WWF

Deutschland schadet der Erde mehr als die meisten Länder

Würden alle Menschen so konsumieren wie die Deutschen, wäre der Erdüberlastungstag bereits am 10. Mai gewesen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert daher von der Bundesregierung einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien und eine Abkehr von Öl, Gas und Kohle. BUND-Vorsitzender Olaf Brandt betont:

Unser Wirtschaftssystem frisst seine eigene Substanz und zerstört damit die Lebensgrundlagen für künftige Generationen.

Olaf Brandt, BUND

Der Erdüberlastungstag müsse als Weckruf verstanden werden.

Kritik an Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft

Deutschland will unabhängiger von Rohstoffimporten werden. Dafür hat das Umweltministerium einen Plan vorgelegt. Kritik kommt aus der Branche. Sie will einklagbare Verpflichtungen.

03.06.2026 | 2:34 min

Die Deutsche Umwelthilfe erklärte, der Erdüberlastungstag sei "ein unüberhörbares Alarmsignal". Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz sagte der "Rheinischen Post": "Würden alle Menschen so ressourcenhungrig leben wie wir in Deutschland, bräuchten wir zweieinhalb Erden."

Seit Anfang der 1970er Jahre, als der Erdüberlastungstag noch Ende Dezember lag, hat er sich im Kalender weit nach vorn verschoben. Allerdings lässt sich beobachten: Die Sprünge werden kleiner. Die Tage lagen in den vergangenen 20 Jahren alle in einem Bereich von viereinhalb Wochen.

Würden alle Menschen so leben wie hier, gäbe es 2026 keinen Erdüberlastungstag:

Grafik: Länder ohne Erdüberlastungstag

Wie können mögliche Lösungen aussehen?

Das Global Footprint Network hat analysiert, welche Maßnahmen den Stichtag nach hinten verschieben könnten. Der mit Abstand größte Faktor sind CO2-Emissionen (60 Prozent), deswegen liegt dort der größte Hebel. Hier sind einige Beispiele:

  • CO2-Preis erhöhen: 63 Tage
  • 75 Prozent des Stroms kommen aus CO2-armen Quellen (jetzt: 39 Prozent): 26 Tage
  • Autofahrten um 50 Prozent verringern: 13 Tage
  • Halb so viel Fleisch konsumieren: 17 Tage
  • Verschwendung von Lebensmitteln halbieren: 13 Tage
  • 350 Millionen Hektar Wald wieder aufforsten: 8 Tage
  • Flugreisen zu touristischen Zielen halbieren: 1 Tag
Ein Eisbrecher hat sich den Weg durch den teils zugefrorenen Ilulissat-Eisfjord bei Grönland gebahnt.

Ein internationales Forscherteam sieht die Erde nah an kritischen Kipppunkten, die auf lange Sicht stabile Lebensbedingungen gefährden. Noch bleibe ein kurzes Zeitfenster.

11.02.2026 | 0:29 min

Bundesumweltminister Carsten Schneider stellte das Engagement für den Klimaschutz als eine Reaktion auf die Entwicklungen heraus. Man werde "weiterhin die erneuerbaren Energien ausbauen. Und deshalb wollen wir zerstörte Natur, wo immer möglich, auch wiederherstellen", sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post" und mahnte: "Wir haben nur diese eine Erde, die uns Menschen versorgt."

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:Daten zum Klimawandel im Überblick

Der Klimawandel schreitet voran - abgeschwächt wird er, wenn wir weniger CO2 und andere Treibhausgase ausstoßen. Wichtige Daten zum Klimawandel im Überblick:
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Fünf Icons mit Fabrikschlot, Blitz, Thermometer vor Deutschland und Weltkarte, und einem Haus über Wellen. Im Hintergrund ein Braunkohlekraftwerk.
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Quelle: dpa, epd
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "" am 30.07.2026 um XX Uhr.

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