Bis zu 1000 Euro Bonus vom Arbeitgeber?:Konzerne sind bei Entlastungsprämie skeptisch
Der Großteil des Mittelstands lehnt die Auszahlung der Entlastungsprämie ab, so eine Blitzumfrage. Auch die Großkonzerne sind noch zurückhaltend.
Im Vergleich zur Inflationsausgleichsprämie in der Corona-Zeit vermute er, dass weniger Unternehmen die 1000-Euro-Prämie auszahlen werden, so Wirtschaftsexperte Florian Neuhann.
15.04.2026 | 3:10 minViele große Unternehmen halten sich bei der neuen Entlastungsprämie für ihre Beschäftigten noch zurück. Die meisten Konzerne gaben in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur an, zunächst die konkrete Regelung abwarten zu wollen. Keiner der Befragten wollte sich vorher festlegen, die vorgeschlagene Prämie von bis zu 1.000 Euro zu zahlen. Teils gab es auch Kritik.
Verdi-Chef Frank Werneke sprach von einem "Rohrkrepierer".
Damit werden große Erwartungen geweckt. Aber welcher Arbeitgeber wird das Geld freiwillig bezahlen?
Verdi-Chef Frank Werneke im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)
Länder, Bund und Kommunen hätten als Arbeitgeber von mehr als 5 Millionen Beschäftigten bereits erklärt, sie wollten nicht zahlen. "Wenn nicht mal der Staat seine eigenen Gesetze umsetzen will, warum sollten das dann private Arbeitgeber tun?", sagte der Gewerkschafter.
Rossmann zahlt, ThyssenKrupp skeptisch, Bosch wartet ab
Weil Energie- und andere Preise infolge des Iran-Kriegs gestiegen sind, hatte die Bundesregierung vorgeschlagen, dass Arbeitgeber den Mitarbeitern eine solche Krisenprämie steuer- und abgabenfrei auszahlen können. Die Drogeriemarktkette Rossmann kündigte umgehend an, allen Beschäftigten eine Prämie zu zahlen, sobald die Entscheidung dazu rechtskräftig sei - in der Regel 500 Euro, bei Verkaufshilfen 250 Euro.
Dem Beispiel folgt keines der durch die dpa befragten Unternehmen, es gibt vor allem zurückhaltende bis kritische Reaktionen.
Aus Unternehmenssicht ist es nicht zielführend, zusätzliche pauschale Zahlungen in den Mittelpunkt der Energiepreisdebatte zu stellen.
Industriekonzern ThyssenKrupp
Bosch-Arbeitsdirektor Stefan Grosch sagte bei der Bilanzvorlage des Konzerns: "Das Gesetz liegt noch nicht vor. Und insofern, wenn es dann vorliegt, dann prüfen wir das."
Die schwarz-rote Koalition will Autofahrer mit einer Steuersenkung entlasten. Die Maßnahme ist Teil eines größeren Pakets, das am Wochenende beschlossen wurde. Ein Überblick.
13.04.2026 | 2:42 minAbwarten auch bei Otto, Expert, Rewe und Continental
Die Otto Group kündigte an, die Regelung der Bundesregierung zu prüfen, wenn sie konkret ausgestaltet ist, der Elektronikhändler Expert verwies auf laufende interne Abstimmungen. "Ob und in welcher Form eine mögliche Prämie umgesetzt werden kann, prüfen wir, sobald eine konkrete gesetzliche Ausgestaltung vorliegt", sagte auch ein Sprecher der Rewe-Group. Ähnlich äußerte sich der Autozulieferer Continental.
Angesichts der hohen Kraftstoffpreise will die Bundesregierung die Energiesteuer auf Diesel und Benzin senken. Für Beschäftigte soll zudem eine "Entlastungsprämie" durch die Arbeitgeber kommen.
13.04.2026 | 2:03 minDer Konsumgüterkonzern Henkel erklärte, man begrüßte es grundsätzlich, dass die Bundesregierung verschiedene Entlastungen in den Blick nehme. "Wir werden uns die gerade beschlossene Entlastungsprämie intern anschauen und können uns daher dazu noch nicht konkret äußern."
Tui: Unternehmen haben kaum Luft zum Atmen
Vom Reisekonzern Tui, der auf einen Beitrag des Vorstandschefs Sebastian Ebel auf der Plattform LinkedIn verwies, kamen andere Töne: "Jede Woche eine zusätzliche bürokratische Hürde."
ZDFheute Infografik
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"Und dazu eine potentielle 1000€ steuerfreie Zahlung je Mitarbeiter seitens der Bundesregierung zu Lasten der deutschen Unternehmen, die eh kaum noch Luft zum Atmen haben. Bekommt keiner der Verantwortlichen mehr mit, wie die Situation in Deutschland ist?"
Nach Angaben von Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer läuft die regierungsinterne Abstimmung zur Entlastungsprämie. Diese solle möglichst schnell in Kraft treten. In den Gesprächen geht es auch darum, den zunächst für 2026 geplanten Begünstigungszeitraum auf das Jahr 2027 auszudehnen.
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