Bosch meldet Verluste - hohe Kosten für Stellenabbau und US-Zölle

Stellenabbau und US-Zölle:Bosch meldet erstmals seit Jahren Verluste

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Bei Bosch werden Zehntausende Jobs abgebaut. Und das kostet. Auch die unsichere Weltlage macht dem Technologiekonzern zu schaffen. Erstmals seit Jahren sind die Zahlen dunkelrot.

Das Logo des deutschen Technologieunternehmens Bosch ist am 16. April 2026 vor der jährlichen Pressekonferenz des Unternehmens auf dem Forschungszentrum in Renningen in Süddeutschland zu sehen.

Gründe für den Verlust sind Kosten für den Stellenabbau und US-Zölle.

16.04.2026 | 0:24 min

Die Milliardenkosten für den Stellenabbau und die US-Zölle haben den Technologiekonzern Bosch vergangenes Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 400 Millionen Euro, wie Finanzchef Markus Forschner bei der Bilanzvorlage in Renningen sagte.

2009 zuletzt Verlust gemeldet

2024 hatte sich der Nachsteuergewinn von Bosch im Vorjahresvergleich bereits halbiert, aber immerhin noch bei rund 1,3 Milliarden Euro gelegen. Zuletzt Verlust gemeldet hatte Bosch einem Sprecher zufolge im Krisenjahr 2009.

Ein wesentlicher Grund für den Einbruch sind die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von hohen Rückstellungen. Die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen schrittweise in den kommenden Jahren.

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Außerdem wirkten demnach unter anderem Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche Zölle belastend. Dadurch ergibt sich nach Angaben von Forschner insgesamt ein Bild, das von Sonder- und Einmaleffekten stark beeinflusst ist - jenseits der eigentlichen Geschäftsentwicklung.

Bosch leidet in fast allen Sparten

Zwar brach der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ebenfalls um rund 42 Prozent ein - war mit 1,8 Milliarden Euro aber positiv. Der Umsatz stieg leicht auf 91,0 Milliarden Euro. Damit liegt das Unternehmen deutlich unter den eigenen Erwartungen. Die langfristigen Ziele hat Bosch bereits länger verschoben.

Die schwierige Wirtschaftslage hat im vergangenen Jahr mit voller Wucht bei Bosch durchgeschlagen. Der weltweit größte Autozulieferer leidet nicht nur in seinem Kernbereich, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern.

Zehntausende Stellen werden gestrichen

Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das Ruder herumzureißen, spart das Management um Unternehmenschef Stefan Hartung kräftig an Personal und Strukturen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern aus Gerlingen bei Stuttgart in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Weitere Abbaupläne gibt es aber auch in anderen Bereichen - unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.

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Ende 2025 beschäftigte die Gruppe rund 412.774 Menschen auf der ganzen Welt - 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Überproportional von der Entwicklung betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Insgesamt waren es hier zuletzt etwa 123.000 Menschen - und damit 6.700 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.

Hoffen auf Erholung im laufenden Jahr

In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit etwas besseren Geschäften. Zwar geht das Management weiter davon aus, dass die hohe Unsicherheit - vor allem die nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten - die Inflation und globale Wirtschaftsleistung weiter beeinträchtigen werden. Außerdem dürfte der Preis- und Wettbewerbsdruck hoch bleiben. Dennoch konnte Bosch im ersten Quartal des Jahres den Umsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xprerss am 16.04.2026 um 15:25 Uhr in dem Beitrag "Bosch meldet Verluste nach Finanzkrise".

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