Neue Studie: Autoimporte aus China überholen erstmals EU-Exporte

Neue Studie:Autoimporte aus China überholen erstmals EU-Exporte

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Die Kräfte im globalen Automarkt verschieben sich: Erstmals übersteigen Chinas Autoimporte in die EU die europäischen Exporte in die Volksrepublik, so eine Analyse.

Neue Autos sind am Hafen von Dalian in der Provinz Liaoning geparkt.

Erstmals exportiert China mehr Autos in die EU als umgekehrt. Laut EY importierte die EU 2025 Fahrzeuge für 22 Milliarden Euro. Die deutschen Ausfuhren nach China sanken auf 16 Milliarden Euro.

20.03.2026 | 0:26 min

Die Ausfuhren von Autos und Autoteilen aus der Europäische Union nach China sind vergangenes Jahr um 34 Prozent auf einen Wert von 16 Milliarden Euro gesunken. Dies geht aus einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor.

Seit 2022 hätten sich die Exporte damit mehr als halbiert. Zugleich stiegen die Importe aus China in dem Bereich um acht Prozent auf 22 Milliarden Euro.

Ursula Von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, vor der wöchentlichen Sitzung des Kollegiums der Kommissare im Hauptsitz der Europäischen Kommission in Brüssel, Belgien, Mittwoch, 04.03.2026

Die EU-Kommission hat das sogenannte Industrie-Beschleunigungsgesetz vorgestellt, das als Schlüsselmaßnahme zur Stärkung der europäischen Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit gilt.

04.03.2026 | 2:45 min

Exportüberschuss schmilzt dramatisch

Aus einem Exportüberschuss in zweistelliger Milliardenhöhe ist damit innerhalb weniger Jahre ein Defizit geworden. Auch für das Autoland Deutschland zeigt sich diese Entwicklung: China war 2025 nur noch das sechstwichtigste Exportland für deutsche Hersteller. Zwar lagen die Exporte noch über den Importen. Der Abstand schrumpft aber.

Seit dem Rekordjahr 2022 haben sich die Ausfuhren in die Volksrepublik mehr als halbiert - von rund 30 Milliarden auf 13,6 Milliarden Euro. Im selben Zeitraum sind die Kfz-Einfuhren aus China um zwei Drittel auf 7,4 Milliarden Euro gestiegen. In der EY-Analyse heißt es:

Bei einer Fortschreibung der jeweiligen Kurven könnten sich 2026 Importe und Exporte die Waage halten.

EY-Analyse

Sicherheitstagung

Bei der Sicherheitstagung beraten Fachleute aus Behörden und Wirtschaft darüber, wie Deutschland sich besser gegen hybride Angriffe wappnen kann.

19.03.2026 | 1:57 min

Experte: Wettbewerb wird sich weiter verschärfen

Chinesische Autobauer haben nach Angaben von EY-Experte Constantin Gall zurzeit einen schweren Stand in Deutschland. Volkswagen, Mercedes-Benz, BMW und deren Marken hätten ihre Marktanteile bislang erfolgreich gegen sie verteidigt.

Auf anderen europäischen Märkten hingegen verzeichneten die Chinesen inzwischen bemerkenswerte Erfolge. Gal teilte mit:

2026 werden wir eine weitere Intensivierung des Wettbewerbs sehen - der Druck auf den Autostandort Deutschland wird daher weiter steigen.

EY-Experte Constantin Gall

Trotz Zollstreit wächst Chinas Wirtschaft

Chinas Wirtschaft habe das erste Halbjahr fast unbeschadet überstanden, so Frank Bethmann an der Frankfurter Börse. Es sei gelungen, die Rückgänge im US-Geschäft zu kompensieren.

15.07.2025 | 1:39 min

Deutsche Hersteller setzen auf China

Zur Einordnung wichtig ist: Zu den Kfz-Teilen gehören EY zufolge auch E-Auto-Batterien. Diesen Markt dominieren Anbieter aus China. Außerdem haben deutsche Autohersteller und Zulieferer auch Werke in der Volksrepublik.

Sie produzieren dort für den lokalen Markt, exportieren aber auch Fahrzeuge und Teile nach Europa. Das gilt beispielsweise für Modelle der BMW-Tochter Mini oder den SUV Cupra Tavascan aus dem Volkswagen-Konzern.

Auch Mercedes-Benz baut Fahrzeuge der Marke Smart zusammen mit seinem Großaktionär Geely vollständig im chinesischen Xi’an - und exportiert sie dann.

Tausende protestieren gegen Job-Abbau bei ZF

Der angeschlagene Autozulieferer ZF ist seit Monaten auf Sparkurs. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller analysiert die Gründe für die Krise und den laufenden Stellenabbau.

29.07.2025 | 1:41 min

Umsatzrückgang und massiver Jobabbau

Die Krise in der Branche und die zunehmende Konkurrenz hatte sich bereits im vergangenen Jahr auf die Geschäfte ausgewirkt. Der Umsatz der deutschen Automobilindustrie sank demnach 2025 um 1,6 Prozent auf fast 528 Milliarden Euro. Hersteller und Zulieferer meldeten teils gehörige Gewinneinbrüche.

Die Beschäftigung ging ebenfalls deutlich zurück: Die Zahl der Jobs schrumpfte um 6,2 Prozent oder knapp 50.000 auf rund 725.000 - der niedrigste Stand seit 14 Jahren. In der Autoindustrie gibt es eine Reihe von Jobabbauprogrammen, die noch über eine längere Zeit laufen.

Stellen abgebaut werden unter anderem bei Mercedes-Benz, im Volkswagen-Konzern und den dazugehörigen Marken sowie bei Zulieferern wie Bosch, Aumovio, ZF Friedrichshafen und Mahle.

Für die Studie ausgewertet wurden nach EY-Angaben Daten des Statistischen Bundesamts, der Agentur für Arbeit und der EU-Statistikbehörde Eurostat.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 20.03.2026 um 14:35 Uhr in dem Beitrag "Autoimporte aus China überholen EU-Exporte".
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