Apple will im KI-Wettlauf aufholen - Siri AI in EU eingeschränkt

Nutzung in der EU eingeschränkt:Apple will mit Siri AI im KI-Wettlauf aufholen

|

Apple hat mit Siri AI eine neue Version seines Sprachassistenten vorgestellt, der stark auf KI setzt. In der EU ist die Nutzung vorerst eingeschränkt.

Apple-CEO Tim Cook zeigt das Peace-Zeichen während seiner letzten Apple Worldwide Developers Conference (WWDC) im Apple Park in Cupertino, Kalifornien, aufgenommen am 08.06.2026

Apple-Konzernchef Tim Cook hat auf der jährlichen Entwicklerkonferenz "Siri AI" vorgestellt. In der Europäischen Union ist die Assistenzsoftware auf iPhone und iPad aber zunächst nicht verfügbar.

09.06.2026 | 0:22 min

Apple bringt sich im Technologie-Wettlauf mit einer neuen Version seines Sprachassistenten Siri in Stellung. Die mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattete Software Siri AI kann Bildschirminhalte analysieren und für zusätzliche Informationen auf das Internet zugreifen, wie der US-Technologiekonzern auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC am Montag im kalifornischen Cupertino mitteilte.

Die Software soll sich von anderen KI-Angeboten dadurch abheben, dass sie besonders tief ins Leben der Nutzer eingebettet ist. Als ein Beispiel einer Frage, die man der neuen Siri stellen könne, nennt Apple etwa: "Wie hieß der Podcast, den mir meine Schwester neulich empfohlen hat?"

Wirtschaftsgespräch zwischen dem Moderator Heinz Wolf und der Wirtschaftsexpertin Valerie Haller

Laut Ifo-Institut nutzt die Mehrzahl der Unternehmen in Deutschland Künstliche Intelligenz. Wie viel KI im Einsatz ist, berichtet ZDF-Wirtschaftsexpertin Valerie Haller.

05.06.2026 | 1:34 min

Um dies zu beantworten, muss die Software unter anderem die E-Mail oder Textnachricht kennen, in der der Name des Podcasts gefallen sein könnte, richtig die Unterhaltung verstehen - und zunächst einmal wissen, wer in den Kontakten die Schwester ist. Ein weiterer Vorteil vieler Angebote aus einer Hand: Danach kann man Siri auch gleich bitten, den Podcast abzuspielen.

Für den Assistenten werde es eine eigene App geben. Apple will noch in diesem Jahr eine Beta-Version für seine Kunden einführen.

Siri AI in der EU nur eingeschränkt verfügbar

Der Konzern entschied aufgrund eines Streits mit der EU-Kommission, die neue Version seiner Assistenzsoftware Siri mit Künstlicher Intelligenz auf iPhone und iPad nicht in der Europäischen Union verfügbar zu machen. Auf Mac-Computern und der Computer-Brille Vision Pro werden auch europäische Nutzer darauf zugreifen können, weil Apple in diesen Segmenten nicht als "Gatekeeper" mit viel Marktmacht eingestuft wurde.

EU Commission presents Tech sovereignty package

Die EU-Kommission startet ein Milliardenpaket, um KI- und Internetdienste zu fördern. Ziel ist, die Abhängigkeit von US-Anbietern zu verringern und die digitale Souveränität Europas auszubauen.

03.06.2026 | 1:40 min

Die EU-Kommission fordert von Apple unter Verweis auf das Digitalgesetz DMA (Digital Markets Act) eine vollständige Öffnung seiner iPhones und iPads für KI-Assistenten anderer Anbieter. Der US-Konzern weist das unter Verweis auf den Schutz der Privatsphäre der Nutzer zurück.

... ist seit März 2024 in Kraft. Damit will die EU die Marktmacht besonders großer Digitalunternehmen einschränken. Es gilt aktuell für fünf US-Konzerne - die Google-Mutter Alphabet, Amazon, Apple, Meta und Microsoft - sowie für die Buchungsplattform Booking.com mit Sitz in den Niederlanden und das chinesische Unternehmen Bytedance, das hinter Tiktok steht.

Ein Unternehmen kann als "Gatekeeper" (Torwächter des Internets) eingestuft werden, wenn es "wirtschaftlich stark ist, erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Markt hat und in mehreren EU-Ländern tätig ist".

Es kann bestraft werden, wenn es seine Kundinnen und Kunden beispielsweise an die Nutzung vorinstallierter Dienste wie Karten oder Wetterinfos bindet. Nutzer sollen auch selbst entscheiden können, welche App-Stores sie nutzen. Messenger-Dienste und Plattformen sollen interoperabel werden, Beiträge in Online-Diensten sollen also auch auf anderen Plattformen angezeigt werden können. Das Gesetz sieht bei Verstößen Zahlungen in Milliardenhöhe vor, bei Wiederholungstätern bis zu 20 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Quelle: AFP


Apple will Jugendschutz verbessern

Neben den KI-Funktionen kündigte Apple mehrere Aktualisierungen zum Jugendschutz an. Diese sollen unter anderem standardmäßig dafür sorgen, dass Kinder nur auf jene Apps zugreifen können, die von den Eltern freigegeben wurden.

Mit der neuen Funktion "Ask to Browse" müssen Kinder zudem um Erlaubnis fragen, wenn sie eine neue Website besuchen wollen. Darüber hinaus sollen Gewaltdarstellungen in Nachrichten-Apps automatisch unkenntlich gemacht werden.

Die Logos von Facebook, Instagram, X und TikTok sind auf einem Smartphone zu sehen. (Archiv)

Damit Kinder und Jugendliche im Internet besser geschützt werden, wirbt die Europäische Kommission für eine neue EU-App zur digitalen Altersüberprüfung. Alle Mitgliedstaaten sollen sie anbieten.

15.04.2026 | 1:06 min

Rückstand bei KI auf Microsoft und Alphabet

Das Unternehmen versucht mit den Neuerungen, den Rückstand auf Konkurrenten wie Microsoft und die Google-Mutter Alphabet aufzuholen. Diese haben sogenannte KI-Agenten, die komplexe Aufgaben ausführen können, schneller in ihre Systeme integriert.

"KI-Agenten sind von entscheidender Bedeutung, da sie sich potenziell zur zentralen Schnittstelle für die Interaktion der Verbraucher mit ihren Geräten entwickeln könnten", sagte Tarun Pathak, Forschungsdirektor beim Analysehaus Counterpoint Research. "Die Ära der Agenten-KI mag sich ganz anders entwickeln, als wir denken", erklärte er.

Aber das Risiko, den Anschluss zu verpassen, ist zu groß, und Apple muss schnell nachziehen.

Tarun Pathak, Forschungsdirektor beim Analysehaus Counterpoint Research

Apple war bei dem Thema bislang zurückhaltender und setzte stärker auf den Datenschutz sowie Partnerschaften. Dies sparte dem Konzern bislang die hohen Investitionen in Rechenzentren, die bei den Rivalen anfallen. Finanzchef Kevan Parekh deutete jedoch zuletzt an, dass Apple künftig mehr investieren könnte.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.

Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.

→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen


Quelle: Reuters, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Apple rüstet im Technologie-Wettlauf auf" am 09.06.2026 um 10:22 Uhr.

Mehr zu Künstlicher Intelligenz

  1. OpenAI

  2. Das SpaceX-Logo ist am 02.04.2026 in einer SpaceX-Anlage in Hawthorne, Kalifornien, zu sehen.

    Rechenleistung für KI:SpaceX schließt Milliarden-Deal mit Google ab

    mit Video6:28

  3. Symbolbild: Ampulle mit impfstoff wird  in einer Hand gehalten

    Forschung in Großbritannien:Erster KI-entworfener Corona-Impfstoff an Menschen getestet

    mit Video0:24

  4. Symbolbild: Ein Smartphone, auf dem das Logo des US-amerikanischen Unternehmens Anthropic, zu sehen ist (aufgenommen am 21. 4. 2026).