Supermärkte wechseln den Betreiber:Das Ende von Tegut - Was jetzt mit den Filialen passiert
von Susanne Pohlmann
Beim Tegut-Verkauf wechseln viele Märkte zu Edeka und Rewe mit deren Discountern Netto und Penny. Was das Aus für die Märkte, Mitarbeiter und Verbraucher bedeutet.
Für die meisten Tegut-Filialen gibt es nach dem Aus eine Lösung. Sie werden von Edeka, Rewe und Tante Enso übernommen. Was bedeutet das für Zulieferer, Mitarbeiter und Verbraucher?
22.10.2026 | 0:31 minNicht mehr lange, und die Tegut-Schilder an den Filialen müssen denen anderer Supermärkte und Discounter Platz machen. Nach hohen Verlusten wurde im März 2026 bekannt, dass der Mutterkonzern Migros Tegut verkaufen will. Das Bundeskartellamt stimmte dem Verkauf der Märkte an Mitbewerber wie Edeka und Rewe unter Auflagen zu. Wie geht es nun weiter?
Wer übernimmt die Tegut-Filialen und die Beschäftigten?
Insgesamt 178 Tegut-Filialen von insgesamt noch 288 werden von der Edeka-Gruppe, zu der auch Netto gehört, übernommen. Edeka spricht von einer guten Nachricht für die Beschäftigten und die Menschen in den betroffenen Regionen.
Damit erhalten die rund 3.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 190 Auszubildende, eine klare Zukunftsperspektive.
Edeka-Presseteam
Der Schweizer Konzern Migros zieht sich aus Deutschland zurück und verkauft die Supermarktkette Tegut.
13.03.2026 | 0:25 minDie übernommenen Filialen sollen schrittweise in den genossenschaftlichen Edeka-Verbund integriert und wirtschaftlich stabil aufgestellt werden, so die Pressestelle.
Von diesen 178 Filialen übernimmt der zum Edeka-Verbund gehörende Netto-Marken-Discount 57 bestehende und drei noch im Bau befindliche Standorte. Die Tegut-Standorte sollen schrittweise in das Netto-Filialnetz integriert werden.
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01.09.2025 | 10:43 minLaut der Netto-Unternehmenskommunikation werden die ersten Standorte bereits Ende Oktober für den Umbau geschlossen und im November als Netto-Filialen eröffnet. Weitere Umbauten sollen dann im Dezember folgen.
Die Rewe-Group übernimmt insgesamt 38 Tegut-Standorte. Davon werden 36 zu Rewe-Filialen, zwei zu Penny-Discount-Märkten. In einer Pressemitteilung betont die Rewe-Group, dass allen Mitarbeitenden dieser Märkte ein Beschäftigungsangebot gemacht werden solle.
Die Smart-Store-Kette Tante Enso übernimmt weitere 36 Tegut-Filialen.
Für 36 Märkte ist bislang noch keine Übernahmelösung gefunden worden.
Am Standort der Tegut-Zentrale in Fulda wird der Betrieb zum 31. März 2027 vollständig eingestellt.
1947 in Fulda von Theo Gutberlet gegründet, entwickelte sich Tegut zu einer Kette von Vollsortimentern mit einem hohen Anteil an Bioprodukten, zum Teil aus eigenen Produktionsstätten.
Tegut-Standorte gibt es nur in sechs Bundesländern: Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Thüringen.
2013 wurde Tegut vom Schweizer Einzelhandelsunternehmen Migros Zürich übernommen.
Nach Unternehmensangaben beschäftigt Tegut rund 7.500 Menschen.
Was wird aus Eigenmarken, Bio-Produkten und regionalen Lieferanten?
Es ist davon auszugehen, dass die Tegut-Eigenmarken verschwinden werden und durch die Eigenmarken des jeweiligen neuen Konzerns ersetzt werden. Tegut machte einen großen Teil des Umsatzes mit Bio-Lebensmitteln und führte Bio-Produkte, die nach den Richtlinien von Demeter, Naturland oder Bioland zertifiziert sind.
Auch Edeka und Rewe haben Kooperationen mit diesen Biomarken, so dass Kunden viele der Produkte auch weiter finden werden. Die Rewe-Group teilt mit, dass bewährte regionale Lieferbeziehungen sowie die Versorgung mit regionalen und Bio-Produkten erhalten bleiben sollen.
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19.05.2026 | 5:48 minDie Netto-Unternehmenskommunikation betont, dass der Discounter auch jetzt schon mit über 1.000 Bio-Artikeln zu den führenden Bio-Anbietern im deutschen Lebensmitteleinzelhandel gehöre.
Auch die Herzberger Bäckerei in Fulda, die ein Bestandteil der Tegut-Gruppe ist und die Tegut-Supermärkte bislang flächendeckend mit Bio-Backwaren versorgt hat, soll übernommen und erhalten werden. Edeka spricht von Fortführungskonzepten für die Bio-Bäckerei: "Wir bleiben zuversichtlich, auch hier einen wesentlichen Teil der Arbeitsplätze sichern zu können."
Eigenmarken gelten als günstig. Doch oft steigen ihre Preise stärker als die von Markenprodukten. Die Doku prüft Qualität und Zutaten und zeigt, wie Aldi, Rewe & Co. mit ihnen Geld verdienen.
15.09.2026 | 44:00 minWas passiert mit dem Tebonus-Programm?
Tegut-Kunden konnten je nach Einkaufswert per Kundenkarte oder Smartphone-App Punkte sammeln und mit späteren Einkäufen verrechnen. Das Tebonus-Programm endet mit dem Aus von Tegut. Wie Tegut auf seiner Webseite erklärt, ist das Sammeln von Punkten nur noch bis zum 31. Oktober möglich.
Migros erklärt, die Kunden selbst müssten nichts unternehmen: "Die Teilnahme wird von uns beendet, und alle Teilnehmenden erhalten eine Information per Post oder E-Mail." Letzter Tag zum Einlösen der Bonuspunkte ist der 28. November.
Susanne Pohlmann ist Redakteurin beim ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO.
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