Studie warnt: Fachkräftemangel könnte sich bis 2029 verdoppeln

IW-Studie warnt:Fachkräftemangel könnte sich bis 2029 verdoppeln

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Der Fachkräftemangel droht für Firmen zum immer größeren Problem zu werden. Laut einer IW-Studie könnten bald 723.000 Mitarbeiter fehlen. Welche Berufe das besonders betrifft.

Eine Erzieherin spielt mit einem Kind im Sandkasten einer Kita.

In Deutschland könnten bis 2029 rund 723.000 Fachkräfte fehlen. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft sieht die größte Lücke im Verkauf und bei der Kinderbetreuung.

07.09.2026 | 0:30 min

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt könnten bis 2029 bundesweit rund 723.000 Fachkräfte fehlen - das wären annähernd doppelt so viele wie 2025. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Im vergangenen Jahr fehlten demnach knapp 370.000 Fachkräfte.

Einige Berufe sind vom drohenden Fachkräftemangel besonders betroffen. Bei Verkäuferinnen und Verkäufern könnte die Fachkräftelücke 2029 am größten sein: Laut IW dürften im Verkauf dann rund 39.100 Stellen unbesetzt bleiben. Stark betroffen sind aber auch die Berufsgruppen Kinderbetreuung und -erziehung mit 29.900 sowie Sozialarbeit und -pädagogik mit 23.600 Stellen. In der Gesundheits- und Krankenpflege könnten 2029 demnach 18.700 Mitarbeiter fehlen, in der Bauelektrik 17.400.

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Zu viele Rentner, zu wenige Fachkräfte aus dem Ausland

Dass schon bald immer mehr Fachkräfte fehlen könnten, führt Studienautor Alexander Burstedde unter anderem darauf zurück, dass in den kommenden Jahren viele Menschen in Rente gehen.

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Alexander Burstedde, IW Köln

Zugleich komme voraussichtlich zu wenig Nachwuchs in wichtigen Ausbildungsberufen nach. Außerdem können immer weniger ausländische Fachkräfte gewonnen werden. "Die Anwerbung aus Drittstaaten sollte deshalb intensiviert werden", so Burstedde. Denn: Eine wirtschaftliche Erholung dürfte den Bedarf an Fachkräften künftig noch erhöhen.

Wirtschaftsaufschwung durch das Sondervermögen

Die wirtschaftliche Erholung dürfte vor allem durch die Investitionen aus dem Sondervermögen angetrieben werden. In der IW-Untersuchung ist die zusätzliche Nachfrage nach Mitarbeitern durch das Sondervermögen noch nicht einmal berücksichtigt. Dennoch macht die Studie für 2029 schon jetzt erhebliche Engpässe bei Fachkräften in für die Transformation wichtigen Bereichen aus:

In der Bauplanung- und -überwachung etwa könnten laut IW dann 15.000 Experten fehlen, in der Kraftfahrzeugtechnik 15.900 und 13.600 Mitarbeiter in der Mechatronik.

In Rückenansicht: Eine junge Pflegerin in Uniform läuft neben einer alten Frau mit Rollator auf eine niederländische Häuserfront zu. Sie legt der alten Frau einen Arm um die Schultern.

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Keine schnelle Änderung in Sicht

Eine rasche Lösung für das Problem sieht IW-Experte Burstedde nicht. Der demografische Wandel sei in vollem Gange und lasse sich mit Fachkräften aus Deutschland kaum auffangen. Selbst die Zuwanderung werde absehbar nicht mehr ausreichen. "Der Fachkräftemangel wird sich (...) in vielen Bereichen verschärfen", so Burstedde, "und wir werden das täglich spüren, etwa bei der Suche nach einem Pflegeplatz oder einem Handwerker".

Die IW-Analyse schreibt die Entwicklungen des Arbeitsmarktes auf Grundlage von Daten bis Ende 2024 bis 2029 für 1.300 Berufe fort. Als Grundlage dienten den Experten Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Statistischen Bundesamts. Die Auswertung sei explizit keine Prognose, sondern zeige, wie sich der Fachkräftemangel entwickeln würde, wenn sich aktuelle Trends fortsetzen.

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Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 07.09.2026 ab 09:00 Uhr.

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