Leerstand bekämpfen: Wie Innenstädte wieder attraktiv werden

Die Angst vor dem Leerstand:Wie man Innenstädte attraktiver machen kann

von Susanne Pohlmann

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Wo Geschäfte leer stehen, sinkt die Attraktivität der Innenstadt. Weniger Besucher schaden dem Handel. Doch Stadtzentren lassen sich wieder interessanter machen und beleben.

Belebte Einkaufsstraße mit zahlreichen Passanten in einer deutschen Innenstadt.

Innenstädte kämpfen schon lange mit Leerstand. Nun hat Galeria Kaufhof Insolvenz angemeldet. Müssen Innenstädte neu gedacht werden?

08.10.2026 | 0:44 min

Jetzt wird sie wieder größer, die Angst vor dem Leerstand. Das Problem betrifft 70 Städte, in denen die Warenhauskette Galeria derzeit noch Filialen betreibt. Insgesamt 83 Ladenlokale stehen nach der erneuten Insolvenzanmeldung vor einer ungewissen Zukunft und die betroffenen Städte vor der Frage: Was wird aus den großen Verkaufsflächen?

Leerstände schrecken Besucher ab

Kati Volgmann vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung findet, nicht jedes leerstehende Ladenlokal müsse wieder ein Geschäft werden.

Wo der Handel dauerhaft nicht mehr trägt, können beispielsweise Wohnen oder Dienstleistung eine Perspektive sein.

Dr. Kati Volgmann, Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS)

Kleine Läden, große Wirkung

Kempen geht neue Wege: Die Stadt setzt auf inhabergeführte Geschäfte, persönlichen Service und eine historische Kulisse und hält damit ihre Innenstadt lebendig.

07.08.2026 | 1:57 min

Jeder Leerstand macht eine Innenstadt unattraktiver, das zeigen Studien - weiß aber auch jeder aus eigener Erfahrung. Zugeklebte dunkle Schaufenster, da schaut oder geht man nicht gerne hin. Diese Orte werden gemieden, Innenstadtbesucher bleiben weg und das schadet den verbleibenden Geschäften. Die mögliche Schließung der Galeria-Filialen ist deshalb ein Alarmsignal für die betroffenen Städte.

Drei junge Männer mit einkaufstueten gehen über eine Strasse in der Innenstadt.

Vertreter des Einzelhandels fordern eine völlige Freigabe der Ladenöffnungszeiten an Sonntagen. Bisher hat der Koalitionsausschuss unter anderem Lockerungen für Bäckereien angekündigt.

06.07.2026 | 0:24 min

Licht an, Toiletten her - Stadtzentren leben nicht nur vom Einzelhandel

Dabei deutete sich gerade die Hoffnung auf eine Wende an. Das zeigt die aktuelle "Deutschlandstudie Innenstadt" der CIMA Beratung + Management GmbH, in Kooperation mit dem Handelsverband Deutschland (HDE) und der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland. Befragt wurden rund 5.000 Bundesbürger.

83,3 Prozent der Befragten wollen ihre Innenstadt künftig mindestens so häufig besuchen wie bisher oder sogar öfter. Der beste Wert seit sechs Jahren, freut sich Michael Reink vom Handelsverband Deutschland: "2024 hatten wir erschreckende Werte. Es hat sich was getan, in den letzten zwei Jahren, aber wir sind noch nicht über den Berg."

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27.07.2026 | 3:29 min

Anders als bei der letzten Befragung vor zwei Jahren sind es die Geschäfte, die für die Menschen eine attraktive Innenstadt ausmachen, eher noch als die Gastronomie. Die drei wichtigsten Warengruppen für die Befragten sind Lebensmittel, Drogeriebedarf und Kleidung.

Laut der Studie besteht der größte Verbesserungsbedarf jedoch bei den öffentlichen Toiletten und allgemein der Sauberkeit. Auch würde eine gute Beleuchtung der Innenstadt vor allem in den Abendstunden das generelle Sicherheitsempfinden erhöhen.

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11.08.2026 | 1:51 min

Umwandlung von Leerständen ist ein langer Prozess

Was also tun, wenn Leerstand droht? Auch eine Kaufhausfläche muss nicht desolat bleiben. Ein Beispiel ist das MarktQuartier in Recklinghausen, wo in einem ehemaligen Karstadt-Warenhaus nun ein Hotel, eine Kindertagesstätte, Ärzte und ein Supermarkt untergebracht sind.

In Höxter wurde aus dem früheren Hertie-Kaufhaus der Markt 1 mit Gastronomie, Büros und Einzelhandel.

Um eine Leerfläche erfolgreich umzuwandeln, reiche eine gute Nutzungsidee allein jedoch häufig nicht aus, schränkt Volgmann ein: "Eigentümer müssen eingebunden, Fördermittel geklärt und Vorhaben fachlich begleitet werden. Kommunen können hier vermitteln und solche Prozesse über einen längeren Zeitraum unterstützen."

Ein Schild mit der Aufschrift «No Card - Cash Only» (Keine Karte - nur Bargeld) steht in einem Café in der Innenstadt auf einem Tresen.

Geschäfte und Restaurants sollen neben Bargeld künftig auch Karten- oder Handyzahlungen akzeptieren müssen. Das sieht ein Eckpunktepapier von Finanzminister Klingbeil vor.

11.09.2026 | 0:26 min

Neuer Erfolgsfaktor: KI-Auffindbarkeit

Die Macher der Studie weisen darauf hin, dass auch KI Einfluss auf das lokale Einkaufen haben wird, weil Verbraucher Kaufentscheidungen an KI-Agenten delegieren werden. Für den Handel und die Gastronomie bedeutet das, dass Dienstleistungen und Sortiment für KI-Agenten auffindbar sein müssen.

Kommunen und Stadtmanager müssen Daten zu Veranstaltungen und Öffnungszeiten pflegen. Reink befürchtet: "Dort, wo nur noch die Pflichtaufgaben einer Kommune erfüllt werden dürfen, zum Beispiel Kommunen im Nothaushalt, werden KI-Tools kaum zu entwickeln sein."

Kampf gegen Leerstand in Innenstädten
:Zahlen des Schreckens für den Einzelhandel

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Schild mit Aufschrift "Räumungsverkauf" klebt an einer Ladenscheibe.

Letztendlich müssen Kommune, Eigentümer und lokale Anbieter gemeinsam an einem Strang ziehen, um Innenstädte attraktiv zu halten. Wo früh gegengesteuert wird, kann aus einer leeren Verkaufsfläche neues Leben entstehen. Wo nichts geschieht, droht eine Abwärtsspirale aus Leerstand und Besucherrückgang.

Susanne Pohlmann ist Redakteurin beim ZDF-Wirtschaftsmagazin "WISO".

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Über dieses Thema berichtete zdfheute in dem Beitrag "Wie können Fußgängerzonen attraktiver werden?" am 8.10.2026 um 20:35 Uhr.

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