Dritter Rückgang in Folge:Tanken bleibt auch 2025 teuer - trotz sinkender Spritpreise
Die Spritpreise sind 2025 gesunken - das dritte Jahr in Folge. Doch die Entwicklung bleibt unsicher. Ölpreis, CO2-Abgabe und internationale Krisen könnten die Lage rasch ändern.
2025 ist das dritte Jahr in Folge mit sinkenden Spritpreisen. Laut ADAC ist der Kraftstoff Super E10 etwa fünf Cent billiger als letztes Jahr, trotzdem bleibt Tanken relativ teuer.
16.12.2025 | 0:25 min2025 ist das dritte Jahr in Folge mit sinkenden Spritpreisen. Der ADAC geht für Super E10 von einem Jahresdurchschnittspreis von 1,69 Euro pro Liter aus. Das wären rund fünf Cent weniger als 2024. Bei Diesel kommt der Verkehrsclub auf 1,61 Euro - das sind vier Cent weniger als im Vorjahr. Noch 2022 - im bisher mit Abstand teuersten Tankjahr - hatte ein Liter Diesel 1,946 Euro gekostet, ein Liter E10 kam auf 1,86 Euro.
Noch deutlicher fällt der Rückgang aus, wenn man die aktuellen Preise heranzieht - denn in den letzten Wochen ist Sprit noch einmal ein gutes Stück billiger geworden. Am Sonntag kostete ein Liter E10 1,645 Euro, ein Liter Diesel 1,585 Euro.
"Tanken immer noch relativ teuer"
"Auch wenn die Preise gesunken sind: Tanken ist immer noch relativ teuer", sagt der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer.
Die aktuelle Erholung kann schnell wieder umschlagen, wenn es internationale Krisen gibt - gerade im Nahen Osten.
Christian Laberer, ADAC-Kraftstoffmarktexperte
Das liegt daran, dass der mit Abstand wichtigste Faktor für die Entwicklung des Spritpreises der Rohölpreis ist.
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04.12.2025 | 2:32 minBlick nach vorne ist schwierig
Dementsprechend schwierig ist der Blick nach vorne. Dabei ist nämlich eigentlich nur ein kleiner Anstieg rund um den Jahreswechsel einigermaßen absehbar. Die dann anstehende Erhöhung beim CO2-Preis kann sich mit bis zu drei Cent zusätzlich pro Liter Sprit bemerkbar machen, sagt Laberer. Typischerweise erfolge der Anstieg aber nicht schlagartig, sondern ziehe sich über einige Tage rund um den Jahreswechsel.
"Wenn die Heizsaison endet, könnte es bei Diesel wieder deutlicher abwärtsgehen", sagt Laberer. "Darüber hinaus ist aber nicht besonders viel Spielraum nach unten erkennbar, denn sinkt der Ölpreis noch weiter, würde sich Fracking häufig nicht mehr lohnen." Fällt diese Methode zur Ölförderung aus, sinkt das Angebot, was den Preis wieder treiben würde.
Kurzfristige Gründe für einen deutlichen Anstieg gebe es aber auch nicht. Dafür sei die Nachfrage angesichts der Schwäche der Weltwirtschaft einfach zu gering.
Am wahrscheinlichsten ist eine Seitwärtsbewegung - also relativ gleichbleibende Spritpreise.
Christian Laberer, ADAC-Kraftstoffmarktexperte
Billigste Tanktage des Jahres waren - bis inklusive Sonntag gemessen - für E10 der 10. Dezember mit 1,639 Euro pro Liter und für Diesel der 26. Mai mit 1,537 Euro.
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11.12.2025 | 1:28 minE10 legt kaum noch zu
Parallel zur Beruhigung bei den Preisen hat sich auch die Ausbreitung von Super E10 deutlich verlangsamt. Von Januar bis Oktober machte es nach Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 28,2 Prozent der Inlandsablieferungen von Benzin aus - das waren nur 0,4 Prozentpunkte mehr als im Vergleichszeitraum 2024. Normales Super E5 bleibt damit die mit Abstand dominierende Benzinsorte - obwohl sie laut ADAC im Schnitt rund 6 Cent pro Liter teurer ist. Während der Hochphase der hohen Spritpreise hatte E10 deutlich schneller an Marktanteilen gewonnen.
"Die eher irrationale Angst, dass das Auto davon kaputtgeht, hält sich", sagt Laberer. "Denn fast alle Autos mit Ottomotor können problemlos mit Super E10 fahren. Das raten wir als ADAC bei Fahrzeugfreigabe auch - aus Umwelt- und Kostengründen."
Es erschließt sich rational nicht, warum der Kraftstoff so wenig genutzt wird. Eigentlich sollte Super E10 mehr als 90 Prozent Marktanteil bei Benzin haben.
Christian Laberer, ADAC-Kraftstoffmarktexperte
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