SpaceX-Aktie: Chancen und Risiken beim Börsengang

SpaceX vor Rekord-Börsengang:Was Anleger über Elon Musks Pläne wissen müssen

Frank Bethmann ist zu sehen.

von Frank Bethmann

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Viel Vision, viel Geld, aber auch viel Risiko. Mit dem größten Börsengang aller Zeiten will Elon Musk über 1,7 Billionen US-Dollar einsammeln. Doch es gilt, genau hinzuschauen.

Tech-Milliardär und Tesla-Gründer Elon Musk bei einem Treffen in Peking, China.

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von US-Milliardär Elon Musk will an die Börse. Dazu wurde das Börsenprospekt veröffentlicht. Der Börsengang wird am 12. Juni erwartet.

21.05.2026 | 0:21 min

Selten wurde ein Börsengang so offensiv beworben wie der von SpaceX. Auf Handelsplattformen erscheinen Sonderseiten, Finanzmedien berichten täglich, in sozialen Netzwerken überschlagen sich die Prognosen. Die Botschaft ist einfach: Wer die Aktie zeichnet, kauft sich ein Stück Zukunft. Raketen, Satelliteninternet, Künstliche Intelligenz und irgendwann vielleicht sogar den Mars. Doch gerade Privatanleger sollten diesen größten Börsengang der Finanzgeschichte kritisch hinterfragen.

Das Unternehmen ist zweifellos höchst spannend. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass auch die Aktie ein gutes Investment sein muss.

Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW)

SpaceX hat viel Substanz

An der operativen Qualität von SpaceX gibt es wenig Zweifel. Das Unternehmen dominiert den Raketenmarkt, startet mehr Missionen als jeder Konkurrent und hat mit Starlink ein Satellitennetz aufgebaut, das Millionen Kunden versorgt. Selbst Kritiker erkennen an, dass hier ein reales Geschäftsmodell existiert. Das Problem liegt allerdings weniger im Unternehmen als im Preis.

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SpaceX strebt eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar an. Das entspräche etwa dem 93-fachen des Jahresumsatzes.

Die Bewertung setzt über viele Jahre hinweg außergewöhnliches Wachstum voraus.

Matthias Rüegg, Portfoliomanager bei der Schweizer Digitalbank Radicant Bank

Die Frage lautet also: Bezahlen Anleger für das heutige SpaceX - oder für die Hoffnung, dass Elon Musk in den kommenden Jahrzehnten weitere Wunder vollbringt?

Besonders deutlich wird die Kritik bei Morningstar Inc., einem weltweit führenden Finanzanalyseunternehmen. Dessen Analysten bewerten SpaceX mit lediglich rund 780 Milliarden Dollar - also weniger als der Hälfte des angestrebten Börsenwertes. Analyst Nicolas Owens bezeichnet die Aktie als deutlich überbewertet und rät Anlegern, nicht jeder Euphorie hinterherzulaufen.

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Das Problem mit dem knappen Angebot

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt. Beim Börsengang sollen weniger als fünf Prozent der Unternehmensanteile frei handelbar sein. Historisch liegt die Quote vieler großer Börsengänge deutlich höher. Ein geringer Streubesitz kann die Kurse kurzfristig nach oben treiben, wenn viele Anleger kaufen wollen, aber nur wenige Aktien verfügbar sind.

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Forced Buying: Wenn ETFs kaufen müssen

Ebenfalls kurstreibend, jedoch umstritten - die neuen Nasdaq-Regeln. Demnach könnte SpaceX bereits wenige Wochen nach dem Börsengang in wichtige Indizes aufgenommen werden. Dann müssten ETFs und Indexfonds die Aktie kaufen, unabhängig von der Bewertung. Schätzungen zufolge könnte dieses "Forced Buying" zweistellige Milliardenbeträge in kurzer Zeit in die Aktie lenken.

Der gesamte Börsengang wirkt so designt, dass er zum Erfolg werden muss. Schaut man aus Sicht des Anlegerschutzes darauf, bekommt man allerdings eher Kopfschmerzen.

Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW)

Tüngler moniert nicht nur die Struktur des Angebots - hohe Bewertung, wenig Aktien in Streubesitz -, sondern auch, dass der Börsengang ganz auf Elon Musk zugeschnitten sei. "Eine ernsthafte Einflussnahme anderer Aktionäre ist praktisch ausgeschlossen", meint Tüngler.

Ebenfalls ungewöhnlich: Der erste Preis der SpaceX-Aktie steht bereits fest. Er beträgt 135 Dollar je Aktie - und ob Interessenten überhaupt Aktien bekommen, wird sich erst noch zeigen. Denn wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot, entscheidet das Unternehmen gemeinsam mit den am Börsengang beteiligten Banken, wer wie viele Anteilsscheine bekommt.

Frank Bethmann ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

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Über dieses Thema berichtete das "heute journal" am 21.05.2026 ab 21:45 Uhr.
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