Historische Tiefstände:Trockenheit droht den Rhein zu teilen
Der Rhein führt so wenig Wasser wie lange nicht. Für die Binnenschifffahrt könnte die wichtige Verkehrsader damit zweigeteilt werden und nicht mehr durchgängig befahrbar sein.
Der Güterverkehr auf dem Rhein ist durch die Trockenheit bedroht. Der Verband der Deutschen Binnenschifffahrt warnt vor einer Zweiteilung des Rheins. Er wäre dann nicht durchgängig befahrbar.
10.08.2026 | 0:23 minWegen des derzeitigen Niedrigwassers und ausbleibender Niederschläge könnte der Wasserpegel des Rheins laut dem Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) weiter sinken und der Fluss bald nicht mehr durchgängig befahrbar und damit zweigeteilt sein.
"Wegen ausbleibender Niederschläge wird im Laufe der Woche an dem für Schifffahrt und Wirtschaft wichtigen Pegel Kaub erstmals ein nur noch einstelliger Wert prognostiziert", sagte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen der "Rheinischen Post".
Im Prinzip ist der Rhein damit nicht mehr durchgängig befahrbar und damit zweigeteilt.
Jens Schwanen, BDB-Geschäftsführer
BDB: Erwartete Pegelstände verhindern gewerbliche Schifffahrt
Der Pegelstand von Kaub zwischen Koblenz und Mainz gilt als Referenzwert für die Rheinschifffahrt. Weil die Fahrrinne in diesem Abschnitt ohnehin relativ flach ist, sieht der BDB die dort erwarteten Pegelwerte mit besonderer Sorge.
"Die gewerbliche Schifffahrt wird bei derart niedrigen Wasserständen in der Region keinen Gütertransport mehr durchführen können", warnte Schwanen. Gleiches gelte für die Ausflugs- und Kreuzfahrtschifffahrt.
Mehrere Bundesländer haben das Sonntagsfahrverbot für LKW aufgehoben, so auch Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Grund dafür ist das extreme Niedrigwasser, das die Binnenschifffahrt einschränkt.
09.08.2026 | 0:22 minTrockenheit könnte für getrennte Schifffahrtsgebiete sorgen
Konkret entstünden dadurch zwei voneinander getrennte Schifffahrtsgebiete: "Es gibt nach wie vor Schifffahrt zwischen den ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) und Nordrhein-Westfalen bis etwa Köln, und zwar über den Rhein und das westdeutsche Kanalgebiet", führte er aus.
"Und es gibt weiter südlich Schiffsverkehr an den Nebenflüssen Neckar, Mosel, Main, Main-Donau-Kanal." Der Main-Donau-Kanal gilt als international bedeutendes Verbindungsstück der Route von und nach Südosteuropa und dem Schwarzen Meer.
Historische Tiefstände am Rhein
Die großen deutschen Flüsse haben wegen der anhaltenden Trockenheit an vielen Orten Niedrigwasser. Am Rhein wurden am Wochenende in Nordrhein-Westfalen historische Tiefstände gemessen.
Die niedrigen Pegelstände stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme, da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren können. Das erhöht die Transportkosten und belastet vor allem Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind.
Rhein, Elbe und andere Gewässer verzeichnen historisch niedrige Pegelstände, gleichzeitig herrscht durch die Trockenheit Waldbrandgefahr. Wie gut kommt Deutschland mit diesem Extremwetter klar?
08.08.2026 | 6:42 minSonntagsfahrverbot für Lkw teilweise aufgehoben
Auf die angespannte Lage reagiert inzwischen auch die Politik: Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte am Donnerstag eine Aussetzung des Sonntags- und Feiertagsfahrverbots für Lkw ins Spiel gebracht, um während des Niedrigwassers wichtige Güter zeitweilig vermehrt über die Straße transportieren zu können. Erste Bundesländer wie das Saarland und Rheinland-Pfalz setzten dies bereits um.
Der BDB-Geschäftsführer begrüßte weitere geplante Krisensitzungen mit dem Bundesverkehrsministerium. Optionen für den verstärkten Einsatz von Straße und Schiene würden bereits an diesem Montag erörtert, sagte Schwanen. Er befürworte darüber hinaus eine Aufschiebung von Baumaßnahmen, um zumindest derartige Einschränkungen zu vermeiden. "Direkt am folgenden Mittwoch werden die anstehenden Bauarbeiten bei Straße, Schiene und Wasserstraße auf den Prüfstand gestellt."
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