KI und Jobs: Wie Künstliche Intelligenz Berufe verändert

Illustratoren und Dolmetscher berichten:"Kein Werkzeug. Es ist ein Ersatz": Wie KI Jobs verändert

von Hanna Günther

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Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt. Was bedeutet das konkret für Menschen in kreativen und sprachbasierten Berufen? Drei Betroffene erzählen von ihren Erfahrungen.

ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann kommt auf den Betrachter zu, während im Hintergrund Menschen an Servern arbeiten

KI schreibt Texte, analysiert Verträge und programmiert Code – sie verändert die Arbeitswelt rasant. Wie bedroht sind unsere Jobs? Florian Neuhann geht der Frage nach, auch mit einem Avatar.

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Celle im Winter, ein Einfamilienhaus am Stadtrand. Hier leben Anne Behl und Tobias Wieland, beide Illustratoren - und beide zunehmend in Sorge um ihre Zukunft. Denn was lange als ureigen menschliche Fähigkeit galt, gerät unter Druck: Kreativität.

Anne Behl und Tobias Wieland schauen mit ihrem Hund in die Kamera.

Die Illustratoren Anne Behl und Tobias Wieland in ihrem Zuhause in Celle: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat ihre Auftragslage verändert.

Quelle: Bewegte Zeiten

Kinderbücher illustrieren, Geschichten erfinden, Bilder zeichnen - all das kann inzwischen auch Künstliche Intelligenz. "In manchen Bereichen, in denen ich früher viele Anfragen hatte, kommt jetzt gar nichts mehr", sagt Tobias Wieland. Seine Frau Anne Behl beobachtet Ähnliches:

Es gibt mehr Kolleginnen und Kollegen, die aufhören, weil es schwieriger wird, an Jobs zu kommen.

Anne Behl, Illustratorin

Rund 3.000 hauptberufliche Illustratoren gibt es in Deutschland. Anne Behl ist sehr erfolgreich, sie hat mehr als 70 Kinderbücher gestaltet. Doch auch sie spürt den Wandel.

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KI kann Kreativität auf Knopfdruck

KI kann in wenigen Minuten Illustrationen und ganze Geschichten erzeugen - Ergebnisse, die für viele kaum noch von menschlicher Arbeit zu unterscheiden sind. Für Anne Behl ist genau das das Problem.

Wenn ich diese Illustration sehe, erkenne ich fünf Kolleginnen und Kollegen, deren Stile da zusammengemischt wurden.

Anne Behl, Illustratorin

Für viele Kreative sei klar: KI wurde mit bestehenden Werken trainiert - oft ohne Zustimmung. "Das ist Diebstahl von geistigem Eigentum."

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Zwischen Innovation und Existenzangst: KI verändert auch die Musikwelt grundlegend. Künstler fordern daher klare Regeln und faire Bezahlung.

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Neben rechtlichen Fragen geht es auch um Haltung. Anne Behl sorgt sich vor allem um die wachsende Flut KI-generierter Kinderbücher. "Da geht es nicht darum, Kindern ein gutes Buch zu geben, sondern um schnelles Geld." Für sie ist Illustration mehr als ein Produkt: "Kinder spüren das. Bilder brauchen Herz, Menschlichkeit."

Künstliche Intelligenz als Werkzeug oder Ersatz?

Befürworter sehen KI auch bei Kreativen als Werkzeug, das ihre Arbeit unterstützt. Tobias Wieland widerspricht:

So wie es gerade eingesetzt wird, ist es kein Werkzeug. Es ist ein Ersatz.

Tobias Wieland, Illustrator

Die Technologie verändere nicht nur einzelne Berufe, sondern die Gesellschaft insgesamt.

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Dabei kennt auch Anne Behl technologische Umbrüche. Als sie begann, galt digitales Zeichnen als verpönt. Doch für sie gibt es einen entscheidenden Unterschied: "Bei der KI legst du den Stift aus der Hand. Da fließt nichts mehr durch deinen Arm."

Sehen Sie die Doku "Am Puls mit Florian Neuhann: Frisst die KI unsere Jobs?" am 1. Mai um 19:20 Uhr im ZDF oder jederzeit im ZDF-Streaming-Portal.

Das ZDF setzt sich in einem umfangreichen Programmangebot ab dem 29. April mit Chancen und Risiken der KI in der Arbeitswelt auseinander. Wie weit ist menschliche Arbeit durch künstliche Intelligenz ersetzbar? Welche Rolle wird KI im Arbeitsleben einnehmen? 


Dolmetschen in Brüssel: Wenn KI an Grenzen stößt

Ein paar hundert Kilometer weiter, in Brüssel, zeigt sich ein anderes Bild. Dort arbeitet Laura König seit mehr als 20 Jahren als Dolmetscherin bei der Europäischen Kommission. Die EU ist weltweit der größte Arbeitgeber für Dolmetscher, doch dieser Beruf gilt laut Studien als besonders gefährdet durch KI.

Laura König schaut in die Kamera.

Seit mehr als 20 Jahren dolmetscht Laura König für die EU-Kommission.

Quelle: Bewegte Zeiten

Im Presseraum der Kommission zeigt sich, wie anspruchsvoll die Arbeit ist. Fragen werden auf Englisch gestellt, Antworten folgen in verschiedenen Sprachen - und Laura König überträgt alles nahezu zeitgleich ins Deutsche. Präzise, kontextsensibel, oft unter Zeitdruck.

Technische Alternativen gibt es längst. Doch sie stoßen an Grenzen. KI-Übersetzungen liefern teils fehlerhafte oder missverständliche Ergebnisse, vor allem wenn es um Nuancen, Ironie oder politischen Kontext geht.

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Laura König sieht darin keinen Zufall: "Solche Tools können auf Reisen nützlich sein", sagt sie.

Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wir hier ersetzt werden können.

Laura König, Dolmetscherin

Gerade in sensiblen politischen Gesprächen sei Vertraulichkeit entscheidend - ein Bereich, in dem KI an klare Grenzen stößt.

Zwei Berufe, zwei Entwicklungen

Während Illustratoren wie Anne Behl und Tobias Wieland bereits konkret Aufträge verlieren, scheint der Druck bei Dolmetschern, zumindest in hochsensiblen Kontexten wie der EU, bislang geringer. Gleichzeitig zeigt sich: KI verändert beide Berufe, wenn auch unterschiedlich schnell.

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Wie können KI und Roboter unseren Arbeitsalltag wirklich besser machen? Und wie erfinden wir Arbeit so neu, dass Maschinen zu Helfern werden, statt unsere Jobs zu übernehmen?

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Über dieses Thema berichtet die Sendung "Am Puls mit Florian Neuhann - Frisst die KI unsere Jobs?", online verfügbar am 29.04.2026 um 6 Uhr, im ZDF am 01.05.2026 ab 19:20 Uhr.

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