Iran-Krieg verunsichert Urlauber: Wie die Reisebranche reagiert

Reisebranche muss flexibel reagieren:Teurer, komplizierter: Iran-Krieg verunsichert Urlauber

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von Christian Hauser

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Flugpreise steigen, ganze Regionen fallen durch den Iran-Krieg als Urlaubsziel weg. Wie geopolitische Spannungen und schwankende Energiepreise das Reisen verändern.

Ein Flugzeug fährt am Münchner Flughafen am Tower vorbei.

Reisen werden durch den Iran-Krieg teurer und schlechter planbar. Wie das eine ganze Branche unter Druck setzt und wer trotzdem profitieren könnte.

17.04.2026 | 0:58 min

Wer sich gerade auf den Urlaub vorbereitet, muss sich auf neue Realitäten einstellen. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten betreffen auch die Reiseplanung.

Die Kosten für Kerosin haben sich in Folge des Kriegs in Iran seit Ende Februar fast verdoppelt. Der Treibstoff macht etwa ein Viertel der Kosten von Airlines aus. Einige Airlines erheben schon Kerosin-Zuschläge, beispielsweise Air France und KLM. Zugleich gibt es Warnungen, dass in einigen Wochen die Kerosin-Vorräte aufgebraucht sein könnten.

Der Flug in den Urlaub wird teurer: Die Preise für Kerosin sind seit Beginn des Irankriegs stark gestiegen.

Durch den Iran-Krieg sind die Treibstoffpreise für Flugzeuge über 80 Prozent gestiegen. Die Reisebranche steht wegen den höheren Kosten enorm unter Druck.

11.04.2026 | 1:36 min

Geänderte Flugrouten ändern die Reiseziele

Unser Urlaubsverhalten muss sich zunehmend globalen Krisen und Unsicherheiten anpassen. Kurzfristig lässt sich das an der Beliebtheit von Reisezielen feststellen. Der Buchungsumsatz für die Vereinigten Arabischen Emirate ist im März nach einer Analyse des "Handelsblatts" um mehr als 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen. Auch für die Türkei und Ägypten seien die Umsätze im vergangenen Monat um fast die Hälfte zurückgegangen. Dagegen legte Deutschland als Reiseziel kräftig zu.

Auch Europas größter Reisekonzern TUI beobachtet Verschiebungen. "Schwierig entwickeln sich Zielgebiete im Indischen Ozean beziehungsweise Asien, die unter den eingeschränkten Umsteigeverbindungen leiden", sagt ein Sprecher von TUI gegenüber ZDFheute. Für Flüge in diese Region, die bislang oft über Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi oder Doha führten, müssen nun oft teurere und umständlichere Alternativen her.

Auf der linken Seite zu sehen ist der Host Mirko Drotschmann; im Hintergrund zu sehen ist eine Hängematte und ein Warnschild

Preise steigen, Konflikte verunsichern und selbst die Anreise wird schwieriger. Mirko Drotschmann erklärt, wie Urlaub von Politik und Kriegen beeinflusst wird.

02.04.2026 | 12:43 min

Tourismusbranche von Unsicherheit durch Iran-Krieg geprägt

Durch die Spannungen im Nahen Osten würde deutlich, dass "sich einige strukturelle Rahmenbedingungen des Reisens verschieben", erklärt Anne Köchling, Professorin am Deutschen Institut für Tourismusforschung an der Fachhochschule Westküste.

Insbesondere der Ausfall der wichtigen Drehkreuze für den Flugverkehr im Nahen Osten zeigt auf, dass unsere globale Mobilität anfällig gegenüber geopolitischen Störungen ist.

Prof. Anne Köchling, Deutsches Institut für Tourismusforschung

Ähnlich sieht es auch Yvonne Ziegler, Professorin an der Frankfurt University of Applied Sciences, die im Bereich Luftverkehrsmanagement forscht. Reisende müssten künftig mit neuen Gegebenheiten leben, die "von Unsicherheit und Flexibilität geprägt sind", sagt Ziegler. Dazu gehöre laut der Ökonomin, dass "geopolitische Stabilität nicht mehr als selbstverständlich angenommen werden kann und sich Reisebedingungen auch nach einer Buchung kurzfristig verändern können".

Kurzfristige Buchungen sorgen für Turbulenzen in der Reisebranche

Die zunehmende Unsicherheit in der Weltlage trifft auch Reiseveranstalter, für die der internationale Tourismus weniger langfristig planbar wird:

Reisende entscheiden häufiger kurzfristig und reagieren stärker auf aktuelle Nachrichtenlagen, Preisentwicklungen und Sicherheitswahrnehmungen.

Prof. Yvonne Ziegler, Frankfurt University of Applied Sciences

In der Reisebranche hat sich die Stimmung deutlich verschlechtert. Lag das Geschäftsklima laut ifo-Index, der ein Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung ist, im Februar noch bei minus 14,8 Punkten, so ist er im März auf minus 41,7 Punkte gesunken.

Stimmung in Reisebranche bricht ein

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Tourismusbranche und Urlauber passen sich an

Die Branche reagiere jedoch sehr flexibel, glaubt Köchling. "Airlines und Reiseveranstalter passen ihre Angebote kurzfristig an, bauen alternative Routen aus und verstärken Verbindungen in stark nachgefragte Regionen, insbesondere innerhalb Europas."

Pragmatisch sieht es auch Ziegler. "Erfahrungen aus früheren Krisen zeigen, dass Reisende insgesamt eine eher kurze 'krisenbedingte Erinnerung' haben und besonders attraktive Destinationen nach Stabilisierung rasch wieder nachgefragt werden."

Urlauber auf Rügen

Wegen des aktuellen Konflikts im Nahen Osten und den Unsicherheiten im Flugverkehr könnte Urlaub in Deutschland noch beliebter werden. Auf Rügen rüsteten sie sich kurz vor Ostern für die Saison.

02.04.2026 | 1:59 min

Noch gibt es viele Unsicherheiten: Wie lange wird der Iran-Krieg dauern, wie langfristig sind die Auswirkungen auf die Energiepreise und die Weltwirtschaft? Auch in anderen Regionen kann es zu Spannungen kommen.

Kurzfristige Buchungen könnten zunehmen und inländische Reiseziele noch stärker nachgefragt werden. Dann geht der nächste Trip womöglich eher in die Sächsische Schweiz oder ins Moseltal statt nach Dubai oder Bangkok.

Christian Hauser ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

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Über dieses Thema berichtete ZDFheute in dem Beitrag "Wie der Iran-Krieg die Reisebranche verändert" am 17.04.2026 um 07:02 Uhr.

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