Krisen, Kriege, politische Unsicherheit:16 Prozent ändern Urlaubspläne aus politischen Gründen
Die globale politische Situation beeinflusst das Reiseverhalten der Deutschen. Eine neue Erhebung zeigt: 16 Prozent haben ihre Urlaubspläne für die kommenden Monate geändert.
Wegen des aktuellen Konflikts im Nahen Osten und den Unsicherheiten im Flugverkehr könnte Urlaub in Deutschland noch beliebter werden. Auf Rügen rüsten sie sich kurz vor Ostern für die Saison.
02.04.2026 | 1:59 minKriege, Krisen und politische Unsicherheit beeinflussen das Reiseverhalten der Deutschen. In einer Umfrage gaben 16 Prozent der Befragten mit Reiseplänen für Ostern oder die kommenden drei Monate an, diese aufgrund der globalen politischen Lage geändert zu haben.
Für die Erhebung des Deutschen Instituts für Tourismusforschung (FH Westküste) im Auftrag des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) wurden Ende März 1.124 Menschen befragt. Unter denjenigen, die ihre Reisepläne geändert haben, entschieden sich 46 Prozent gegen eine Reise im Urlaub, 32 Prozent stornierten ihre Reise vollständig.
Preise steigen, Konflikte verunsichern und selbst die Anreise wird schwieriger. Mirko Drotschmann erklärt, wie Urlaub von Politik und Kriegen beeinflusst wird.
02.04.2026 | 12:43 minBranche sieht Verunsicherung
"Urlaub ist nicht unpolitisch", sagte der stellvertretende Direktor des Instituts, Julian Reif. Für viele Menschen seien die politischen Rahmenbedingungen am Reiseziel ein wichtiger Bestandteil der Urlaubsentscheidung. Zwei Drittel der Befragten bewerteten politische Verhältnisse am Urlaubsort als wichtig oder sehr wichtig. 79 Prozent gaben an, Reiseziele mit politischer Instabilität oder sozialen Unruhen zu meiden.
Die gegenwärtige globale politische Situation habe zumindest kurzfristig einen deutlichen Einfluss auf die Reiseplanung der Deutschen, sagte DTV-Präsident Reinhard Meyer. Dass 16 Prozent der Befragten ihre Reisepläne änderten, sei aufgrund bisheriger Erfahrungen nicht zu erwarten gewesen. "Unsere Umfrage belegt deutlich die Verunsicherung, die derzeit bei deutschen Urlaubern aufgrund der Krisen in der Welt und der damit einhergehenden Preissteigerungen herrscht", sagte Meyer.
Zehntausende Deutsche sitzen wegen des Kriegs in der Golfregion fest. Heute landete in Frankfurt ein erstes Flugzeug – weitere Flüge sind geplant.
03.03.2026 | 1:47 minReiselust bleibt hoch - Bayern und Spanien vorne
Trotzdem bleibt die Reiselust hoch. Rund 72 Prozent der Deutschen planen von April bis Juni mindestens eine Urlaubsreise im In- oder Ausland. 41 Prozent wollen im Inland verreisen. Die gefragtesten Ziele im Inland sind:
- Bayern: 28 Prozent
- Baden-Württemberg: 12 Prozent
- Nordrhein-Westfalen: 10 Prozent
- Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein: jeweils 9 Prozent
Im Ausland liegen Spanien (15 Prozent) und Italien (14 Prozent) vorn.
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