Statistisches Bundesamt:Preise steigen wieder: Iran-Krieg treibt Inflation
Die sprunghaft gestiegenen Preise für Benzin, Diesel und Heizöl haben die Inflationsrate im März auf den höchsten Stand seit 2024 getrieben, so das Statistische Bundesamt.
Die Inflation in Deutschland ist auf dem höchsten Stand seit Januar 2024. Im März stieg sie auf 2,7 Prozent. Hintergrund sind vor allem die stark gestiegenen Energiepreise durch den Iran-Krieg.
10.04.2026 | 0:20 minDer Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland im März sprunghaft verteuert. Massiv gestiegene Energiepreise katapultierten die Inflationsrate mit 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024, wie das Statistische Bundesamt vorläufige Berechnungen bestätigt. Im Februar hatten die Verbraucherpreise um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.
Der Iran-Krieg treibt die Preise weiter nach oben: Im März lag die Teuerungsrate laut Statistischem Bundesamt bei 2,7 Prozent. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann ordnet ein.
30.03.2026 | 1:38 minHaushaltsenergie und Kraftstoffe: Plus von 7,2 Prozent
Erstmals seit Dezember 2023 verteuerte sich Energie - und zwar kräftig: Die Preise für Haushaltsenergie und Kraftstoffe lagen im März den Angaben zufolge um 7,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. "Die deutlichen Preissteigerungen bei den Energieprodukten treiben die Inflation. Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert", sagt die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand.
Die Inflation ist wegen der hohen Ölpreise in diesem Monat mit 2,7 Prozent deutlich gestiegen. Besonders die Chemiebranche ist betroffen.
30.03.2026 | 1:35 minAn der Spitze lagen die jahresbezogenen Preissteigerungen für leichtes Heizöl (+44,4 Prozent) und Kraftstoffe (+20,0 Prozent). Literpreise von mehr als zwei Euro sind seit Wochen die Regel an Deutschlands Tankstellen.
12-Uhr-Regel an Tankstellen ändert nichts
Daran hat bisher auch die seit dem 1. April geltende 12-Uhr-Regel nichts geändert, die Tankstellen Preiserhöhungen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, erlaubt. Auch Gas und Strom haben sich für Neukunden zuletzt deutlich verteuert, blieben aber noch unter den hohen Vorjahreswerten.
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Lebensmittelpreise ziehen nicht mehr so stark an
Bei den Nahrungsmitteln entwickelte sich die Teuerung zunächst unterdurchschnittlich: Hier stiegen die Preise im März nur um 0,9 Prozent. Dabei waren Schokolade und andere Süßigkeiten um rund sechs Prozent teurer - Butter und Olivenöl dagegen deutlich günstiger als im März vor einem Jahr, um fast 18 Prozent.
Explodierende Preise für Diesel und Dünger belasten die Landwirtschaft. Da wichtige Handelswege blockiert sind, steigen die Kosten für die Produktion von heimischen Lebensmitteln.
06.04.2026 | 2:38 min
Dienstleistungen waren im März 3,2 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, hier verteuerten sich wie in den Vormonaten vor allem Dienstleistungen sozialer Einrichtungen und die Personenbeförderung wegen der Preiserhöhung beim Deutschlandticket. Die Nettokaltmieten stiegen um 1,9 Prozent.
Waffenruhe zwischen Iran und USA macht Hoffnung
Hoffnung, dass die höheren Energiekosten nicht in dem Maße wie befürchtet auf andere Preise hierzulande durchschlagen werden, macht die kurz nach Ostern verkündete Einigung zwischen den USA und Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe. In diesem Zuge hatte Iran auch ein Ende der Blockade der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge Straße von Hormus angekündigt. Öl verbilligte sich in der Folge an den Weltmärkten deutlich.
Die hohen Energiepreise treiben in Inflation in der gesamten Euro-Zone. Valerie Haller ordnet ein.
31.03.2026 | 1:14 minSolange der Konflikt im Nahen Osten nicht endgültig gelöst ist, bleibt jedoch Unsicherheit. Volkswirte hatten im März für April einen weiteren Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland vorhergesagt. Mit Beginn der Reisesaison könnten sich etwa Flugtickets und Pauschalreisen verteuern.
Ökonomen hatten davor gewarnt, dass sich im Falle eines längeren Krieges der Energiepreisschock in der Breite der Wirtschaft niederschlagen dürfte: Steigende Produktions- und Transportkosten könnten unter anderem die Preise für Lebensmittel, Restaurantbesuche und Dienstleistungen steigen lassen.
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