Inflation im April auf höchstem Stand seit Anfang 2024

Hohe Öl- und Kraftstoffpreise:Inflation im April auf höchstem Stand seit Anfang 2024

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2,9 Prozent kosteten Waren und Dienstleistungen im April mehr als ein Jahr zuvor. Vor allem hohe Rohölpreise sind bislang ein Preistreiber. Anders ist die Lage bei Nahrungsmitteln.

Eine Preistafel zeigt an einer Tankstelle die Benzin- und Dieselpreise an.

Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland deutlich verteuert. Im April stieg die Inflationsrate auf 2,9 Prozent - der höchste Stand seit Januar 2024.

12.05.2026 | 0:21 min

Steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs haben im April die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren getrieben. Waren und Dienstleistungen kosteten 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit und bestätigte damit eine frühere Schätzung. Das ist der stärkste Anstieg seit Januar 2024.

"Besonders der anhaltende Preisdruck bei Kraftstoffen ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich spürbar", sagte die Präsidentin des Statistikamtes, Ruth Brand. Bereits im März war die Teuerungsrate kriegsbedingt auf 2,7 Prozent nach oben geschnellt, nachdem sie im Februar noch bei 1,9 Prozent gelegen hatte.

Inflation in Deutschland (insgesamt, Energie, Nahrung)

ZDFheute Infografik

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Öl- und Kraftstoffpreise treiben Inflation

Preistreiber Nummer eins blieb Energie: Sie verteuerte sich im April um 10,1 Prozent zum Vorjahresmonat (März: +7,2 Prozent). "Diese Preisanstiege sind maßgeblich auf die Kriegshandlungen in Iran und im Nahen Osten und die dadurch ausgelöste Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt zurückzuführen", erklärten die Statistiker.

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Wegen der Blockade der Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs abgewickelt wird, sind die Weltmarktpreise gestiegen. Kraftstoffe wie Benzin verteuerten sich deshalb um 26,2 Prozent, während leichtes Heizöl 55,1 Prozent mehr kostete als im April 2025. Hingegen verbilligten sich Strom (-4,5 Prozent), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-3,0 Prozent) und Fernwärme (-1,1 Prozent).

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Butter- und Kartoffelpreise gesunken

Nahrungsmittel verteuerten sich mit 1,2 (März: +0,9) Prozent unterdurchschnittlich. Hohe Aufschläge gab es etwa bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (+6,6 Prozent). Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+3,7 Prozent), Fleisch und Fleischwaren sowie Obst (beide +3,6 Prozent) kosteten ebenfalls mehr.

Günstiger zu haben waren dagegen Butter (-25,4 Prozent) und Olivenöl (-8,9 Prozent) sowie Kartoffeln (-14,4 Prozent) und Molkereiprodukte (-5,6 Prozent).

Passanten passieren diverse Geschäfte in der Kölner Fußgängerzone Hohe Straße am 23.10.2025.

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Expertin: "Preisschub bisher nicht breit angelegt"

Dienstleistungen kosteten 2,8 Prozent mehr. Besonders stark im Vorjahresvergleich verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,8 Prozent) sowie die Personenbeförderung (+6,2 Prozent), während Pauschalreisen weniger kosteten (-3,5 Prozent). Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, stiegen um 2,3 Prozent.

"Der Preisschub ist bisher nicht breit angelegt", sagte die Expertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Silke Tober. Das könnte sich aber ändern: Einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge planen mehr Unternehmen, ihre Preise anzuheben.

Quelle: Reuters
Über dieses Video berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Tankpreise treiben Inflation in die Höhe" am 12.05.2026 um 12:00 Uhr.

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