Wachstum von 0,5 Prozent erwartet:Bundesregierung senkt Konjunkturprognose deutlich
von Dominik Rzepka
Die Wirtschaft in Deutschland kommt nicht in Fahrt. Die Bundesregierung senkt ihre Konjunkturprognose deutlich und geht nur noch von einem Wachstum von 0,5 Prozent aus.
Wirtschaftsministerin Reiche stellt die Frühjahrsprognose der Bundesregierung vor.
22.04.2026 | 1:39 minDer von der Bundesregierung versprochene Aufschwung lässt weiterhin auf sich warten. Das geht aus der neuen Konjunkturprognose hervor, die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat.
Demnach halbiert die schwarz-rote Koalition ihre Wachstumserwartung für dieses Jahr. Reiche geht nur noch von einem Wachstum von 0,5 Prozent aus, im Januar wurde noch ein Wachstum von einem Prozent erwartet. Reiche sagte dazu:
Die für dieses Jahr erwartete wirtschaftliche Erholung wird einmal mehr durch externe geopolitische Schocks ausgebremst.
Katherina Reiche, CDU
So treibe der Krieg im Iran die Preise für Energie und Rohstoffe in die Höhe. Das belaste die privaten Haushalte und erhöhe die Kosten für die deutsche Wirtschaft, so Reiche.
Wirtschaftsweise Veronika Grimm kritisiert die Bundesregierung, die zwar "eine Krise nach der anderen" adressiere. Strukturelle Reformen schiebe Schwarz-Rot aber immer weiter nach vorne.
22.04.2026 | 1:16 minGrimm kritisiert Bundesregierung
Die Bundesregierung rechnet außerdem mit einer deutlich höheren Inflation von 2,7 Prozent. Für die schlechten Zahlen trage allerdings auch Schwarz-Rot eine Mitverantwortung, sagt die Wirtschaftsweise Veronika Grimm ZDFheute:
Die Bundesregierung adressiert zwar eine Krise nach der anderen, aber schiebt die Reformen immer weiter nach vorne.
Veronika Grimm, Wirtschaftsweise
Politisch sei es etwa ein Problem, dass die notwendigen Reformen etwa in den sozialen Sicherungssystemen immer weiter aufgeschoben würden. Dabei brauche es jetzt dringend wirtschaftsfördernde, strukturelle Reformen.
Deutschland sei bereits seit 2017 und 2018 in einer strukturellen Krise. Sie mache sich dadurch bemerkbar, dass die industrielle Produktion immer weiter abnehme, so Grimm.
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Reiche weist darauf hin, dass die Bundesregierung bereits ein sogenanntes Kraftstoffmaßnahmenpaket sowie ein Energie-Sofortprogramm auf den Weg gebracht habe.
Das hilft kurzfristig, löst aber nicht die strukturellen Ursachen der deutschen Wachstumsschwäche.
Katherina Reiche, CDU
Damit die Wirtschaft wieder wachse, brauche es nun zusätzlich tiefgreifende Strukturreformen. So müsse unter anderem die im internationalen Vergleich viel zu hohe Steuerlast gesenkt werden. Außerdem müsse Bürokratie abgebaut werden, so Reiche.
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