Staatliche Prämie:Portal für E-Auto-Förderung: Was man zum Antrag wissen muss
Startschuss für die neue Förderung von E-Autos: Je nach Automodell, Haushaltsgröße und Einkommen kann die staatliche Prämie bis zu 6.000 Euro betragen. Ein Überblick.
Beim Kauf oder Leasing von E-Autos kann von nun an eine Förderung der Bundesregierung beantragt werden. Die Prämie gilt für Privathaushalte und kann rückwirkend zum 1. Januar beantragt werden.
19.05.2026 | 0:21 minWer sich ein neues Elektroauto anschafft und dabei auf Geld vom Staat setzt, kann das ab sofort beantragen. Am Vormittag hat Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) das entsprechende Online-Portal freigeschaltet. Bereits eine Viertelstunde später verzeichnete die Seite foerderzentrale.gov.de bereits mehr als 1.800 entsprechende Anträge, wie die Präsidentin des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa), Mandy Pastohr, am Ende einer Pressekonferenz mitteilte. Ein Überblick über das Programm.
Portal für neue E-Auto-Prämie: Was wird gefördert?
Geld gibt es für Kauf oder Leasing eines Neuwagens, der ab dem 1. Januar des laufenden Jahres zugelassen wird. Anträge sind also auch rückwirkend möglich.
Geld vom Staat gibt es neben Elektroautos auch für bestimmte Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können, sowie für Elektroautos mit sogenannten Reichweitenverlängerern. Das sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen.
Wie läuft die Antragstellung?
"Der Online-Antrag führt Schritt für Schritt durch das Verfahren, von den Angaben zum Fahrzeug und Haushalt bis zum Upload der erforderlichen Nachweise", erklärt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das das Verfahren steuert. Zur Unterstützung gebe es eine Hotline und Erklärungen auf der Website.
- Zulassungen im April 2026: Jeder vierte Wagen ist ein E-Auto, Benziner im Sinkflug
Die neue E-Auto-Prämie kommt. Der Bundestag hatte im April beschlossen, dass die Förderung rückwirkend für Zulassungen ab Jahresanfang gilt.
17.04.2026 | 0:36 minVoraussetzung für den Antrag ist eine BundID. Das ist ein elektronisches Konto, mit dem man sich gegenüber Behörden ausweisen kann wie mit einem Personalausweis im analogen Leben. Einrichten kann man die BundID mit dem elektronischen Personalausweis oder auch mit einem Elster-Zertifikat, das man bei der Steuererklärung nutzt.
Wie viel Geld kann man bekommen?
Die Höhe des staatlichen Zuschusses hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab und kann bei bis zu 6.000 Euro liegen.
Die Basisförderung liegt bei 3.000 Euro für reine Elektroautos. Für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60.000 Euro gibt es 4.000 Euro, für Haushalte mit einem Maximal-Einkommen von 45.000 Euro 5.000 Euro. Pro Kind steigt die Förderung um 500 Euro, insgesamt um höchstens 1.000 Euro. Wer Geld bekommen will, muss sein Fahrzeug ab Kauf mindestens drei Jahre behalten.
Im Schnitt sind Elektroautos deutlich zuverlässiger als Verbrenner, berichtet der ADAC. Den Grund sieht der Club darin, dass E-Autos weniger verschleißanfällige Teile haben.
23.04.2026 | 0:20 minWer zu viel verdient, geht allerdings leer aus. Die Fördergrenze liegt bei einem Haushaltseinkommen von 80.000 Euro.
Weniger Geld gibt es für sogenannte Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können. Für diese Autos und Fahrzeuge mit einem Reichweitenverlängerer liegt die Basisförderung bei 1.500 Euro. Damit Autos mit diesen Technologien förderfähig sind, dürfen sie nicht mehr als 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder müssen eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometern haben.
Warum fördert die Bundesregierung das?
"Wir tun mit diesem Förderprogramm etwas für die Umwelt, für die Autoindustrie und für die Haushalte, die sich sonst kein Elektroauto leisten könnten", sagt Umweltminister Schneider. Das begründet er auch mit den Auswirkungen des Iran-Kriegs. "Denn die aktuelle fossile Krise ist längst nicht vorbei und könnte jederzeit wiederkommen. Elektromobilität ist unsere Chance, unabhängig zu werden von teurem Diesel und Benzin."
Experten warnen allerdings vor Mitnahmeeffekten, also davor, dass die Förderung nicht oder nur teilweise bei Kunden ankommt, weil die Autohersteller sie einstreichen. Zudem ist umstritten, ob und in welchem Umfang Plug-in-Hybride der Umwelt nutzen: Zwar können die Autos kürzere Strecken auch rein elektrisch fahren. Ist die Batterie aber leer, verbrauchen sie wegen des zusätzlichen Gewichts mehr Sprit und stoßen dann auch mehr CO2 aus. Zudem entsteht bei ihrer Produktion mehr CO2 als bei einem Verbrenner.
Durch den Iran-Krieg steigen die Spritpreise in Deutschland. Strom ist vergleichsweise günstig, weshalb das Interesse an Elektroautos stetig wächst.
07.04.2026 | 4:07 minWie fallen die Reaktionen aus?
Aus Sicht des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ist die neueE-Auto-Förderung ein grundsätzlich positiver Schritt, sie könne aber nur ein Baustein sein. "Denn für den nachhaltigen Hochlauf der Elektromobilität bleiben entscheidend: eine gute Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur, günstiger Ladestrom sowie darüber hinaus bessere internationale Standortbedingungen für die Unternehmen", betonte VDA-Präsidentin Hildegard Müller.
Sie verwies darauf, dass die Regeln des neuen Förderprogramms zunächst bis Mitte 2027 gelten. Das eröffne die Chance, wo nötig, nachzusteuern.
Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer kritisierte die staatliche Prämie dagegen als Steuergeldverschwendung. Der Direktor des Bochumer Center Automotive Research sagte der "Augsburger Allgemeinen":
Das Geld hätte man sich sparen können, das hätte der Markt selbst geregelt.
Ferdinand Dudenhöffer, Auto-Experte
"Schade um das Steuergeld, das nun an anderer Stelle wieder eingespart werden muss", so Dudenhöffer.
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