EU halbiert Prognose für Deutschland:So steht Deutschlands Wirtschaft im EU-Vergleich da
von Moritz Zajonz
Die EU hat ihre Wachstumsprognose für Deutschland halbiert. Auch im Vergleich mit den Nachbarländern ist die Stimmung hier gedämpft. Die Lage in Grafiken.
Vor der EU-Kommission hat bereits die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose wegen des Iran-Kriegs gesenkt.
22.04.2026 | 1:39 minDie EU hat eine neue Wachstumsprognose für Europa veröffentlicht. Der Optimismus vom vergangenen Herbst ist verflogen: Durch die Ölpreiskrise infolge des Iran-Kriegs und ungewisse US-Zölle sind die Erwartungen gedämpft.
In der folgenden Grafik sehen Sie das prognostizierte Wirtschaftswachstum für Deutschland und ausgewählte europäische Nachbarländer für das laufende Jahr 2026 und für 2027. Für Polen und Dänemark wird, verglichen mit dem EU-Mittelwert, ein überdurchschnittliches Wachstum erwartet.
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Gedämpfte Wachstumserwartungen für Deutschland
Für Deutschland hat die EU-Kommission ihre Prognose halbiert, wie folgende Grafik zeigt. Vor Beginn des Iran-Kriegs war für die Jahre 2026 und 2027 noch erwartet worden, dass das Bruttoinlandsprodukt um jeweils 1,2 Prozent zulegt.
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Auch die Bevölkerung der Länder blickt unterschiedlich auf die wirtschaftliche Lage, wie die jüngste Eurobarometer-Umfrage der EU aus dem Frühling zeigt.
Zwei von drei Befragten in Deutschland beurteilen die aktuelle Lage demnach als "ziemlich schlecht" oder "sehr schlecht". In Dänemark tut das nur eine von 20 befragten Personen.
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Deutsche blicken negativ auf wirtschaftliche Lage
Der Blick auf die kommenden zwölf Monate fällt ähnlich aus. Die Hälfte der deutschen Befragten erwartet eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands.
Beim Nachbarn Polen halten sich die Erwartungen die Waage: Die Hälfte der Befragten erwartet keine Veränderung und je ein Viertel blickt positiv beziehungsweise negativ in die Zukunft.
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Passt die subjektive Wahrnehmung zur Realität?
Die subjektive Einschätzung der Deutschen passe zu den Daten, sagt Mathias Dolls, stellvertretender Leiter des ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft:
Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 ist das BIP-Wachstum kaum ausgeprägt, der Arbeitsmarkt wirkt weitgehend eingefroren und wichtige Reformvorhaben sind weiterhin ungelöst.
Mathias Dolls, ifo-Zentrum für Finanzwissenschaft
Diese Kombination belaste die allgemeine Stimmung in der Bevölkerung.
Auch Dominik Enste, Verhaltensökonom am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, sieht die Einschätzung als realistisch. Deutschland befinde sich wirtschaftlich in der längsten Krise seit 20 Jahren. Zudem würden "(Wohlstands-)Verluste doppelt so sehr schmerzen wie gleich hohe Gewinne Freude bereiten".
Faktor Lebenszufriedenheit
Allerdings werde dabei vergessen, wie groß Deutschlands Wohlstand im Vergleich zu anderen Ländern sei, und dass deutsche Erwerbstätige für diesen Wohlstand in ihrem Arbeitsleben insgesamt deutlich weniger arbeiten müssten als in anderen Ländern.
Die positivere Beurteilung in skandinavischen Ländern hat auch damit zu tun, dass sie grundsätzlich zum Beispiel ihre subjektive Lebenszufriedenheit höher einschätzen als Menschen in anderen Ländern.
Dominik Enste, Verhaltensökonom am IW Köln
Auch das zeigt sich im jüngsten Eurobarometer:
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Allerdings: Auch wenn die Deutschen eher negativ auf die wirtschaftliche Lage blicken, sind sie mit ihrem Leben insgesamt doch zufriedener als EU-Bürger*innen im Schnitt.
Redaktion: Kathrin Wolff
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