Millionen für Chefs von Dax-Unternehmen:Studie: Wie viel CEOs in Deutschland verdienen
von Frank Bethmann
Zweistellige Millionengehälter für einzelne Vorstände von Dax-Unternehmen - sind diese Gehälter gerechtfertigt? Was die heute erschienene Studie zu Vorstandsgehältern zeigt.
Heute erscheint die alljährliche Vorstandsvergütungsstudie. Sie zeigt unter anderem, wie hoch die Gehälter von Managern in Deutschland sind.
13.08.2026 | 0:42 minRegelmäßig veröffentlicht die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München (TU) die Vorstandsvergütungsstudie. Allein ein Aspekt daraus sorgt jedes Jahr wieder für Aufmerksamkeit: die Millionen-Gehälter der Vorstände der 40 Dax-Unternehmen. Die DSW erachtet eine Deckelung der Gehälter bei zehn Millionen für sinnvoll.
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Doch die entscheidende Frage lautet längst nicht mehr allein: Wer verdient am meisten? Mindestens genauso interessant ist, wie sich die Vergütung zusammensetzt, woran sie geknüpft ist und ob sich die Bezahlung tatsächlich mit der Leistung des Unternehmens erklären lässt.
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11.02.2026 | 1:27 minAls CEO verdient man am meisten
2025 erhielt ein Dax-Vorstandsmitglied einschließlich der Vorstandsvorsitzenden durchschnittlich 3,909 Millionen Euro. Das sind 4,0 Prozent mehr als 2024. Betrachtet man allerdings nur die Vorstandsvorsitzenden, die CEOs, ergibt sich ein anderes Bild. Sie verdienten nämlich durchschnittlich 6,137 Millionen Euro und damit deutlich mehr als ihre Vorstandskollegen.
Mark Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer, sieht dafür eindeutige Gründe:
Die Zahlen passen zu dem grundsätzlichen Eindruck, dass sich die Rolle und eben auch die Vergütung der CEOs zunehmend von den ordentlichen Vorstandsmitgliedern abheben.
Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer
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01.09.2025 | 4:35 minMehr Geld für Chefs in Krisenzeiten?
Dies sei auch den unsicheren Zeiten geschuldet, so der Aktionärsvertreter. Vorstandschefs müssten in Krisenzeiten mehr Verantwortung übernehmen und eine Vielzahl von Entscheidungen treffen. Sie müssen gleichzeitig Unternehmen digitalisieren, Geschäftsmodelle klimafreundlich umgestalten und Lieferketten geopolitisch absichern. Deswegen, so Tüngler, könne eine hohe Vergütung angemessen sein, wenn sie begründbar ist.
Sie verliert jedoch zu Recht ihre Akzeptanz, wenn Leistung und Vergütung auseinanderfallen.
Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer
Kriege und Konflikte prägen die Nachrichten, doch die Finanzmärkte steigen. Auch der Dax erreichte zwischenzeitlich ein neues Hoch. ZDF-Korrespondent Frank Bethmann berichtet von der Börse.
05.08.2026 | 0:48 minAuch wenn Vergütungssysteme so komplex würden, dass selbst professionelle Investoren kaum noch nachvollziehen können, welche Leistung eigentlich honoriert wird, sei die Akzeptanz schwierig, so Tüngler weiter.
Ein Beispiel, bei dem Leistung und Vergütung zusammenhängen, bietet die Deutsche Bank. Sie erreichte im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis mit einem Gewinn vor Steuern von 9,7 Milliarden Euro. Auch deshalb verbesserten sich die Vergütungen von CEO Christian Sewing noch mal leicht.
- 31,7 Prozent wurden als Fixvergütung gezahlt.
- 26,1 Prozent beliefen sich auf kurzfristige variable Vergütungen.
- 42,2 Prozent auf langfristige variable Vergütungen.
Quelle: DSW-Vorstandsvergütungsstudie 2026
Gehalt orientiert sich an erreichten Zielen
Auch deswegen haben sich die Macher der Studie dieses Mal ganz genau angeschaut, wie leicht oder wie schwer es für die Spitzenmanager war, die vorher vereinbarten Ziele zu erreichen. An denen orientieren sich große Teile der Vergütung. Mit dem Ergebnis: Von den 40 Dax-Unternehmen lagen 27 über 100 Prozent der vereinbarten Ziele.
Ein System, in dem gut zwei Drittel der Unternehmen ihre eigenen Jahresziele übertreffen, kalibriert diese Ziele entweder konservativ - oder das Jahr war außergewöhnlich gut.
Prof. Jürgen Ernstberger, Technische Universität München, Lehrstuhl für Financial Accounting
Konservativ kalibrierte - also relativ niedrig gesetzte Ziele - sind für Jürgen Ernstberger, Professor für Financial Accounting an der TU München, nicht der Grund, sondern dass 2025 ein gutes Jahr war. Der Wissenschaftler vergleicht die Vergütungen mit der Dax-Entwicklung im vergangenen Jahr. Und da der Deutsche Aktienindex um mehr als 23 Prozent zulegen konnte, "wirken die Zahlen verhältnismäßig", erläutert Ernstberger.
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28.04.2026 | 1:00 minMehr Geld für Männer
Die 2025er-Zahlen zeigen aber noch etwas anderes. Männliche Vorstände verdienten durchschnittlich 17,9 Prozent mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. Dieser Unterschied lässt sich unter anderem auch auf eine Diskrepanz zwischen Männern und Frauen in der Besetzung der Funktion zurückführen. Nur vier der Dax-Vorstandsvorsitzenden sind Frauen.
Quelle: ZDF
KI-Ziele in Konzernen kaum relevant
Während neben dem eigentlichen Geschäftserfolg und dem Aktienkurs Nachhaltigkeitsziele eine immer größere Rolle bei der Vergütung der Top-Manager spielen, findet eines der wichtigen Zukunftsthemen, Künstliche Intelligenz, kaum Berücksichtigung. Ob KI-bezogene Ziele erreicht werden, haben nur sechs von 40 Dax-Unternehmen in ihrer kurzfristigen variablen Vergütung berücksichtigt; in langfristigen Komponenten gar nur eines - die Commerzbank. Das sei ein überraschender Befund, heißt es in der Studie.
Frank Bethmann ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.
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