Deutschlands Wirtschaft im dritten Quartal leicht gewachsen

Ökonomen warnen vor Beschönigung:Deutschlands Wirtschaft im dritten Quartal leicht gewachsen

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Die deutsche Wirtschaft ist trotz Belastungen leicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im dritten Quartal um 0,2 Prozent zu. Ökonomen warnen trotzdem.

Containerterminals im Hamburger Hafen bei Abenddämmerung. (Archiv)

Die Aussichten am deutschen Arbeitsmarkt verbessern sich erstmals seit Jahresbeginn. Grund für allzu viel Optimismus ist das aber nicht, die Industrie-Krise bremst weiterhin.

28.10.2026 | 0:32 min

Deutschlands Wirtschaft ist im dritten Quartal von Juli bis September stärker gewachsen als erwartet: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.

Die Konsumausgaben stiegen demnach laut vorläufigen Erkenntnissen leicht.

Statistisches Bundesamt: Exporte schwächer

Insgesamt zeichnet sich zunehmend eine Erholung der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr ab. Im dritten Quartal legten die Konsumausgaben nach Angaben der Statistiker leicht zu. Im ersten Quartal war das BIP um 0,4 Prozent gestiegen. Im zweiten Quartal legte es um 0,3 Prozent zu. Im Vorjahresvergleich lag die Wirtschaftsleistung laut Statistikamt im dritten Quartal um 1,3 Prozent höher.

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Schwächer entwickelten sich aber die Exporte von Waren "Made in Germany": "Die in der ersten Jahreshälfte noch sehr dynamische Entwicklung der Exporte schwächte sich im dritten Quartal 2026 merklich ab", stellte das Bundesamt fest. Auch die Investitionen gingen zurück.

Ökonomen: Plus liegt "am schuldenfinanzierten Fiskalpaket"

Zwar brachte das Niedrigwasser im Sommer die Erholung der deutschen Wirtschaft etwas ins Stocken. In den ersten beiden Quartalen hatte die deutsche Wirtschaft zum Vorquartal um 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent zugelegt. Doch der befürchtete Rückgang der Wirtschaftsleistung im Sommer blieb aus, obwohl niedrige Pegelstände am Rhein die Binnenschifffahrt gebremst und Branchen wie Chemie und Stahl belastet haben.

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Ökonomen sagten dazu in ersten Kommentaren: "Dass die Wirtschaft das nächste Plus liefert, liegt vor allem am schuldenfinanzierten Fiskalpaket. Ohne diesen künstlich initiierten Impuls hätte die Wirtschaftsleistung wohl stagniert", so Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bethman HAL. "Klar ist, dass vor allem die Fiskalimpulse für optisch ansprechende Wachstumsraten sorgen."

Ohne wachstumsfördernde Investitionen werden diese kaum über 2027 hinaus halten.

Alexander Krüger, Chefvolkswirt Bethman Hal

Volkswirte erwarten Jahresendspurt

Auch im laufenden vierten Quartal wird mit einem deutlichen Plus gerechnet. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich zuletzt weiter verbessert - laut ifo-Institut den sechsten Monat in Folge. Die Erwartungen, dass sich das Exportgeschäft belebt, sind nach jüngster Erhebung der Münchner Forscher so gut wie seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 nicht mehr.

ZDF-Korrespondent Bethmann ist zu sehen.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung dürfte die Konjunktur zum Jahresende zulegen. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann ordnet den Optimismus ein.

28.10.2026 | 1:19 min

Für das Gesamtjahr hob die Bundesregierung ihre Prognose an und rechnet mit 1,3 Prozent Wachstum der deutschen Wirtschaft. Das ifo-Institut erwartet ein Plus von 1,4 Prozent. Damit würde die jahrelange Flaute enden: 2025 hatte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent zugelegt, 2023 war die größte Volkswirtschaft Europas geschrumpft, 2024 stagniert.

Quelle: AFP, Reuters, dpa
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 28.10.2026 ab 15:44 Uhr in dem Beitrag "Arbeitsmarkt: Erste positive Signale".

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