2026 Wachstum von 1,3 Prozent erwartet:Bundesregierung hebt Wachstumsprognose an
"Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf Wachstumskurs": Das Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche erwartet mehr Wachstum und korrigiert seine Prognosen nach oben.
Wirtschaftsministerin Reiche hat am Donnerstag die Herbstprojektion der Bundesregierung vorgestellt. Erwartet wurde bereits zuvor ein deutlicher Anstieg der Wachstumsprognosen für dieses und nächstes Jahr.
08.10.2026 | 0:23 minDas Bundeswirtschaftsministerium hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr stark nach oben korrigiert. Für 2026 werde nun 1,3 Prozent Wachstum erwartet, wie das Ministerium von Katherina Reiche (CDU) am Donnerstag mitteilte. In der Frühjahrsprojektion war das Ministerium noch von 0,5 Prozent ausgegangen.
"Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf Wachstumskurs und hat sich als widerstandsfähiger erwiesen als erwartet", erklärte das Ministerium. "Ungeachtet des Konflikts im Nahen Osten und der gestiegenen Energiepreise expandierte sie im ersten Halbjahr 2026 kräftig." Positive Impulse kamen demnach vor allem vom Exportgeschäft sowie den hohen staatlichen Ausgaben.
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Reiche: Sondervermögen zeigt Wirkung
Die deutschen Exporteure hätten im zweiten Quartal von einer "Sonderentwicklung" profitiert: "Angesichts globaler Engpässe fanden Lageraufstockungen mit energieintensiven Gütern statt, die in Deutschland produziert wurden." Zugleich zeige das Sondervermögen für Verteidigung und Infrastruktur Wirkung.
Auch führende Wirtschaftsinstitute hatten zuletzt die Wachstumsprognose auf 1,3 Prozent angehoben.
24.09.2026 | 1:34 minFür das kommende Jahr hob das Ministerium seine Prognose von 0,9 auf 1,1 Prozent an. "Die weitere wirtschaftliche Entwicklung hängt wesentlich vom Verlauf der geopolitischen Konflikte im Nahen Osten und der Ukraine ab", erklärte es.
"Eine nachhaltige Lösung dieser Krisen, die auch zu sinkenden Energiepreisen führen dürfte, würde die Erholung beschleunigen." Weiterhin hohe Preise würden hingegen Unternehmen und private Haushalte belasten.
Wirtschaftsministerin fordert Strukturreformen
Ministerin Reiche hatte am Tag vor der Veröffentlichung der sogenannten Herbstprojektion die Notwendigkeit von Strukturreformen betont. Das Wachstum stehe noch auf wackligen Beinen, sagte sie.
Die Lage bleibt fragil.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
Reiche forderte deshalb flexiblere Arbeitszeiten, eine Stabilisierung der Sozialabgaben, weniger Bürokratie und wettbewerbsfähige Energiepreise.
Innerhalb der schwarz-roten Koalition sind Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt und die geplante Rentenreform politisch umstritten.
Die deutsche Wirtschaft wächst wieder, und einige Mittelständler wie Christian Stark bleiben zuversichtlich. Klare Rahmenbedingungen und Stabilität werden aber weiter gefordert.
25.09.2026 | 2:01 minDer Außenhandelsverband BGA und die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnten unterdessen vor überzogenem Optimismus. "Die Entwicklung der Exporte bleibt ohne eigene Dynamik", beklagte der Außenwirtschaftschef der DIHK, Volker Treier. Handelspolitische Unsicherheiten und strukturelle Standortnachteile bremsten die Exportwirtschaft schon wieder aus.
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