Weltcup-Auftakt: Riesenslaloms in Sölden:Emma Aicher: Cool bleiben und Shiffrin ärgern
von Elisabeth Schlammerl
Die deutschen Hoffnungen ruhen in der neuen Ski-Saison auf den starken Frauen um Emma Aicher. Aber auch die Männer haben aufgeholt und pirschen sich an die Weltspitze heran.
Emma Aicher will auch in der neuen Saison Gas geben. (Archivbild)
Quelle: dpa | Gabriele FacciottSölden ist bereit. Schnee gibt es dank eines Depots trotz des Hitze-Sommers und der schmelzenden Gletscher genügend. Die Piste für den Weltcup-Auftakt mit den beiden Riesenslalomrennen (24./25. Oktober) ist bestens präpariert.
Emma Aicher ist froh, dass es losgeht. "Ich freue mich, dass ich wieder Rennen fahren darf." Der Riesenslalom ist zwar ihre schwächste Disziplin, aber am Ende der vergangenen Saison hat sie bewiesen, dass nicht mehr viel fehlt auf das Siegerpodest. Ein bisschen mehr Konstanz im Riesenslalom, dann könnte sie die beste Skirennläuferin der Welt, Mikaela Shiffrin, noch ein bisschen mehr ärgern, ihr noch näher kommen.
Auftakt zum alpinen Ski-Weltcup: Die deutsche Skirennläuferin Emma Aicher gilt als Mitfavoritin auf den Gesamtweltcup.
21.10.2026 | 2:08 minShiffrins neue Saisonplanung
Die US-Amerikanerin hat angekündigt, sich in diesem Winter auf Riesenslalom und Super-G zu konzentrieren und nicht mehr alle Slaloms fahren zu wollen. In der vergangenen Saison hatte sie neun der zehn Rennen in dieser Disziplin gewonnen und am Ende den Gesamtweltcup mit 87 Punkten Vorsprung vor Aicher für sich entschieden.
Die Entscheidung um den Gesamtweltcup zwischen Emma Aicher und Mikaela Shiffrin fällt im letzten Saisonrennen. Aicher zeigt einen furiosen 1. Lauf, doch Shiffrin behält die Nerven.
25.03.2026 | 8:38 minEin Vorteil für die Deutsche? Vielleicht, aber zum einen kann Shiffrin auch im Riesenslalom und Super-G Rennen gewinnen. Zum anderen "sind so viele schnelle Mädels am Start, egal in welcher Disziplin", sagt Aicher. "Da muss man schon deutlich Gas geben." Aber das fällt ihr ja bekanntlich nicht schwer.
Trio auf Podestkurs
Auch nach ihren beiden olympischen Silbermedaillen und einer Saison, in der es viel besser gelaufen sei, "als ich es erwartet habe", verspürt sie keinen Druck und bleibt ganz cool.
Ich will mich auf meins konzentrieren und was ich besser machen kann. Den Rest kann ich nicht beeinflussen.
Emma Aicher
Viel hängt bei den Alpinen des Deutschen Skiverbandes derzeit von Aicher ab. Bei den Frauen gibt es in Kira Weidle-Winkelmann und Lena Dürr immerhin noch zwei weitere potentielle Spitzenathletinnen. Die beiden haben gemeinsam mit Aicher 15 der 16 deutschen Podestplätze im vergangenen Winter geholt.
Straßer allein unterwegs
Bei den Männern sieht es hingegen auf den ersten Blick nicht ganz so gut aus, weil Linus Straßer der einzige Podestfahrer ist. Nach einem Materialwechsel hatte er sich aber schwer getan und schaffte es nur einmal unter die besten Drei. Für die neue Saison ist er nach vielen Tests "vorsichtig optimistisch".
Alpin-Athletin Lara Gut-Behrami hat ihre Karriere im Alter von 35 Jahren beendet. Vergangene Saison war sie bereits verletzt ausgefallen.
05.08.2026 | 0:30 minAber er hadert ein wenig damit, dass er mittlerweile als deutscher Slalom-Solist unterwegs ist. "Das macht es nicht einfacher", sagt der 33-Jährige. Kein Vergleich im Training, kein Austausch. "Es wäre einfach schön, wenn man jemand im Team hat, der die gleichen Ziele vor Augen hat", sagt Straßer. Während der Saison will er sich deshalb im Training anderen Nationen anschließen.
Erwartungen ans Männerteam steigen
Aber auf dem zweiten Blick sind bei den deutschen Männern schon ein paar Hoffnungsschimmer zu erkennen. Im Riesenslalom haben Fabian Gratz und Anton Grammel im vergangenen Winter gezeigt, dass sie mit den Besten mithalten. Noch nicht in jedem Rennen und noch nicht in zwei Läufen, doch sie pirschen sich an die Elite heran.
Sportvorstand Wolfgang Maier erwartet weitere Schritte vor allem von seinen Riesenslalomläufern. Am Ende soll "einer unter den besten Acht und mindestens zwei unter den besten 15" in der Weltrangliste stehen. Insgesamt sieht er die deutschen Männer "auf einem wirklich guten Weg", vor allem weil ein paar Nachwuchsathleten "coole Fortschritte" gemacht haben.
In erster Linie ist dies Nickco Palamaras. Der 22-Jährige, der schon einen Kreuzbandriss hinter sich hat, gibt in Sölden sein Weltcup-Debüt. Er überzeugte bei den gut besetzten Südamerika-Rennen im August ebenso wie Felix Rösle und Benno Brandis aus dem Abfahrtsteam. Für alle drei geht es aber erst einmal darum, sich langsam im Weltcup zu etablieren. Wunderdinge erwartet von ihnen noch niemand.
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