Eishockey-WM: Deutsche Frauen träumen vom Halbfinale

Vor dem Start der WM in Dänemark:Deutsche Eishockey-Frauen träumen vom Halbfinale

von Bernd Schwickerath

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Vor dem WM-Auftakt gegen Österreich traut sich das DEB-Team "alles" zu. Das ist etwas viel des Guten, aber nicht nur das neue Turnierformat kommt den Deutschen entgegen.

Die deutschen Eishockeyspielerinnen Daria Gleissner und Ronja Harkbeim bei dem Vorrundenspiel der Frauen zwischen Deutschland und Frankreich im Rahmen der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand, Italien, am 09.02.2026.

Voller Zuversicht vor der WM: Daria Gleissner und Ronja Hark (Archivbild).

Quelle: Peter Kneffel/dpa

Manchmal haben Lilli und Luisa Welcke mal erzählt, machen sie sich einen Spaß daraus: Wenn eine Teamkollegin meint, die eineiigen Zwillinge sehr wohl unterscheiden zu können, tauschen die beiden im Teamhotel heimlich die Zimmer, um das Gegenteil zu beweisen. Oder wenn der Trainer sie verwechselt, dann antworte sie einfach für ihre Schwester, sagte Lilli lachend.

Böse ist ihnen darum niemand bei den deutschen Eishockey-Frauen. Sie sind froh, dass es gleich zwei Welckes gibt, die jahrelang am College in den USA ausgebildet wurden. Was man dieser Tage wieder gegen Japan (5:1) und Dänemark (5:0) sah. Fünf Tore schossen die 24 Jahre alten Schwestern in den Testspielen vor der Weltmeisterschaft im dänischen Esbjerg.

Die deutschen Eishockeyspielerinnen (l-r) Luisa Welcke, Svenja Voigt und Lilli Welcke posieren am 03.02.2026 vor ihren Smartphones in Cortina, Italien.

Die deutschen Eishockeyspielerinnen Luisa Welcke, Svenja Voigt und Lilli Welcke (v.l.n.r., Archivbild).

Quelle: Peter Kneffel/dpa

Russland bleibt bei der Frauen-WM außen vor

Heute geht es los für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) - zur Erleichterung aller ohne Diskussion wie bei den Männern über eine Rückkehr Russlands. Bei den Frauen kann die "Sbornaja" frühestens nächstes Jahr einsteigen. Also geht es jetzt rein um das, was auf dem Eis passiert.

Dort wartet zum Auftakt am Abend Österreich. Gewinnen die Deutschen, haben sie das Viertelfinale fast schon sicher. Aber das reicht ihnen nicht mehr. Schon vor Olympia in Mailand gab es neue selbstbewusste Töne, nun wieder: "Das Ziel ist, einmal den einen Schritt weiterzugehen", sagt Torhüterin Sandra Abstreiter.

Eishockey-WM: Kontantin Klostermann

Breiter Widerstand mit Boykott-Ankündigungen regt sich bei vielen Ländern gegen eine Teilnahme Russlands an der Eishockey-WM der Männer 2027 in Deutschland. ZDF-Redakteur Kontantin Klostermann ordnet ein.

04.11.2026 | 2:56 min

Klare Hierarchie: USA vor Kanada

Kapitänin Daria Gleißner ist sogar noch mutiger: "Ich traue uns alles zu." Wobei "alles" kaum möglich sein dürfte, dafür sind die Hierarchien zu klar. Oben thronen die USA und Kanada, die bislang sämtliche Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften oder Olympia gewannen. Dahinter streiten sich Finnland, Schweden, Tschechien und die Schweiz um Bronze.

Erst dann kommen die Deutschen. Aber dieses Jahr soll das anders sein. "Mit Tschechien und der Schweiz können wir auf Augenhöhe mithalten", ist sich Verteidigerin Ronja Hark sicher. Erstens wird das eigene Team immer besser, zweitens kommt ihm das neue Turnierformat entgegen.

  • WM 2017: USA (Gold), Kanada (Silber), Finnland (Bronze)
  • Olympia 2018: USA, Kanada, Finnland
  • WM 2019: USA, Finnland, Kanada
  • WM 2021: Kanada, USA, Finnland
  • Olympia 2022: Kanada, USA, Finnland
  • WM 2022: Kanada, USA, Tschechien
  • WM 2023: USA, Kanada, Tschechien
  • WM 2024: Kanada, USA, Finnland
  • WM 2025: USA, Kanada, Finnland
  • Olympia 2026: USA, Kanada, Schweiz

Novum: Zwei gleich starke Gruppen

Früher trafen sich in der Gruppe A die fünf Topnationen, die bereits alle für das Viertelfinale qualifiziert waren. In der Gruppe B spielte der Rest um die übrigen drei Plätze. Aber wer das nicht als Gruppenerster schaffte, konnte schon mal die Koffer packen, denn im Viertelfinale warteten die Nordamerikanerinnen.

Nun gibt es zwei gleich starke Gruppen. Deutschland trifft neben Österreich auf die USA, Tschechien und die Schweiz. Da könnten schon zwei Siege reichen, um im Viertelfinale den Kanadierinnen aus dem Weg zu gehen. Und dann sei alles möglich.



Wenig Wechsel, aber auch wenig Breite

Der Vorteil des DEB-Teams: Seit Jahren gibt es kaum Wechsel im Kader, selbst die Sturmreihen sind fast immer dieselben. Was aber auch zeigt, wie wenig Breite es gibt. Eishockey ist für Frauen in Deutschland eben meist ein Hobby - wenn sie nicht einen der wenigen Bundeswehrplätze ergattern oder es ins Ausland schaffen.

In Schweden wird gezahlt, und vor allem in Nordamerika, in der PWHL. Ähnlich wie die NHL bei den Männern wird die Profiliga immer mächtiger. Ihretwegen wurde die WM verschoben, vom alten April-Termin in den November, damit die PWHL nicht unterbrechen muss.

Oliver Achermann (Österreich) und Tim Brunnhuber (Deutschland).

André Rankel hat einen erfolgreichen Einstand als Eishockey-Bundestrainer gefeiert. Sein DEB-Team gewann zum Auftakt beim Deutschland Cup in Düsseldorf mit 3:0 gegen Österreich.

06.11.2026 | 1:11 min

Immer mehr Deutsche in der Profiliga

Auch drei Deutsche haben es in die Liga geschafft, die nun ein Mindestgehalt von 42.000 Dollar pro Saison zahlt: Torfrau Sandra Abstreiter (Hamilton), Verteidigerin Nina Jobst-Smith (Detroit) und Stürmerin Laura Kluge (Boston). Kluge trifft dort nach der WM auf Luisa Welcke, die zum Probetraining eingeladen wurde. Ihre Schwester Lilli wird in Minnesota vorspielen.

Vielleicht werden die Zwillinge also bald erstmals gegeneinander spielen. Aber für einen Job in der PWHL wäre es ihnen das wert. Ihre Späße können sie ja noch in der Nationalmannschaft machen - und läuft alles glatt, dauert die WM diesmal sogar etwas länger für das deutsche Team.

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Quelle: Reuters

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Über die Eishockey-Weltmeisterschaften der Männer und Frauen berichtete das ZDF am 04.11.2026 um 12:33 Uhr in dem Beitrag Klostermann: "Eishockey-WM steht tatsächlich auf der Kippe".

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