München als deutscher Olympia-Bewerber:Klopp, Kanzler, Kosten: So geht es im Olympia-Rennen weiter
von Lars Becker
Nach dem Zuschlag für München als deutschen Olympia-Bewerber blickt eine prominente Runde im ZDF-Sportstudio voraus: So stehen die Chancen - und so geht es jetzt weiter.
München ist zu Deutschlands Olympia-Bewerber gewählt worden. Wieso die Stadt gewonnen hat und wie hoch ihre Chancen auf die Spiele sind.
26.09.2026 | 40:58 minMichael Mronz war bei den Asian Games kürzlich ein gefragter Gesprächspartner. Das Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wurde von vielen Funktionärs-Kollegen auf Deutschlands neuen Anlauf für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 angesprochen. "International gibt es großes Interesse an der Bewerbung Deutschlands", versicherte Mronz im aktuellen sportstudio des ZDF am Samstagabend (26. September).
München wird für Deutschland als Ausrichter der olympischen Sommerspiele kandidieren. Welche Chancen und welche Risiken birgt das Unterfangen?
26.09.2026 | 2:45 minMünchens "Strahlkraft" entscheidet
Wenige Stunden zuvor hatte die außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) München mit deutlicher Mehrheit im Duell mit Köln-Rhein-Ruhr zum deutschen Olympia-Bewerber gekürt. "Die Verbände haben wegen der größeren internationalen Strahlkraft für München entschieden und was für die Athleten besser ist", analysierte der neue Sport-Staatsminister Ronald Rauhe im ZDF-Sportstudio.
Wichtig sei nun, in Deutschland gemeinsam das Feuer für das Großevent und den Sport generell zu entfachen - dabei sei auch eine bessere Unterstützung von Sportlern und besonders Trainern wichtig.
Zumindest bei der Olympia-Bewerbung ist Unterstützung von höchster politischer Ebene gewiss. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündete persönlich die Entscheidung für München und Bundeskanzler Friedrich Merz soll international die Werbetrommel rühren.
Dem Kanzler ist bewusst, dass er in Aktion treten muss.
Ronald Rauhe, Sport-Staatsminister
Einen ersten Kontakt mit IOC-Präsidentin Kirsty Coventry habe es bereits gegeben, man werde nun in der Politik an einer Roadmap bis zur Vergabe der Olympischen Spiele 2036 im Jahr 2029 arbeiten.
Die Entscheidung ist gefallen: Deutschland geht mit München als Olympia-Kandidat ins Rennen. ZDF-Reporter Markus Harm berichtet.
26.09.2026 | 0:55 minFrühjahr 2027 erste Hürde für München im Olympia-Rennen
Die erste Entscheidung im Rennen um das Mega-Sportevent fällt jedoch bereits im kommenden Frühjahr 2027. Dann wird das IOC aus der Vielzahl von Interessenten - von Budapest über Istanbul, bis Indien, Katar oder Ägypten - eine erste Vorauswahl treffen.
Es dürfte eine Reduzierung auf vier bis sechs Kandidaten aus verschiedenen Kontinenten geben.
Michael Mronz, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)
München habe sehr gute Chancen, diese erste Hürde zu überspringen und in den sogenannten "strategischen Dialog" mit dem IOC einzutreten - die nächste Phase des Bewerbungsverfahrens.
Siebenmal in Folge scheiterte Deutschland seit den Sommerspielen 1972 in München mit seinen Olympia-Bewerbungen, diesmal soll jedoch alles besser werden. München habe als Ausrichter der European Championships 2022, der Europameisterschaften in mehreren Sportarten, bewiesen, dass es sportliche Großereignisse mit begeisternden Momenten ausrichten könne. Zudem sei Deutschland als verlässlicher Partner für Rechtssicherheit und Vertragstreue bekannt.
München hat den Zuschlag für die deutsche Olympia-Bewerbung für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 erhalten. München ist immer wieder Austragungsort großer Sport-Events.
26.09.2026 | 1:00 minUm den Zuschlag zu bekommen, sei laut Mronz eine "gute Story" wichtig - so wie sie das australische Brisbane vor seinem Zuschlag für Olympia 2032 präsentiert habe. Bei der weiteren Entwicklung der Olympia-Bewerbung Münchens forderte Ruderin Pia Greiten als Präsidentin der Athleten Deutschlands "mehr Mitspracherecht" für die aktiven Sportler ein. DOSB-Präsident Thomas Weickert räumte im ZDF in diesem Punkt "Optimierungsbedarf" ein.
Mit 4,9 Milliarden Euro reinen Organisationskosten - gedeckt von Ticket-Einnahmen und IOC-Zuwendungen - rechnet München im Fall eines Zuschlags. Dazu kommen nach den Worten von Oberbürgermeister Dominik Krause noch einmal fünf Milliarden Euro für Infrastruktur-Investitionen. Unkalkulierbar sind die Sicherheitskosten - Paris hatte bei den Sommerspielen 2024 dafür 1,44 Milliarden Euro ausgegeben.
Wer wird DOSB-Präsident?
Ob er selbst dabei noch eine Rolle spielen wird, ist allerdings ungewiss. Weickert will sich erst "nächste Woche dazu äußern" ob er Ende dieses Jahres für eine Wiederwahl als DOSB-Präsident zur Verfügung steht. Michael Mronz werden Ambitionen auf den höchsten Posten im deutschen Sport nachgesagt, bestätigen wollte er das im ZDF-Sportstudio jedoch nicht direkt. Der Respekt gebiete, Weickerts Entscheidung und die Empfehlung der Findungskommission abzuwarten.
Wer also den deutschen Sport in die Olympia-Bewerbung führen wird, ist ungewiss. Eins ist laut des neuen Fußball-Bundestrainers Jürgen Klopp jedoch klar. "Deutschland ist das perfekte Land für Olympia. Das wird uns in unterschiedlichsten Bereichen guttun", so Klopp zum ZDF.