Handball-EM: Dänemark vor Finale gegen Deutschland mit Sorgen

Dänemark geht mit Sorgen ins EM-Finale:Mathis Gidsel und der Kampf gegen die Zweifel

von Erik Eggers

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Im Halbfinale der Handball-EM gegen Island haben sich die Dänen verwundbar gezeigt. Das Selbstverständnis des Topfavoriten um Superstar Gidsel scheint gelitten zu haben.

Der dänische Handballspieler Mathias Gidsel setzt im Sprung zum Wurf an im Europameisterschaftsspiel gegen Island

Auf ihn wird es im Finale gegen Deutschland ankommen: der dänische Weltklasse-Handballer Mathias Gidsel.

Quelle: IMAGO / wolf-sportfoto

Selbstzweifel sind Mathias Gidsel an sich fremd. Der dänische Rückraumstar zieht sein Selbstvertrauen unter anderem aus drei WM-Titeln. Aber nach dem schwer erkämpften 31:28 des dänischen Gastgebers gegen Island im Halbfinale der Handball-EM kam dem 26-jährigen Linkshänder doch der Gedanke an eine Niederlage. "Okay, vielleicht schaffen wir das heute nicht", habe er in der ersten Halbzeit gedacht.

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Vollbringen die deutschen Handballer bei der EM ihr Meisterstück? Dazu müsste im Finale am Sonntag, 18 Uhr (ZDF), gegen die favorisierten Dänen alles klappen.

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Es kam dann doch anders. Dass der Gastgeber die zumeist dänischen Fans unter den 15.000 Zuschauern in Herning und sechs Millionen Dänen nicht in eine kollektive Depression stürzte, daran hatte auch der zweimalige Welthandballer erneut großen Anteil. Sieben Tore in sieben Versuchen erzielte der Profi von den Füchsen Berlin. Mit nun 61 Toren ist gar der historische Torrekord des Norwegers Sander Sagosen (65 Tore) in Reichweite.

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Gidsel im Finale gefordert

Auch im Finale gegen Deutschland (ab 17.50 Uhr live im ZDF) wird es für die Dänen auf Gidsel ankommen. Der Heimsieg der Skandinavier ist fest einprogrammiert, da sie die Deutschen in den vergangenen Jahren stets souverän beherrscht hatten. Im Olympiafinale von 2024 überrannten sie das Team von Alfred Gislason in der ersten Halbzeit förmlich und siegten mit 39:26.

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Auch bei dieser EM hatten sich die Dänen in der Hauptrunde gegen den Nachbarn am Ende souverän durchgesetzt. Aber bei diesem 31:26-Sieg hatten die Deutschen immerhin 40 Minuten gut mithalten können, obwohl Gislason die beiden Stammspieler auf den Flügeln, Lukas Zerbe und Lukas Mertens, und auch Torhüter Andreas Wolff geschont hatte.

 Lob für das deutsche Team

Das Hauptrundenspiel sei "eigentlich egal", betonte daher Gidsel. "Ein Finale hat sein eigenes Leben." Er habe einen "Riesenrespekt" vor den überraschend starken Deutschen.

 

Sie haben nicht nur einen Schritt nach vorne gemacht, sie haben zwei Schritte nach vorne gemacht.

Mathias Gidsel über das deutsche Team

Sollte Gidsel im Endspiel noch einmal seine Spitzenklasse demonstrieren, wäre dies freilich eine nahezu unmenschliche Leistung. Der Linkshänder hat in den acht bisherigen Partien fast immer durchgespielt. Trainer Nikolaj Jacobsen ließ Gidsel sogar gegen Außenseiter Rumänien mehr als 50 Minuten auf der Platte. Gegen Island notierten die Statistiker 58:26 Minuten Einsatzzeit.

Gidsel: Der Schwerstarbeiter des Turniers

Während Gislason im gesamten Team die Lasten verteilte, ist Gidsel ist also der Schwerstarbeiter des internationalen Handballs. Das ist einerseits dem Willen des Stars geschuldet, immer spielen zu wollen. Auf der anderen Seite geht Nationaltrainer Jacobsen mit dieser Strategie ein enormes Risiko ein.

Johannes Golla (Deutschland, Nr. 4) im Duell mit Mathias Gidsel (Dänemark, Nr. 19) beim Hauptrundenspiel der EHF-EM.

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Experten sehen darin gar den Hauptgrund, dass Dänemark, die unbestritten stärkste Mannschaft, seit 2012 keine Europameisterschaft mehr gewinnen konnte, die als schwerstes Turnier der Welt gilt. Im letzten EM-Finale in Köln scheiterte das Team an Frankreich, auch weil Gidsel in der Verlängerung die Kräfte verließen. 2022 unterlag Dänemark im Halbfinale den Spaniern.

Personalsorgen im Mittelblock bei Dänemark

Auch die zentrale Abwehr der Dänen könnte sich nun zu einer Problemzone entwickeln. Denn sollte nach dem Ausfall von Lukas Jörgensen (Kreuzbandriss) und Emil Bergholt (Fußverletzung) im Endspiel auch Simon Hald (Kopftreffer im Island-Spiel) fehlen, stünde mit Magnus Saugstrup nur noch ein gelernter Mittelblocker zur Verfügung.

Saugstrup, der zudem als Kreisläufer auch im Angriff schuften muss, stand gegen Island über 57 Minuten auf dem Spielfeld. Der 29-Jährige vom SC Magdeburg muss gegen Deutschland noch einmal auf die Zähne beißen. Ansonsten dürfte noch mehr Dänen der Gedanke an eine Niederlage kommen.

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