Handball-Märchen nimmt Gestalt an:Deutsche Deckung steht wie eine Mauer
von Erik Eggers
Nach dem 31:28 gegen Kroatien haben die deutschen Handballer die erste EM-Medaille seit 2016 sicher. Die starke Abwehr lässt sie gar an den Titel im Finale gegen Dänemark glauben.
Deutschland steht dank einer famosen Teamleistung im EM-Endspiel. Die DHB-Auswahl schlägt Kroatien mit 31:28 (17:15). Es winkt der erste Titel seit zehn Jahren.
30.01.2026 | 6:27 min
Das Lächeln des Justus Fischer konnte nicht breiter sein. Der Kreisläufer von der TSV Hannover-Burgdorf ist ohnehin eine Frohnatur, immer für einen Gag gut. Aber nach dem hart erkämpften 31:28 (17:15)-Sieg im EM-Halbfinale gegen Kroatien ging ihm das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. "Das ist einfach Freude pur", jubelte der 22-Jährige, als die erste EM-Medaille für das deutsche Team seit dem Titel 2016 feststand.
Gegner in dem Endspiel der 17. EM am Sonntag (18 Uhr, live im ZDF) ist Weltmeister Dänemark, welches sich im Duell gegen den Außenseiter Island erwartungsgemäß mit 31:28 (14:13) durchsetzte. Gegen die Dänen hatte die DHB-Auswahl in der Hauptrunde deutlich verloren (26:31). Aber nicht nur Lukas Zerbe, der mit sechs Toren erfolgreichste Schütze, glaubt nun auch an den ganz großen Triumph.
Wenn wir so verteidigen wie heute, können wir jede Mannschaft schlagen.
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Lukas Zerbe
EM-Halbfinale: Wolff bester Spieler des Matches
Als bester Spieler dieses Matches wurde zwar Torhüter Andreas Wolff ausgezeichnet, der mit 13 Paraden (Fangquote) sein Gegenüber ausgestochen hatte und in wichtigen Momenten zur Stelle war. Aber Fischer hatte diesen Award ebenso verdient. Denn der Rechtshänder hatte nicht nur vier Treffer in vier Versuchen erzielt. Sondern er hatte mit seinen Blocks in der Defensive den kroatischen Rückraum zermürbt.
Andreas Wolff ärgerte sich wegen der Nachlässigkeiten der deutschen Mannschaft gegen Ende des Halbfinals gegen Kroatien. Weitere Stimmen von Alfred Gislason und Renar Uscins.
30.01.2026 | 6:18 minDen Höhepunkt der leidenschaftlichen Verteidigungskunst Fischers erlebten die 15.000 Fans in der ausverkauften Jyske Bank Boxen zu Herning ab Minute 33. Bis dahin hatten die Kroaten, da sie im Angriff oft in 7:6-Überzahl agierten, oft aus naher Distanz gegen Wolff werfen - und damit das Spiel offen gestalten können.
Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, Andi mehr zu helfen, dass wir mehr unsere Arme hochnehmen.
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Justus Fischer
Fischer mit drei Blocks in einer Minute
Dieser Wille Fischers drückte sich aus, indem er drei aufeinanderfolgende Würfe der Kroaten aus dem Rückraum wegblockte - und damit die beste Phase seines Teams initiierte. "Diese Sequenz nach der Halbzeit", sagte der Abwehrkünstler nach Abpfiff, "die war schon ganz cool". Sein Team habe sich in diesen Minuten "in einen Flow verteidigt".
Die Kroaten verzweifelten nun an der deutschen Defensive. Sie erlebten den nächsten Nackenschlag, als Wolff in der 47. Minute einen Tempogegenstoß von Glavas parierte - und Rune Dahmke den abgeprallten Ball mit einer gehechteten Flugeinlage absicherte.
Dänemark folgt Deutschland ins Finale der Handball-EM. Im Halbfinale schlug der Weltmeister das Team von Island erwartungsgemäß mit 31:28.
30.01.2026 | 5:10 minJohannes Golla: Stolzer Kapitän
Kein Wunder, dass Kapitän Johannes Golla, der in der Abwehrmitte mit Fischer ein Bollwerk bildete, auf die aggressive und dennoch faire deutsche Defensive stolz war. "Das hat deutsche Mannschaften immer ausgezeichnet, dass sie eine solche Mauer hinstellen kann", sagte der 28-Jährige.
Diese menschliche Mauer war die Grundlage, dass sich das deutsche Team nun auch im Angriff steigerte und bis Minute 40 auf 24:17 davonziehen konnte, als Julian Köster aus dem Rückraum traf. "In dieser Phase hat bei uns alles funktioniert", sagte Golla. Auch die Flügelspieler Zerbe und Lukas Mertens glänzten mit herausragenden Quoten (zehn Tore in elf Versuchen).
Herausragende Flügel mit Zerbe und Mertens
Obwohl die deutsche Offensive in der Folge gegen die kroatische 5:1-Deckung in Nöte geriet und sich einige Ballverluste leistete, konnte sie diesen Vorsprung am Ende doch recht souverän nach Hause bringen, indem Zerbe zwei Siebenmeter cool verwandelte.
"Ich bin extrem stolz auf die Jungs", sagte Bundestrainer Alfred Gislason, als die DHB-Auswahl das vierte EM-Endspiel nach 2002, 2004 und 2016 perfekt gemacht hatte. Dieses Finale zu erreichen sei eine "phänomenale Leistung". Vor allem die herausragende deutsche Abwehr nährt die Hoffnungen auf den ersten großen Titel eines deutschen Teams seit EM-Gold 2016.





Es war mutmaßlich das beste Spiel des bisherigen Turniers: Dänemark und Island lieferten sich einen erbitterten Kampf um den Einzug ins Finale, am Ende behält der amtierende Weltmeister die Oberhand und schlägt tapfere Insulaner am Ende mit 31:28. Von Beginn an prägte das Tempospiel die Partie, zwei Mannschaften mit ähnlicher Spielanlage lieferten sich ein beherztes und emotionales Duell auf Augenhöhe. Die Isländer konnten sich erstmals auf drei Tore absetzen Dank einer doppelten Überzahl. Doch die Dänen hielten Schritt, die invididuelle Klasse war auf beiden Seiten kaum zu bremsen. Das Match hatte derart viele Highlights, jede Aktion wurde angenommen, als ob es bereits um den Titel ginge. Mit vielen Zweikämpfen und körperlicher Gangart häufte sich die Siebenmeterflut, in Summe waren es ganze 19 Strafwürfe, wobei die Torhüter satte sieben Stück vereiteln konnten. Lange hielten die Insulaner den Druck hoch, am Ende setzten sich die Gastgeber mit dem längeren Atem ab. Das Team von Trainer Snorri Guðjónsson muss sich trotz der vermeintlich besten Turnierleistung knapp geschlagen geben, die Mannen von Trainer Nikolaj Jacobsen mussten aber auch alles auf der Platte lassen, um den erwartungsgemäßen Sieg einzufahren. Weiter geht es am Sonntag: Island trifft im kleinen Finale auf Kroatien, Dänemark stellt sich im Kampf um den EM-Titel zum zweiten Mal der deutschen Nationalmannschaft. Einen schönen Abend noch!


Der Spielmacher setzt den Schlusspunkt einer überragenden Partie, das war Werbung für den Sport!



Deckel drauf! Dänemark wird ins Finale einziehen und am Sonntag gegen Deutschland um Gold spielen.


Bis kurz vor Ende sind die Isländer noch in Unterzahl, damit sollten die Dänen die Partie jetzt in den sicheren Hafen bringen.


Der Kieler Linksaußen macht den Deckel drauf! Im Normalfall sollten sich die Dänen das nicht mehr nehmen lassen, die Abschlussquote im zweiten Durchgang ist schlichtweg zu hoch für die Isländer, um hier noch mitzuhalten.

Es darf nochmal der Linkshänder zum Siebenmetern mit viel Frust donnert Kristjánsson die Kugel mittig unter die Latte.

Der Linksaußen bleibt bei makelloser Quote.

Unabhängig vom Ausgang der Partie: Smárason spielt hier vorne wie hinten mit MVP-Status. Seine Durchbrüche vorne sind überragend, hinter verteidigt er dauerhaft auf der rechten Seite gegen Gidsel - mit Erfolg.




Pytlick stellt die Weichen auf Sieg! Im Durchbruch halten die Dänen hier die Fahnen hoch, konservieren den Abstand jetzt.

Ein herrlicher Dreher vom Kreis!

Wahnsinn! Das ist auf den Punkt gespielt! Gidsel gewinnt den Zweikampf im Zentrum, Viðarsson verspekuliert sich beim Versuch des Abfangens, dann leitet Lauge hinter dem Rücken nach Außen weiter, Landin bleibt eiskalt auf dem linken Flügel.




Den Dänen gehen die Kreisläufer aus! Auch Simon Hald kann seit Längerem nicht mehr mitwirken, so muss der nachgezogene Arnoldsen jetzt im Mittelblock aushelfen. Gegen die schnellen Beine von Smárason kommt der Rückraumshooter dann aber zu spät von der Seite.


Der Rechtsaußen ist kaum zu bremsen! Aus gutem Winkel bringt Hansen die Kugel im langen Eck unter.

Nächster Siebenmeter, der in den Maschen landet! Die Dänen wirken derweil nicht besonders souverän, Island lässt nicht locker und bleibt den Hausherren auf den Fersen.






Der Welthandballer übernimmt! Im Zentrum wackelt sich Gidsel mit hoher Intensität gegen die Hand durch, erzielt seinen sechsten Tagestreffer.


Aus mittigen neun Metern klinkt Magnússon das Leder gegen die Laufrichtung oben rechts in die Ecke.




Im Zeitspiel finden die Isis keine Lösung, Viðarsson läuft am Ende durch den Kreis. Dann geht es schnell in den erweiterten Gegenstoß, am Ende wird über links abgeräumt, Landin knüppelt das Spielgerät oben rechts in den Winkel.

Führungswechsel! Hansen kann es auch aus dem Feld, in Überzahl bringt der rechte Flügelspieler die Pille sicher ins lange Eck.


Wieder ein Siebenmeter, wieder gegen Routinier Björgvin Gústavsson, wieder ist es der Aufsetzer in die rechte Seite.

Gegen den Durchbruch von Pytlick stellt der Rechtsaußen die Hüfte rein, Rikhardsson muss für zwei Minuten auf die Bank.

Wenn im Tempo nichts geht, dann nehmen die Insulaner das Tempo komplett raus. In ruhiger Manier wird sicher aufgebaut, dann zieht Kristjánsson den Zweikampf an, tankt sich gegen die Hand durch und markiert den erneuten Führungstreffer.





Es ist schon der 13. Siebenmeter in diesem Match, die Flut an Strafwürfen reißt nicht ab. Mit Hansen und Þorkelsson sind aber zwei ganz starke Schützen gefunden, der Linksaußen knüppelt die Pille rechts unter die Latte.

Die Toptorjäger brauchen Entlastung, Arnoldsen liefert ab. Der Youngster bringt das Leder fast aus dem Stand bei einer Entfernung von neun Metern unten links in die Ecke.

Einmal mehr geht es über den Kreis, Viðarsson setzt sich körperlich stark durch.

Im Prinzip ein Spiegelbild der vorangegangenen Situation: Die Isländer wechseln den Torwart, Björgvin Gústavsson darf sich gegen Jóhan Hansen versuchen, der Linkshänder bringt das Leder aus sieben Metern mit einem Aufsetzer in die rechte Torhälfte.

Jetzt sind es die Dänen, die erstmals den Torwart für einen Siebenmeter wechseln. Kevin Møller darf sich zwischen den Pfosten versuchen, doch gegen den platzierten Abschluss ins linke Eck von Þorkelsson ist der Flensburger Routinier chancenlos.


Ausgleich! Die Insulaner nutzen die Überzahl souverän, mit einer Sperre von Viðarsson wird der entsprechende Freiraum geschaffen. Smárason kommt zum freien Wurf und verwandelt sicher unten links in der Ecke.

Hinten pariert Viktor Hallgrímsson gegen Pytlick, im Gegenzug klatscht Landin seinem Gegenspieler Ómar Ingi Magnússon die Hand ins Gesicht.



Im zweiten Halbfinale liefern sich Dänemark und Island einen heißen Schlagabtausch, zur Pause führt der amtierende Weltmeister knapp mit 14:13. Von Beginn an war es ein intensives und emotionales Duell, bei dem sich beide Seiten früh mit ersten Zeitstrafen konfrontiert sahen. Mit viel Tempo war die Flucht nach vorne auf der Tagesordnung, schnelle Abschlüsse im erweiterten Gegenstoß prägten die Partie. Erstmals sahen sich die Dänen mit einem Drei-Tore-Rückstand konfrontiert, in doppelter Unterzahl waren es drei Tore in Folge von Ómar Ingi Magnússon, die den Unterschied machten. Kontinuierlich robbten sich die Skandinavier wieder heran, übernahmen die Führung, konnten sich aber nicht absetzen. Die Insulaner hielten stark dagegen, nahmen die zahlreichen Zweikämpfe auf beiden Seiten des Feldes an. Daraus resultierte eine Flut an Siebenmetern, nach zwei vergebenen Chancen auf beiden Seiten waren die sicheren Schützen in Jóhan Hansen und Orri Freyr Þorkelsson aber gefunden. Die Torhüter setzten partiell immer wieder Akzente, in Summe ist das Match aber komplett ausgeglichen. Es warten noch 30 weitere Minuten im Kampf ums Finale, bis gleich!




Ob der vielen gewonnenen Zweikämpfe mit Kontakt hält die Flut an Strafwürfen an. Linkshänder Hansen bringt seine Farben mit einem platzierten Aufsetzer erneut ins Tor.

Dieses Mal hat Keeper Emil Nielsen den Wurf gerochen, doch auch dieser Strafwurf geht knapp über das hochschnellende Bein in den Kasten.

Was für eine Einzelleistung, der Welthandabller übernimmt im Zweikampf mit seiner individuellen Klasse.

Ein gänzlich anderer Wurftyp, da hat Emil Nielsen noch nicht das nötige Feintuning: Auch im zweiten Anlauf zirkelt Þorkelsson den Siebenmeter, dieses Mal mit einem Kopfroller, in die Maschen.

Fürs lautstarke Meckern sprechen die Schiedsrichter den gelben Karton als Verwarnung aus.

Den nächsten Siebenmeter übernimmt Rechtsaußen Jóhan Hansen, einmal angetäuscht, bringt der Linkshänder die Kugel mit einem Aufsetzer durch die Beine von Viktor Hallgrímsson.


Doch nur wenige Sekunden später klingelt es auf der anderen Seite, Gidsel legt im erweiterten Gegenstoß nach.

Kurzer Führungswechsel...






Im dritten Anlauf übernimmt den Linksaußen die Verantwortung. Mit dem Pfiff scort Þorkelsson mit einem lockeren Gegendreher, davon schien Emil Nielsen durchaus überrascht.



Mit einem 3:0-Lauf sichern sich die Dänen hier die erste eigene Führung!





Die Gastgeber spielen die Überzahl auf den Punkt runter, das kongeniale Duo aus Gidsel und Pytlick filetiert die Abwehr förmlich. Mit langen Schritten zieht der Flensburger ebenfalls zum Durchbruch und behält die Nerven vor Viktor Hallgrímsson.

In Überzahl gehen die Dänen gewohnter maßen auf das Sieben gegen Fünf, mit einer starken Sperre von Saugstrup ist der Weg für den Superstar frei zum Tor.

Bisher machen die norwegischen Unparteiischen einen überragenden Job: Mit klarer Linie und guter Kommunikation lassen sie sich nicht von der Kulisse beeindrucken. Nach einem harten Schlag von Viðarsson gegen den hals von Gidsel wird es nach Ansicht des Videobeweises die nächste Zeitstrafe.

Mit viel Tempo in den Pässen und breiter Spielanlage räumen die Isis bis auf die rechte Außenbahn ab, Rikhardsson zirkelt das Spielgerät ins lange Eck.

So nach und nach stabilisiert sich die Abwehr der Skandinavier, setzt Ballhalter Smárason unter Druck und provoziert den nächsten Turnover, Gidsel marschiert in den Gegenstoß und markiert den Anschlusstreffer.




Rums! Da bleibt die dänische Abwehr viel zu passiv, Magnússon kann bis auf acht Meter heran kommen und drischt den Schlagwurf ins rechte Eck.

Der Routinier geht voran! Mit langen Schritten tankt sich Lauge über die rechte Seite durch, in Schräglage wickelt der Spielmacher die Kugel in die Maschen.


In Gleichzahl geht dann alles einfacher, Hald löst sich gut aus der Sperre, bekommt den Assist von Gidsel und scort aus zentraler Position mit einem Wurf ins rechte Eck.


In zweifacher Unterzahl mühen sich die Gastgeber, streuen den nächsten Ballverlust ein. Das bestraft erneut Magnússon mit seinem dritten Treffer in Folge, dieses Mal ins leere Tor.

In doppelter Überzahl ist der Angriff fast nur noch Formsache. Wieder ist es der Magdeburger Linkshänder, der sich über die rechte Seite durchsetzt und die erste Zwei-Tore-Führung markiert.

Im dänischen Kader sind nach den Verletzungen von Jørgensen und Bergholt nur noch zwei Kreisläufer über. Nach dem überharten Bodycheck gegen Viðarsson sieht auch Saugstrup seine erste Zeitstrafe.

Was für ein Zweikampf! Magnússon kommt mit voller Dynamik, lässt Lauge komplett stehen und setzt sich mit viel Elan zum Sechser durch, ehe der Linkshänder das Leder unter die Latte schweißt.

Auch die erste Zeitstrafe lässt nicht lange auf sich warten: Abwehrchef Simon Hald bleibt zu lange im Trikot hängen und muss für 120 Sekunden auf die Bank.

Auch der Welthandballer ist im Glück: Das war nah dran am Schrittfehler, am Ende gewinnt Gidsel den Zweikampf gegen die Hand, tankt sich zwischen Halb und Außen durch und setzt die Pille in die lange Ecke.

Mit etwas Glück trudelt der Schlagwurf vom Pfosten in die Maschen.




Auch die Dänen kommen schnell zum ersten Treffer, Linksaußen Jakobsen setzt den Siebenmeter mit einem Aufsetzer unter dem Bein von Keeper Viktor Hallgrímsson hindurch.

Der Kreisläufer aus Gummersbach eröffnet den Torreigen.









Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt ihr Halbfinale am Ende souverän gegen Kroatien mit 31:28 und kämpft damit am Sonntag um den EM-Titel. Kroatien kann nach der Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft im letzten Jahr nicht den Finaleinzug eintüten, es bleibt am Sonntag nur das Spiel um Bronze. Von Beginn an überzeugten beide Teams mit gnadenlosen Tempospiel, in den Positionsangriffen hingegen mühten sich beide Teams gegen griffige Abwehrreihen und gut aufgelegte Torhüter. Im ersten Durchgang wechselte die Führung noch hin und her, abhängig von Fehlwürfen und Turnovern. Im zweiten Durchgang startete die deutsche Mannschaft furios, mit einem 5:1-Lauf stellte das Team von Bundestrainer Alfreð Gíslason die Weichen Richtung Finale. Die Osteuropäer hingegen blieben immer wieder im Block hängen, dazu konnte Keeper Andreas Wolff das Torwartduell klar für sich entscheiden, wurde mit 13 Paraden MVP des Spiels. Zwar steckten die Mannen von Coach Dagur Sigurðsson nicht auf, doch auf weniger als zwei Tore sollte der Abstand nicht mehr schrumpfen. Am Ende ist das eine starke zweite Hälfte, die hier den Unterschied macht, im Abendspiel zwischen Dänemark und Island werden dann die Kontrahenten für die Medaillenspiele am Sonntag ermittelt. Einen schönen Abend noch!



Deckel drauf! Uscins hämmert den Ball aus acht Metern mit etwas Glück ins Torwarteck von Dominik Kuzmanović, doch der Ball trudelt über die Linie.


Die Kroaten drücken nach vorne, nehmen den schnellen Abschluss über die linke Außenbahn.


Im Sieben gegen Sechs kommt Lučin über die linke Seite zwischen Halb und Außen zum Durchbruch und markiert den erneuten Drei-Tore-Abstand.

Nächster Siebenmeter, nächster Treffer! Dieses Mal versucht sich Dominik Kuzmanović, kann den Einschlag auf halblinker Höhe aber auch nicht verhindern.



Der Vorsprung schmilzt und schmilzt auf der Zielgeraden, auch weil Tin Lučin den zweiten Strafwurf in Folge einnetzt. Mit einem Aufsetzer ins linke Eck ist Andi Wolff ein zweites Mal überwunden.



Die Kroaten lassen sich hier nicht abschütteln, über den Kreis ist Raužan erfolgreich.

Nachdem Lichtlein den letzten Siebenmeter hat liegen lassen, so übernimmt Zerbe jetzt die Verantwortung an der Linie. Im Duell gegen Keeper Matej Mandić setzt der Linkshänder die Harzkugel sicher unten links mit Hilfe des Pfostens hinter die Linie.

Im dritten Anlauf sitzt dann der erste Siebenmeter! Dieses Mal hat Andreas Wolff keine Chance die Kugel abzuwehren, der Wurf von Lučin geht zu platziert über seinen Kopf hinweg in die Maschen.

Wieder ist es ein leichter Ballverlust von Luka Cindrić beim Versuch eines Kreisanspiels. Das bestraft die deutsche Mannschaft sofort, Mertens trifft ins leere Tor.



Und nochmal über rechts, Šoštarič verkürzt auf vier Tore.

Auch die Kroaten entdecken jetzt die breite Spielanlage für sich, der sehr sichere Rechtsaußen Šoštarič scort ohne Probleme in die kurze Ecke.





Der Abwehrspieler ist komplett überrascht von dem Pass. Aus der Bedrängnis spielt Uscins das Leder raus in die linke Ecke, der Abwehrspieler läuft dann durch den Kreis und räumt den anlaufenden Dahmke ab.






Ist das stark! Auch in Drucksituationen behält das deutsche Team die Nerven und die Übersicht, von der halblinken Seite schickt Köster den Expresspass auf die rechte Außenbahn. Zerbe bekommt den großen Winkel, der Mann vom THW Kiel setzt den Aufsetzer durch die Hosenträger von Matej Mandić.

Auch die Mannen von Übungsleiter Dagur Sigurðsson suchen jetzt vermehrt den Abschluss über den Kreis, Raužan behauptet sich in der Sperre und scort mit einem Aufsetzer.

Aus fast 15 Metern spielt Knorr aus dem Stand einen scharfen Pass an den Kreis. Mit einer explosiven Drehung drückt sich Golla am Gegenspieler vorbei in den Kreis und markiert die erneute Sieben-Tore-Führung.


Aus der zweiten Riehe steigt Köster hoch und hämmert das Leder unbedrängt unten rechts in die Ecke.

Doch sofort setzt das deutsche Team im Tempospiel nach, einmal mehr ist Mertens auf der linken Außenbahn der Zielspieler.

Seit über sieben Minuten sind die Kroaten ohne eigenen Treffer, dann beendet der Linkshänder den Negativlauf.


Hinten holt Andreas Wolff den nächsten Rückraumwurf von Tin Lučin raus, im Gegenzug schmeißt Knorr das Spielgerät aus der zweiten Reihe unter die Latte.

Wieder ist Köster der Ausgangspunkt in der zweiten Welle, gewinnt den Zweikampf zur Hand, zieht den zweiten Gegenspieler und bringt das Leder trotzdem noch vor dem Stoppfoul weiter. Knorr braucht seinem Kapitän nur noch den Steckpass zu servieren, Golla wuchtet die Kugel in die Maschen.


Das ist jetzt mit Überzeugung und Mut in die Tiefe gespielt. Knorr und Köster machen den Ball schnell, räumen bis in die letzte Stufe ab, Mertens zirkelt das Leder flach ins lange Eck.



Da ist die erste Drei-Tore-Führung! Golla sammelt im Sechs gegen Sechs vor sich den Ball ein, mit dem Steal geht es auf Konterreise, der Kapitän scort unten rechts ins Eck.

Doch im erweiterten Gegenstoß hat die deutsche Mannschaft sofort eine schnelle Antwort parat, Uscins bricht über die rechte Seite durch.

Mit einem herrlichen Dreher bringt der Linksaußen der MT Melsungen den Ball zwischen den Beinen von Wolff in die Maschen.




Die DHB-Auswahl geht mit einer knappen 17:15-Führung gegen Kroatien in die Halbzeitpause. Nach einem kurzen Abtasten im Positionsspiel, bei dem sich beide Seiten durchaus schwer taten, nahm die Partie deutlich an Fahrt auf. Binnen einer Minuten kamen gleich mal vier Treffer zustande, das Tempospiel war das Mittel der Wahl. Stets wechselte die Führung, in Front war die Mannschaft, die zu dem Zeitpunkt weniger Turnover und Fehlwürfe zu verzeichnen hatte. Über die gesamte Halbzeit war es ein überraschend faires Spiel, das bisher ohne Zeitstrafe auskommt. Sobald es dem Team von Bundestrainer Alfreð Gíslason gelang die Kroaten ins Positionsspiel zu zwingen, hatte die Balkantruppe Probleme. Für stellte Kroatien-Coach Dagur Sigurðsson auf das Sieben gegen Sechs um, mit den Rückraumshootern in ihren Reihen fanden die Kroaten gute Lösungen, fingen sich aber auch immer wieder Treffer ins leere Tor. So nimmt die deutsche Mannschaft einen knappen Vorsprung mit in die zweiten 30 Minuten, doch noch ist hier alles offen. Bis gleich!




Nächster Steal über Zerbe, Köster trifft ins leere Tor.


Die Osteuropäer stellen ihre Defensive um, doch Knorr überblickt die Situation sofort, drückt den Innenblock tief und ermöglicht Semper den Schuss über den Block.

So schnell sind die Kroaten wieder auf Tuchfühlung! In der zweiten Welle treibt Routinier Luka Cindrić die Kugel nach vorne, findet das Timing für den Pass zu Kreisläufer Načinović.


Ohne Zeitspiel räumt die DHB-Auswahl dann gekonnt in die letzte Stufe ab. Zerbe bleibt der sichere Verwerter auf der rechten Außenbahn und klinkt das Leder mit einem Aufsetzer im kurzen Eck ein.




Mit ganz viel Dusel! Erst scheitert Knorr noch am linken Pfosten, holt sich beim Sprungball aber den Abpraller. Aus spitzem Winkel findet Deutschlands Regisseur dann den freien Kreisläufer, Fischer scort frei aus sechs Metern.

Was für ein starker Siebenmeter! Lichtlein übernimmt die Verantwortung, schickt Keeper Dominik Kuzmanović auf die falsche Fährte. Mit einem hoch gezogenen Wurf am Kopf vorbei markiert der junge Berliner den Ausgleich.


Mit viel Übersicht wirft Fischer vom Anwurf weg aufs leere Tor, dieses Mal kommt Kroatiens Schlussmann Dominik Kuzmanović einen Moment zu spät, um den Einschlag noch zu verhindern.

Einmal mehr steht Deutschland gegen den Rückraumwurf zu passiv, Andi Wolff entscheidet sich frühzeitig für das falsche Eck.


Deutschlands Regisseur ist weiter gut im Spiel und nimmt offensiv eine tragende Rolle ein. Sobald die Abwehr gegen Knorr zu passiv bleibt, feuert der DHB-Lenker aus neun Metern rechtsseitig auf den Kasten.

Im Sieben gegen Sechs machen die Kroaten den Ball schnell, Klarica steigt aus einem Schritt hoch und schraubt das Leder unter den Querbalken.


Führungswechsel! Die Kroaten versuchen sich im Sieben gegen Sechs, nach einem Ballverlust dauert der Wechsel zu lang. Knorr spielt vom Einwurf weg den weiten Pass auf Zerbe, der Rechtsaußen hat dann aus sechs Metern leichtes Spiel.

Wieder ist es Spielmacher Knorr, der die Abwehr auseinander spielt und selbst noch unter Druck den Steckpass an den Kreis findet.


Schritte-verdächtig hämmert Knorr das Leder aus dem Lauf in das rechte Kreuzeck.

Zwei Mal hintereinander ist es die individuelle Klasse des Rückraumshooters: Ein starker, gewonnener Zweikampf gegen die Hand und ein Steal, der im Gegenstoß endet.


Für ein Fußspiel holen die Unparteiischen die nächste gelbe Karte aus dem Köcher.




Für einen leichten Stoß in der Luft gegen die Hüfte von Mateo Maraš gibt es die nächste Verwarnung.

Nächster Ballgewinn, nächster Treffer aus dem Gegenstoß.

Für ein Ziehen am Trikot verteilen die Unparteiischen den ersten gelben Karton.

Ist das stark! Mit Bewegung ohne Ball zieht Uscins über die Mitte, steigt aus fast zehn Metern hoch und hämmert die Kugel gegen die Laufrichtung oben rechts in den Winkel.


Die deutschen Außen sind weiter voll auf der Höhe, Zerbes Flugshow endet mit einem starken Abschluss ins lange Eck.

Der Kreisläufer vom THW Kiel sammelt den Pfosten-Abpraller von Maraš ein und scort frei aus sechs Metern.

Vorne läuft der Ball schnell, Köster und Knorr tragen die Kugel über die linke Seite bis zur letzten Passstation. Mertens legt aus gutem Winkel dann den Kempa für Uscins auf, das erste Highlight gehört der deutschen Mannschaft.



Weiter gibt es keine Pausen in der Partie, nachdem sich Golla in den Kreis wuchtet und den Ball über die Linie drückt, feuert Lučin gewaltig aus der zweiten Reihe.






Doch auch die deutsche Mannschaft setzt über die schnelle Mitte nach, nutzt die kurzzeitige Überzahl, räumt auf den linken Flügel ab. Mertens verbucht den ersten Treffer mit einem Aufsetzer ins kurze Eck.

Nach einem Ballgewinn eröffnet der Linkshänder den Torreigen im Tempogegenstoß.








