Kramer: Kein Vorbild für die Jugend:Spielte Argentinien zu hart im WM-Finale?
von Jannik Schneider
Nach dem WM-Finale kritisiert Christoph Kramer das Auftreten der unterlegenen Argentinier deutlich – huldigt aber auch Messi.
Die ZDF-Experten Christoph Kramer und Per Mertesacker analysieren das WM-Finale. Dabei vergegenwärtigen die beiden Weltmeister von 2014 nochmal die Bedeutung eines solchen Titels.
20.07.2026 | 9:56 minEigentlich hegt Christoph Kramer Sympathien für das im WM-Finale mit 0:1 gegen Spanien unterlegene Argentinien. Er möge generell Mannschaften, die wissen, wie man gewinne – selbst mit teils unfairen Mitteln.
Aber heute und auch während des Turniers muss man sagen, haben sie den Bogen etwas überspannt.
Christoph Kramer, ZDF-Experte
"Und man muss dann auch sagen, die Vorbildfunktion, das WM-Finale schauen unglaublich viele Kinder. Also jeder, der unter 18 Jahre ist, bitte kein Vorbild an Argentinien nehmen", erklärte der Weltmeister von 2014 und ZDF-Experte nach der Siegerehrung auf dem Rasen des MetLife Stadium bei New York.
Die besten Szenen des WM-Finales Spanien - Argentinien.
20.07.2026 | 12:47 minKramer: Argentinier spielten zu hart
Der ehemalige Mittelfeldspieler bezog sich auf die generell zu harte und teils nur auf Foulspiel und unfaire Spielweise während des Turniers und im Endspiel basierende Gangart der Südamerikaner, die durchaus in mehr als einer gelb-roten Karte hätte münden können.
Es gehört im Profi-Fußball dazu, dass man weiß, wie man gewinnt, auch mit Härte. Aber das war bei dieser WM schon ein bisschen drüber.
Christoph Kramer, ZDF-Experte
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20.07.2026 | 1:52 minZDF-Experten: Spanien hat verdient gewonnen
Sein Weltmeister-Kollege Per Mertesacker zeigte sich überrascht von der schwachen Leistung Argentiniens, das bis zur 110. Minute keinen Torschuss abzugeben vermochte (Spanien 20).
"Argentinien hatte heute echt wenig entgegenzusetzen - sie kamen überhaupt nicht in die Zweikämpfe, nicht in die Emotionen rein", so Mertesacker. "Spanien hat das glasklar heruntergespielt, ein, zwei Aktionen gehabt und deswegen verdient gewonnen."
Christian Streich untermauerte Mertesackers Worte im ZDF-Studio in Berlin. "Argentinien hat sich die Zähne ausgebissen am Gegenpressing der Spanier." Der langjährige Trainer des SC Freiburg hatte das direkte Anlaufen nach den ohnehin sehr geringen Ballverlusten der Iberer bereits im Halbfinale gegen Frankreich gelobt. Nach dem WM-Titel bekräftigte Streich das Thema Ausbildung:
Sie waren die beste Mannschaft dieser WM. Daran erkennt man, wie wichtig die Ausbildung ist – und die Spanier sind die besten in der fußballerischen Ausbildung. Sie haben die besten Trainer in der Ausbildung.
Christian Streich, ZDF-Experte
Von den Kap Verden bis zu Julian Alvarez nach Argentinien. Die schönsten Tore der Fußball-WM 2026 im Highlight-Video.
20.07.2026 | 4:58 minKramer: Fußball hat gewonnen
Christoph Kramer freute sich auf dem WM-Rasen indes, dass der Fußball gewonnen habe. "Ich freue mich einfach über die Art und Weise, wie [die Spanier] spielen", so Kramer. "Dass Spanien so Weltmeister wird und der Welt zeigt, dass Ballbesitz und viel Fußball spielen das Beste sein kann."
Auch er sprach den Nachwuchs an, wendete sich aber an die deutschen fußballbegeisterten Kinder. "Wir brauchen viele Kinder, die nicht nur athletisch sind und 30 Meter in zwei Sekunden laufen, sondern Fußball spielen können."
Dass mit Rodri (bester Spieler der WM) und Paul Cubarsi (bester junger Spieler der WM) zwei Spanier ausgezeichnet wurden, war für Per Mertesacker folgerichtig. "Ich glaube, das gab es noch nie, dass beide Ausgezeichneten eher aus der Defensive stammen."
Mit nur einem Gegentor im Turnier habe Spanien den Maßstab "ganz hoch" gesetzt. Mertesacker prognostizierte: "Mit Spanien ist wieder zu rechnen, sie können diesen WM-Titel mit zwei EM-Titeln umranden."
Die Fußball-Weltmeisterschaft erreicht mit dem heutigen Finale in New Jersey zugleich ihren Höhepunkt und ihr Ende. ZDFheute live zieht eine Bilanz vom Turnier.
19.07.2026 | 41:23 minWohl das letzte Spiel für Messi
Eine Zäsur stellt das verlorene WM-Finale indes für Argentinien dar. Lionel Messi absolvierte sein mutmaßlich letztes WM-Spiel und vergoss nach Abpfiff unter dem Jubel seiner Fans einige Tränen.
"Das war jetzt sehr emotional, er wurde nochmal gehuldigt. Da [waren] jetzt Tränen zu sehen, des verlorenen Spiels, aber auch des Abschieds", sagte Mertesacker. "Mit 39 Jahren, nach sechs Weltmeisterschaften, einem WM-Titel [und] mehreren Finalspielen ist er ein absolut würdiger mehrmaliger Weltfußballer", resümierte der Weltmeister von 2014.
Kramer sagte: "Als seine Tränen geflossen sind, habe ich auch eine Träne verdrückt. Das sind besondere Momente. Er hat so viel für diesen Sport getan.
Ich bin sehr dankbar, dass wir in unserer aktiven Zeit gegen ihn spielen durften. Den wird der liebe Gott kein zweites Mal schicken.
Christoph Kramer, ZDF-Experte
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