Selbstbewusste Eidgenossen trauen sich Coup gegen Messi zu

Vor Viertelfinale gegen Argentinien:Selbstbewusste Eidgenossen trauen sich Coup gegen Messi zu

von Frank Hellmann

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Schweiz-Kapitän Granit Xhaka bemängelt, dass vor dem Duell gegen Argentinien wenig über die Qualitäten der "Nati" gesprochen wird. Gegen Messi und Co. traut man sich einen Coup zu.

Schlussjubel bei den Schweizern Granit Xhaka, Trainer Murat Yakin, Ricardo Rodriguez (v.l.) nach dem Spiel gegen Algerien am 02.07.2026 während der WM.

Die Schweizer mit Kapitän Xhaka (v.) trauen sich gegen Argentinien den Coup zu.

Quelle: Witters

Wofür es doch alles gut ist, dass bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft die großen Stadien aus dem American Football genutzt werden. Vor dem Viertelfinale der Schweiz gegen Argentinien in Kansas City (heute Nacht ab 3 Uhr MESZ) kam nämlich extra noch mal zur Sprache, was der kurzfristig eingefädelte Besuch des ehemaligen NFL-Stars Christian Okoye von den Kansas City Chiefs dem Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin bedeutete.

Mit dem Repräsentanten eines solchen Topteams in Kontakt zu kommen, freute ihn als NFL-Fan ganz besonders, berichtet Yakin. Und ein signiertes Trikot gab es obendrein.

Das klang fast skurril, weil die Fußballer der "Nati" doch selbst eigentlich gegen den Weltmeister mit seinem Megastar Lionel Messi das Spiel ihres Lebens vor sich haben: Die Schweiz steht erstmals seit 72 Jahren, seit der Heim-WM 1954, überhaupt wieder unter den letzten Acht bei einem solchen Turnier. Und Kapitän Granit Xhaka hat an Yakins Seite sehr glaubhaft erklärt, warum am Kansas River nicht Endstation sein muss.

Granit Xhaka am 07.07.26

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Xhaka und Co. wollen den Weltmeister ärgern

"Träume gehen ab und zu in Erfüllung. Dafür muss man arbeiten, schwitzen und über seine Grenzen gehen", sagte Xhaka. Nur zum Trikottausch mit Messi sei man bestimmt nicht gekommen.

Wir wollen den nächsten Schritt machen, wenn man so weit gekommen ist. Mit unserer Mentalität können wir Argentinien auch ärgern.

Granit Xhaka, Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft

Es müsse auch gar nichts heißen, dass man bei der WM 2014 im Achtelfinale gegen Argentinien kurz vor Ende der Verlängerung durch ein Tor von Angel Di Maria mit 0:1 verloren habe, sagt Xhaka. Vom Schweizer WM-Team in Brasilien sei neben ihm nur noch Dauerbrenner Ricardo Rodriguez dabei, erinnerte Xhaka. Es sei eine "komplett neue Schweiz, eine andere Mentalität, der Fußball in der Schweiz hat sich verbessert".

Die Schweiz muss gegen Weltmeister Argentinien ohne den angeschlagenen Shootingstar Johan Manzambi auskommen. "Wir haben es versucht, ihn fit zu bekommen. Aber das lässt es noch nicht zu", sagte Trainer Yakin.

Der 20-Jährige vom SC Freiburg ist mit drei Treffern aktuell bester Schweizer Torschütze des Turniers und bereitete zudem zwei weitere Treffer vor. Sein Ausfall schmerze "extrem", so Yakin.


Schweizer Erfolgsrezept, um Messi zu stoppen?

Den Rekordnationalspieler (151 Länderspiele) stört ein bisschen, dass wenig "von unseren Qualitäten" geredet werde, man sollte auch der Schweiz Respekt geben. Hörte sich so an, als wolle einer die Antwort auf dem Platz geben. "Ich kenne jeden ihrer Mittelfeldspieler aus der Premier League - es ist nicht vorbei, bis abgepfiffen wird", sagt Xhaka.

Ob es zum Schweizer Halleluja kommt, wird davon abhängen, ob sich WM-Rekordtorschützenkönig Messi irgendwie aufhalten lässt. Wie stoppt man die Ikone? Trainer Yakin sagt:

Es gibt sicher mehrere Lösungen. Wir versuchen eine richtig zu machen.

Murat Yakin, Nationaltrainer der Schweiz

Schweizer setzt auf gefestigtes Mannschafts-Gefüge

Der mittlerweile beim FC Sunderland angestellte Mittelfeldorganisator Xhaka empfahl, man müsse über 90 Minuten clever sein, kompakt spielen, die Räume eng machen. Und zudem eigenen Ballbesitz erzeugen - dann kann ja auch Messi nicht zaubern.

Dazu kommt: Argentinien hat sich zuletzt ausgesprochen schwer getan: Die Kraftakte gegen Kap Verde (3:2 n.V.) und Ägypten (3:2) haben Messi erst zur Verzweiflung getrieben, dann zu Tränen gerührt. Offenkundig war, dass die Balance bei der "Albiceleste" nicht stimmte. "Man hat gesehen, dass Argentinien in den letzten beiden Spielen auch verwundbar war", sagt Trainer Yakin. Der 51-Jährige steigt mit den WM-Erfolgen selbst zum Star auf, an dem Styling und Lässigkeit geschätzt werden.

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Und vielleicht ist nicht nur der Trainer modischer als sein Gegenüber Lionel Scaloni gekleidet, sondern auch das Gefüge gefestigter. Während der Titelanwärter Argentinien kräftig wackelte, hat der Außenseiter Schweiz in der K.-o.-Phase noch keinen Gegentreffer kassiert. In der Alpenrepublik werden wohl so viele Landsleute wie noch nie bis zum Morgengrauen aufbleiben: In Zürich, Basel und im gesamten Kanton Bern ist in dieser Sommernacht die Sperrstunde aufgehoben.

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