Modric, de Bruyne & Co.: Was kommt nach der Goldenen Generation?

Letzte WM für Top-Jahrgänge:Was kommt nach der Goldenen Generation?

von Claudio Palmieri

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Mit der WM 2026 verabschieden gleich mehrere Nationen große Fußballer-Generationen. Wie lassen sich die Lücken schließen, die Modric, Arnautovic und Co. hinterlassen?

Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku

Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku standen lange für Belgiens "Goldene Generation".

Quelle: dpa

Wenn es darum geht, die Qualität einer starken Nationalmannschaft klar zu benennen, wird kaum ein Begriff so sehr strapaziert wie jener der "Goldenen Generation". Fast jeder größeren Fußballnation wurden schon glorreiche Jahrgänge nachgesagt. Doch für viele Spieler, die solchen Generationen zugeordnet werden, war die WM 2026 die letzte große Bühne.

Deutschlands Torwart Manuel Neuer (40) und Österreichs Rekord-Stürmer Marko Arnautovic (37) haben ihren Rücktritt erklärt, Kroatiens Spielmacher Luka Modric (41) dürfte ihnen bald folgen. Österreichs Kapitän David Alaba (34) und Belgiens Keeper Thibaut Courtois (34) baten um Bedenkzeit. Was jetzt kommt? Das ist nicht immer so klar, wie sich in Belgien, Kroatien und Österreich gerade zeigt.

Belgien: Die neue Generation ist längst schon da

Kaum ein Team vereint die Begriffe "Goldene Generation" und "Geheimfavorit" schon so lange auf sich wie Belgien. Die Elf um Kevin De Bruyne (35), Romelu Lukaku (33), Axel Witsel (37) und Thibaut Courtois (34) zählte ab 2014 fast immer zu den Titelaspiranten. Wie sich der WM-Dritte von 2018 künftig aufstellt, ist offen.

Trainer Rudy Garcia zeigte in Amerika keine Scheu, den oben Genannten weniger Spielzeit zu geben. Ein fließender Übergang zeichnet sich ab: 13 von 26 WM-Fahrern waren 25 oder jünger. Jérémy Doku (24, Man City), Amadou Onana (24, Aston Villa) und Charles De Ketelaere (25, Atalanta) sind die Gesichter der jungen Garde.

Pedro Porro (Spanien) und Jeremy Doku (Belgien) kämpfen.

La Furia Roja gegen die Roten Teufel: Gesucht wird Frankreichs Gegner im Halbfinale. Können die Belgier der spanischen Dominanz etwas entgegensetzen? Und hält Spaniens Defensive erneut die Null?

10.07.2026 | 8:08 min

Kroatiens Zukunft: Baturina, Sucic und eine Traum-Abwehr

Mit dem Aus im Sechzehntelfinale endeten zwei WM-Karrieren in Kroatien: jene von Kapitän Luka Modric (202 Länderspiele) und jene von Trainer Zlatko Dalic, der das Team zum Vize-Titel 2018 und zu Platz drei 2022 führte. Offensiv-Oldie Ivan Perisic (37) will vorerst weitermachen. Auch Sturmkante Andrej Kramaric (35) sieht bisher von einem Abschied ab.

Kroatien: Zlatko Dalic

Trainer Zlatko Dalic und Luka Modric nach dem WM-Aus.

Quelle: action press

Während mit Slaven Bilic ein altbekannter Coach zurückkehrt, ruhen die Hoffnungen für die Zeit nach Modric auf zwei Italien-Legionären. Martin Baturina (23) von Champions-League-Neuling Como machte mit einem Traumtor gegen England von sich reden. Auch Petar Sucic (22, Inter/ein Tor, eine Vorlage) überzeugte.

Ex-HSV-Leihspieler Luka Vuskovic (19, jetzt Tottenham) könnte mit dem früheren Leipziger Josko Gvardiol (24, Man City) die Innenverteidigung der Zukunft bilden. Freiburgs Igor Matanovic (23, drei Einsätze) konnte dagegen noch nicht für die Wachablösung im Angriff sorgen.

Portugals Cristiano Ronaldo bei einem Kopfball

Das WM-Sechzehntelfinale zwischen Portugal und Kroatien fing langsam an. Doch Halbzeit zwei entwickelte sich zu einem verrückten Spektakel.

03.07.2026 | 10:22 min

Österreich droht ein Generationen-Vakuum

Eine echte Goldene Generation hatte Österreich nie. Quantitativ wie qualitativ fehlte es dafür hinter Alaba und Arnautovic an Namen, die sich auf gehobenem internationalen Niveau bewähren konnten.

Die beiden österreichischen Nationalspieler Romano Schmid und Paul Wanner versuchen sich gegen ihren spanischen Kontrahenten Aymeric Laporte durchzusetzen und den Ball zu erobern

Spanien ging als Favorit in das WM-Sechzehntelfinale gegen Österreich. Die Europameister hatten die Rangnick-Elf auch lange im Griff.

02.07.2026 | 8:21 min

Aus dem großen Stamm an Legionären aus der deutschen Bundesliga ragen Konrad Laimer (FC Bayern), Marcel Sabitzer (BVB), Xaver Schlager (Leipzig) und Philipp Lienhart (Freiburg) heraus. Bei der ersten WM seit 1998 zeigte sich jedoch: Gegen Top-Nationen wie Argentinien (0:2) oder Spanien (0:3) mangelte es der Elf des deutschen Teamchefs Ralf Rangnick an Tempo, Härte und Präzision.

Abwehrchef Alaba ist nach langer Pause nicht mehr der Alte. Laimer - der einzige ÖFB-Kicker, der am Weltklasse-Prädikat kratzt - war damit beschäftigt, Lionel Messi und Lamine Yamal zu bewachen.

Neben Arnautovic und Alaba hoben Sabitzer, Michael Gregoritsch und Phillipp Mwene (alle 32) den Altersschnitt auf 28,1 Jahre an. Der bei der WM schmerzlich vermisste Christoph Baumgartner (26), Romano Schmid (26), Nicolas Seiwald (25), Carney Chukwuemeka (22) und Paul Wanner (20) könnten das drohende Führungsspieler-Vakuum schließen. Einen jungen Arnautovic oder Alaba sucht man vergebens.

Sasa Kalajdzic feiert sein Tor gegen Algerien

Ein Last-Minute-Treffer von Sasa Kalajdzic hat Österreich die Teilnahme am WM-Sechzehntelfinale gesichert. Der Kommentator feierte das Tor.

28.06.2026 | 0:27 min

Jenseits der WM-Nominierten ist die Auswahl dünn. Die U17-Vizeweltmeister von 2025 sind noch nicht bereit: Top-Scorer Johannes Moser stieß vor Kurzem zu den Profis von Red Bull Salzburg. Rangnick lädt nicht umsonst schon Ende Juli zu einem Perspektivspielerlehrgang.

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