Mittelfeldspieler Elliot Anderson:Englands Turnier-Entdeckung verzückt Tuchel & Co.
von Frank Hellmann, Atlanta
Mit Elliot Anderson hat Thomas Tuchel ein neues Gesicht als zentrale Figur im englischen Team installiert, die auch im Sechzehntelfinale gegen DR Kongo vorangehen soll.
Englands Elliot Anderson (links) läuft bei der WM zur Hochform auf.
Quelle: AFPEs ist keine ganz neue Erkenntnis, die Thomas Tuchel bei seiner WM-Premiere formuliert hat. "Das Turnier", sagte der englische Teamchef gerade erst wieder, beginne in der K.o.-Phase von Neuem. "Je wichtiger die Spiele werden, desto stärker werden auch wir. Wir werden uns steigern." Die Favoritenrolle ist vor dem WM-Sechzehntelfinale England gegen die Demokratische Republik Kongo in Atlanta (Mittwoch, 18 Uhr in der ARD) jedenfalls klar verteilt.
Extra-Lob von Tuchel
Wer nach seinen Unterschiedsspielern fragt, die bei diesem Turnier besonders strahlen, der bekommt vor allem von den Fans zuerst Harry Kane und Jude Bellingham genannt. Beide auch Torschützen beim Pflichtsieg gegen Panama (2:0). Doch ein Extralob hatte Lehrmeister Tuchel für einen anderen parat: Elliot Anderson, der zwar erst ein Dutzend Länderspiele bestritten hat, aber als die Entdeckung des Turniers bei einem Mitfavoriten durchgeht.
Es ist extrem beeindruckend, wie er trainiert, spielt und sich präsentiert. Er ist noch jung und recht neu in unserer Nationalmannschaft, aber er spielt einfach so, als ob ihm der Laden gehört, und ist immer da.
England-Trainer Thomas Tuchel
Der 23-Jährige verblüfft mit seinem Spielverständnis und seiner Spielintelligenz. Der Verzicht auf Anführer Declan Rice als Mittelfeldorganisator fiel gar nicht auf. Mit seiner Dynamik und Zweikampfstärke hat er sich zu einem Lieblingsspieler des deutschen Fußballlehrers entwickelt, der wie einst in seinen Bundesligazeiten auf intensives Pressing setzt.
In New York New Jersey ging es für England gegen Panama darum, den Gruppensieg zu sichern. Bei der Partie erreichte Bayern-Stürmer Harry Kane eine persönliche Bestmarke.
28.06.2026 | 9:57 minEx-Mittelfeldstar Paul Scholes ist begeistert
Anderson und Rice gelten jetzt als gesetztes Mittelfeldgespann, um als robuste, spielintelligente Kombination den Tuchel-Spielstil gegen den Außenseiter aus Zentralafrika durchzudrücken. Der frühere Mittelfeldstar Paul Scholes ist ein Fan von Anderson: "Er sieht extrem vollkommen und stilvoll aus. Er behauptet den Ball fantastisch und spielt ihn vor allem mutig nach vorne."
Der 51-Jährige hat über seine Social-Media-Formate sogar empfohlen: "England braucht gegen Kongo keine zwei defensiven Sechser. Bei allem Respekt, da musst du so viele Angreifer wie möglich bringen. Ich würde mich für Anderson entscheiden." Rice würde wie beim FC Arsenal das Spiel viel zu sehr verschleppen.
England und Ghana bieten den Zuschauern in Boston magere Kost. Vor allem die favorisierten Briten enttäuschen über weite Strecken.
24.06.2026 | 6:54 minAnderson mit Spitznamen "Geordie Maradona"
Kann Anderson das besser? Seine Fürsprecher verweisen auf 289 gewonnene Zweikämpfe in der letzten Premier-League-Saison. Damit hat der für 1,79 Meter Körpergröße unfassbar durchsetzungsstarken Mittelfeldallrounder den Bestwert erobert. Elf Jahre verbrachte er in der Jugendakademie von Newcastle United. Von den Fans wurde er wegen seiner technischen Fähigkeiten ehrfürchtig als "Geordie Maradona" getauft.
Im Sommer 2024 mussten ihn die "Magpies" für rund 41 Millionen Euro zu Nottingham Forest verkaufen, um die strengen Finanzregeln einzuhalten. Trainer Nuno Espírito Santo machte ihn schnell zum Herzstück seiner Mannschaft.
England ist erfolgreich in die WM gestartet. Gegen Kroatien zeigten die "Three Lions" ein ganz anderes Gesicht als bei der EM 2024 und boten phasenweise begeisternden Offensivfußball.
18.06.2026 | 10:42 minDer Wechsel zu Manchester City ist fix
Erst im September 2025 debütierte der Newcomer im englischen Nationalteam in der WM-Qualifikation, denn der Überflieger hatte bis zur U21-Nationalmannschaft für Schottland gespielt. Vor der WM hat er bei England die Nummer Acht erhalten, die von 2006 bis 2014 immer Frank Lampard trug. Auch das ein Zeichen untrüglicher Wertschätzung. Sein Marktwert ist in schwindelerregende Höhe geklettert. Nun wird Anderson für eine fixe Sockelablöse von 116 Millionen Pfund, umgerechnet rund 137 Millionen Euro, zu Manchester City wechseln.
Er löst damit übrigens Teamkollege Rice (105 Millionen Pfund) als teuersten britischen Fußballer auf der Insel ab. Der Medizincheck für den Rekordeinkauf der Citizens soll sogar in den USA erfolgt sein. Der neue City-Trainer Enzo Maresca schätzt Andersons polyvalente Art, der in einem Dreiermittelfeld jede Position bekleiden kann. Nur auf die offizielle Verkündung des Megadeals wird noch gewartet, um die "Three Lions" nicht von ihrer Titelmission abzulenken.
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