Mannschaft für Fußball-WM 2026 steht:Ein Kader für Nagelsmanns Idee vom Fußball
von Sebastian Ungermanns
Der WM-Kader des DFB-Teams steht. Das sagen die ZDF-Sportreporter Nils Kaben und Florian Zschiedrich zu dem 26-Mann-Kader.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat seinen Kader für die Fußball-WM 2026 bekannt gegeben. Die ZDF-Sportmoderatoren Zschiedrich und Kaben analysieren.
21.05.2026 | 19:12 minEs waren natürlich die großen Themen, die die Kadernominierung von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die Fußball-WM dominierten. Allen voran der Torhüterdiskussion rund um das nun bestätigte Comeback von Manuel Neuer widmeten sich die Fragen der Journalistinnen und Journalisten auf der Pressekonferenz zur Nominierung.
Dabei gab es auch abseits der drängendsten Fragen durchaus interessante Töne vom in den vergangenen Wochen eher informationsverweigernden Bundestrainer. Trotz weniger Überraschungen sind Spieler nicht nominiert worden, die es sportlich verdient gehabt hätten - das sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz selbst.
Nagelsmann mit "Nationalmannschaftsblick"
Namentlich ging es um vier Spieler: Matthias Ginter (Innenverteidigung, SC Freiburg), Said El Mala (1. FC Köln, Außenstürmer), Maximilian Mittelstädt (Außenverteidigung, VfB Stuttgart) und Chris Führich (Außenstürmer, VfB Stuttgart). Interessant wird es bei der Begründung, wieso es die vier formstarken Spieler nicht in den WM-Kader geschafft haben.
Oliver Baumann sei nicht "heruntergerankt", erklärt Bundestrainer Julian Nagelsmann seine Wahl, Manuel Neuer zur Nummer 1 zu machen. Für diesen habe unter anderem seine Aura gesprochen.
21.05.2026 | 2:19 minNagelsmann ließ nämlich einen sehr "nationalmannschaftszentrierten" Blick erkennen. Will heißen: Nationalmannschaftsleistungen und -themen waren für den Bundestrainer deutlich wichtiger, als die Leistungen der Spieler im Verein.
Ginter und Mittelstädt im Pech
Bei Matthias Ginter erklärte er beispielsweise, er sei in seiner Zeit als Nationaltrainer schlicht nie dabei gewesen. Maximilian Mittelstädt habe eine schlechte Phase Ende 2024 gehabt. So hätten Nathaniel Brown und David Raum gespielt - die ihren Job gut gemacht hatten und deshalb den Vorzug erhielten.
Said El Mala ist nicht dabei, weil das Spielsystem Kölns nicht dem der Nationalelf entspricht und Chris Führich hatte in der Vergangenheit im DFB-Trikot nicht an die Leistungen beim VfB Stuttgart anknüpfen können.
Ex-ZDF-Reporter Thomas Skulski über die Nominierung von Manuel Neuer und Leroy Sané, die Nicht-Nominierung von Matthias Ginter und Said El Mala sowie die Chancen der DFB-Elf für die WM 2026.
21.05.2026 | 5:12 minWie schon Jürgen Klinsmann vor der WM 2006 oder Joachim Löw in seiner Amtszeit, scheint Nagelsmann also auch, anders als zu Beginn seiner Amtszeit angekündigt, nicht nur aktuelle Leistungen im Verein zu berücksichtigen.
Nagelsmann achtet auf sein Konzept
Auch bei der Nominierung von Leroy Sané waren nämlich Nationalmannschaftsthemen ausschlaggebend für die Berufung in den WM-Kader. Obwohl Nagelsmann einräumte, dass Sanés Leistungen auf Vereinsebene zu wünschen übrig ließen, ist der Ex-Münchner dabei. Die Begründung: In der Nationalmannschaft habe er sehr gute Leistungen gezeigt und genieße eine hohe Anerkennung im DFB-Team.
Die vergangenen Monate wurde immer wieder gerätselt, was genau nun die Nominierungskriterien Nagelsmanns seien. Diese Pressekonferenz lieferte die Antwort. Der Bundestrainer achtet auf sein Konzept, auf seine Vorstellungen und nominiert Spieler, die in dieses Konzept hineinpassen. Er will eine Mannschaft, die menschlich miteinander harmoniert und seine Idee vom Fußball umsetzen kann.
Außerdem will er wohl das korrigieren, wofür seine Vorgänger kritisiert wurden. Hieß es in der Vergangenheit in der Endphase von Löw und unter Hansi Flick oft, in der DFB-Elf würde zu viel rotiert, so ist bei Nagelsmann doch ein harter Kern an Spielern zu erkennen.
Drei Wochen vor der Fußball-Weltmeisterschaft legt sich der Bundestrainer fest: Wer ist Teil der DFB-Elf? Die Pressekonferenz von Julian Nagelsmann und die Analyse bei ZDFheute live.
21.05.2026 | 91:33 minDer Bundestrainer spielt mit dem Risiko
Es scheint, spätestens seit der WM-Kadernominierung, deutlich zu sein, dass das Erfolgsrezept des Bundestrainers ist, sich und seiner Idee zu vertrauen. Nagelsmann wollte wohl nicht die besten 26 Spieler nominieren, sondern die passendsten. Das muss nichts schlechtes sein, macht ihn aber angreifbar.
Sollte er aber, wie einst Jürgen Klinsmann 2006, der einen ähnlichen Weg wählte, Erfolg haben, dann dürfte er, wie Klinsmann, noch lange im Nachgang dafür gefeiert werden.
Rücktritt vom Rücktritt: Rückkehrer ins DFB-Team
Manuel Neuer
Nach der Heim-EM 2024 beendete der fünfmalige Welttorhüter seine Nationalmannschaftskarriere. Zwei Jahre später beorderte Nationaltrainer Julian Nagelsmann den Keeper in den WM-Kader 2026.
Quelle: IMAGO / MISMehr zur WM
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