Verbandschef spricht von Einschüchterung:Iran kritisiert FIFA und stellt Bedingungen für WM-Teilnahme
Die Spannungen rund um die WM-Teilnahme Irans verschärfen sich. Der nationale Fußballverband übt scharfe Kritik an der FIFA und US-Präsident Trump.
Der Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch (Mitte/Archivbild).
Quelle: dpaDer iranische Fußball-Verband (FFI) hat den Weltverband FIFA scharf kritisiert und will Bedingungen für eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft stellen. "Ich habe die FIFA noch nie so schwach erlebt", sagte Verbandschef Mehdi Tadsch laut Nachrichtenagentur Tasnim. Anstatt gegen "Beleidigungen und Erniedrigungen" gegenüber Iran vorzugehen, lasse sich die FIFA von der Politik einschüchtern und begnüge sich mit "rein verbalen Verurteilungen".
"Diese WM 2026 wird alles Dagewesene in den Schatten stellen", berichtet ZDF-Sportreporter Markus Harm vom FIFA-Kongress aus Vancouver.
30.04.2026 | 3:09 minDie FIFA müsse laut Tadsch vor allem verhindern, dass sich der amerikanische Präsident Donald Trump in sportliche Angelegenheiten der WM einmischt. Iran habe sich sportlich qualifiziert, sagte er, und Trump sei "nicht auf dem Niveau, darüber zu entscheiden, ob wir an der Weltmeisterschaft teilnehmen dürfen oder nicht". Dafür brauche Iran "keine Erlaubnis" aus den USA.
Verbandschef durfte nicht zum Kongress einreisen
Nach Angaben von Tadsch will der Verband in einem Treffen mit FIFA-Vertretern seine Bedingungen für eine Teilnahme in den USA konkretisieren. Iran wolle unter anderem sicherstellen, dass es bei den Spielen keine politischen Kommentare gegen die Mannschaft oder den Verband gebe.
Zudem müsse die offizielle Flagge der Islamischen Republik - und nicht die nationale Flagge der Opposition - gehisst und Spielern, Trainerstab und Funktionären umfassende Sicherheit garantiert werden.
Das muss uns die FIFA zusichern, und nur unter diesen Bedingungen werden wir teilnehmen.
Mehdi Tadsch, Chef des iranischen Fußballverbands
Das iranische Nationalteam soll am 15. Juni gegen Neuseeland in die WM starten. Weitere Gegner in der Gruppe G sind Belgien und Ägypten. In den USA leben mehr als eine Million Iraner, die meisten von ihnen gelten als Gegner der jetzigen Führung.
Trump überlässt Entscheidung der FIFA
US-Präsident Trump hatte zuvor erklärt, er lasse FIFA-Chef Gianni Infantino bei der Entscheidung über eine Teilnahme Irans bei der Fußball-WM freie Hand. "Ich finde, lassen wir sie spielen", sagte Trump im Weißen Haus. Kurz zuvor hatte Infantino beim Kongress des Weltverbands in Vancouver versichert, dass Iran bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko in diesem Sommer dabei sein werde. Tadsch wurde auf dem Weg nach Vancouver laut Medienberichten bei der Einreise nach Kanada an der Grenze abgewiesen.
Vor der anstehenden WM im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko gibt's viele politische Fragen - der Präsident rückt aber lieber andere Themen in den Fokus.
30.04.2026 | 1:28 minIran befindet sich seit Ende Februar in einem militärischen Konflikt mit den USA. Die derzeitige Waffenruhe gilt als fragil und hängt von den politischen Verhandlungen und einer Einigung ab.
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