Bundesliga: Nur ein Dreikampf im Rennen ums rettende Ufer?

Heidenheim, St. Pauli, Wolfsburg:Nur ein Dreikampf im Rennen ums rettende Bundesliga-Ufer?

von Andreas Morbach

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Auf St. Pauli, in Wolfsburg und in Heidenheim kreisen die Gedanken vorrangig um das Erreichen des Relegationsplatzes. Noch aber droht auch anderen Konkurrenten Ungemach.

v.l. Danel Sinani (St. Pauli), Hennes Behrens (FC Heidenheim).

Zwei der drei Klubs im Rennen um den Klassenerhalt: St. Pauli (l.) und Heidenheim.

Quelle: Witters

Das Wetter in Berlin war prima am Mittwoch, als Union Berlin sein neues Trainingszentrum präsentierte. Damit konterkarrierte die gute Stimmung bei der Vorstellung der Übungsanlagen die aktuelle sportliche Situation der "Eisernen".

Union und Wolfsburg schwächste Rückrundenteams

Denn die ist eher mittelmäßig. Trotz der Entlassung von Trainer Steffen Baumgart und der Beförderung von Marie-Louse Eta zur Cheftrainerin läuft es im zweiten Saisonabschnitt einfach nicht rund.

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Im Rückrundentableau steht Union auf Rang 17, nur Wolfsburg schnitt seit Mitte Januar schlechter ab. Die Wechsel auf den Trainerbänken - beim VfL ersetzte Dieter Hecking (61) den 18 Jahre jüngeren Daniel Bauer - sind in beiden Fällen weitgehend wirkungslos verpufft. Union zehrt allein noch von der guten Hinrunde.

Es winkt ein echter Knaller am letzten Spieltag

Spätestens seit St. Paulis Niederlage am vergangenen Samstag in Heidenheim deutet in der 63. Bundesligasaison vieles auf einen Dreikampf zwischen dem Kiezklub, Wolfsburg und den zu neuem Leben erweckten Heidenheimern um den Relegationsplatz hin.

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Im schrägsten Fall erwartet die Liga am 16. Mai sogar ein echter Knaller: Punkten St. Pauli (seit sieben Spielen sieglos) und Wolfsburg (fünf Zähler aus den sechs Partien unter Hecking) weiterhin so dürftig wie zuletzt, könnte das Team von der Ostalb beim direkten Duell der beiden Konkurrenten am letzten Spieltag der lachende Dritte sein.

Heidenheim vor Hürde FC Bayern

Die himalayahohe Hürde München baut Frank Schmidt deshalb gedanklich schon mal zum Katapult um. "Wir haben dort oft eine passable Leistung gebracht. Wenn wir das ganz Verrückte schaffen wollen, sollten wir schon auch aus München was mitnehmen", hat der Coach des Schlusslichts vor dem Auftritt am Samstag bei den Bayern jedenfalls Blut geleckt.

Auf den Relegationsrang, momentan von St. Pauli besetzt, fehlen Heidenheim vier Punkte. Für die Wolfsburger, die gerade die Hiobsbotschaft vom Saison-Aus ihres Kapitäns Maximilian Arnold ereilte, ist es ein Zähler. "Wir müssen uns die Möglichkeiten offenhalten", interpretiert Trainer Hecking die Lage, "am letzten Spieltag ein Endspiel um den Relegationsplatz zu haben."

Auch dem HSV droht ein Schlingerkurs

Allerdings: Rasanz offenbarte in der unteren Tabellenhälfte in den zurückliegenden Wochen keine Mannschaft. Deshalb kann theoretisch die halbe Liga, Mainz auf Rang zehn eingeschlossen, auf den finalen Metern noch in die Bredouille geraten.

Neben Union droht vor allem dem formschwachen Hamburger SV ein unangenehmer Schlingerkurs. Der Aufsteiger wartet seit sechs Spielen auf einen Sieg. Dem Negativtrend begegnet Coach Merlin Polzin mit Trotz und sagt: "Wir müssen uns nicht dafür entschuldigen, dass wir drei Spiele vor Saisonende fünf Punkte Vorsprung haben."

Tränen bei Gladbach-Präsident Bonhof

Dank des - bis auf Heidenheim - lahmenden Schlusstrios bringen auch Gladbach, Bremen und Köln noch ein ähnlich angenehmes Polster mit auf die Schlussgerade. In der Dom- wie in der Hansestadt sind sie mit der Arbeit ihrer neuen Übungsleiter René Wagner und Daniel Thioune offenkundig zufrieden: Beide Herren dürfen im Falle des Klassenerhalts mit einer Weiterbeschäftigung rechnen, Thioune sogar fix.

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Unklarer scheint die Zukunft des Kollegen Eugen Polanski am Niederrhein zu sein. Unter dem früheren Mittelfeldakteur bietet die Borussia ähnlich grauen Fußball an wie zuvor unter Gerardo Seoane. Klublegende Rainer Bonhof kamen bei der Mitgliederversammlung am Montag gar die Tränen. Von einem "Scheißjahr" sprach Gladbachs Präsident und schluchzte: "Ich hatte gedacht, wir sind stabiler.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF im aktuellen sportstudio am 24.04.2026 ab 22:30 Uhr.

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