Später Rückschlag im EL-Halbfinale:Freiburger Déjà-vu in Bragas Steinbrucharena
von Andreas Morbach
Freiburg unterliegt Braga nach einem späten Gegentor. Doch im Rückspiel vor heimischem Publikum soll das Europe League Finale erreichbar bleiben.
Freiburgs Trainer Julian Schuster blickt dem Rückspiel hoffnungsvoll entgegen. "Zu Hause mit unseren Fans ist alles möglich", sagt er.
Quelle: APNach dem Last-Minute-Schock im DFB-Pokal in Stuttgart muss Freiburg auch in Braga eine späte Niederlage einstecken. Die Hoffnung auf das Europa-League-Finale aber lebt im Breisgau. Direkt vor seinen Augen wurden im Estádio Municipal de Braga schon die Stromkabel zusammengerollt, als Julian Schuster noch immer großen Gesprächsbedarf verspürte. Auf einer Rasenkante saß Freiburgs Cheftrainer und analysierte mit seinen Assistenten die nächste späte Niederlage seines Teams.
Sport-Club nutzt legales Aufputschmittel
Eine Woche zuvor hatten die Breisgauer in Stuttgart in der vorletzten Minute der Verlängerung das entscheidende 1:2 kassiert. Dem Stoppschild im Halbfinale des DFB-Pokals folgte nun im Norden Portugals das nächste späte 1:2. Wieder im Halbfinale, diesmal in der Europa League, in der zweiten Minute der Nachspielzeit.
Der feine Unterschied zur bitteren Pleite im Ländle: Im Europacup gibt es ein Rückspiel, am kommenden Donnerstag in Freiburg. Und die Gedanken an den Austragungsort dienten nach dem unseligen Déjà-vu in Braga als schnelles und zudem legales Aufputschmittel.
Trainer Julian Schuster konnte seit Amtsübernahme in Freiburg schon viele Erfolge feiern. Nun kann er sogar etwas Historisches schaffen.
29.04.2026 | 0:36 minAlle Hoffnungen ruhen auf der eigenen Heimstärke
"Zu Hause mit unseren Fans ist alles möglich", blickte Übungsleiter Julian Schuster sofort trotzig nach vorne. "Wir wissen, was für eine Kraft wir zu Hause erzeugen können", schloss sich Routinier Vincenzo Grifo sinngemäß an. Ebenso wie Noah Atubolu.
Freiburgs Keeper hatte Bragas Siegtreffer durch Mario Dorgeles mit einem nach vorne abgeklatschten Ball stark begünstigt. Zu seiner Verteidigung führte Atubolu an, ein Mitspieler habe ihm die Sicht versperrt. Vor allem aber stellte auch er klar: "
Wir sind so gut zu Hause.
Noah Atubolu, Torhüter Freiburg
Keeper Atubolu: Am Ende schwanden die Kräfte
Da kann nichts schiefgehen mit der Eintrittskarte für das Finale am 20. Mai in Istanbul, sollte das eingedenk der sechs Freiburger Siege in sechs Europa-League-Heimspielen wohl heißen. Allerdings nannte Atubolu auch die große Krux des Sport-Club nach 49 Pflichtspielen in dieser Saison: "Am Ende hat die Kraft gefehlt."
Noch einmal alle verfügbaren Energien bündeln, lautet also die Losung für den 7. Mai. Dann entscheidet sich am Fuße des Schwarzwalds, ob die Hausherren dem ersten internationalen Viertel- und Halbfinale der Vereinsgeschichte auch noch ihr Premieren-Endspiel auf europäischer Bühne anhängen können.
"Diese WM 2026 wird alles Dagewesene in den Schatten stellen", berichtet ZDF-Sportreporter Markus Harm vom FIFA-Kongress aus Vancouver.
30.04.2026 | 3:09 minSpielerisches Übergewicht Bragas gegen Ende
In Bragas berühmtem Steinbruchstadion konnte Schusters Ensemble den frühen Rückstand nach einem fehlerhaften Klärungsversuch von Linksverteidiger Jordy Makengo zügig durch Grifo egalisieren. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff parierte der spätere Unglücksrabe Atubolu dann einen - zumindest fragwürdigen - Strafstoß.
In einer recht zerfahrenen zweite Hälfte erspielten sich die Portugiesen in der Schlussviertelstunde ein erkennbares Übergewicht. Gäste-Coach Schuster wehrte sich jedoch gegen den Verdacht, seine Mannschaft habe auf Remis gespielt. Lieber sprach er von einem "sehr aufwändigen Spiel" und betonte: "Ein 1:1 wäre wahrscheinlich gerecht gewesen."
Abwehrchef Ginter tobt vor Wut
Da es aber auch in Freiburger Fußballerleben nicht immer gerecht zugeht, könnte dem SC nach einem aufregenden Frühjahr ein grauer Ausklang blühen: Bei einem Triumph in der Europa League lockt zwar noch immer das Billet für die Königsklasse. Andererseits könnte Freiburg selbst die Conference League verpassen.
"Unfassbar, so ein unnötiges Gegentor", schnaubte Torwart Atubolu in Braga. Der zutiefst frustrierte Abwehrchef Matthias Ginter pfefferte nach dem Abpfiff erst seine Trainingsjacke auf den Rasen, anschließend kickte er vor Wut zwei Trinkflaschen durch die Gegend.
Am 11. Juni beginnt die WM. Wissenschaftler warnen vor extremer Hitze im Süden der USA und Mexiko. Die FIFA verspricht Schutzmaßnahmen. Experten fordern, dass diese auch wirklich greifen.
29.04.2026 | 1:19 minRoutinier Grifo rechnet mit Reaktion
Was blieb, war die Hoffnung auf ein Happy End in der kommenden Woche. Am überzeugendsten ausgedrückt vom 33-jährigen Grifo, der erwähnte:
Ich bin mir ziemlich sicher, dass unsererseits eine Reaktion auf diesen Rückschlag erfolgt.
Vincenzo Grifo
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