RB Leipzig: Warum Druck Ole Werner nicht mehr aus der Ruhe bringt

RB Leipzig:Warum Druck Ole Werner nicht mehr aus der Ruhe bringt

von Ullrich Krömer

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Kein Trainer wurde vor Amtsantritt bei RB Leipzig so kritisch beäugt wie Ole Werner. Die Frage lautete: Kann der das? Werner bewies: Er kann.

Ole Werner

Ole Werner gilt als unaufgeregt und fokussiert. Der RB-Trainer hat gelernt mit existenziellem Druck umzugehen.

Quelle: imago

Vielleicht liegt es an seinem norddeutschen Temperament, doch Ole Werner ist der Druck, der aktuell auf ihm und seinem Team lastet, nicht anzumerken. Nach einer Saison gänzlich ohne internationalen Wettbewerb soll der 37-Jährige Leipzig in seinem ersten Jahr als RB-Trainer doch bitteschön umgehend wieder in die Champions League führen.

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Doch Werner präsentiert sich vor dem Topspiel bei Eintracht Frankfurt (Samstag, 18.30 Uhr, ausführlicher Bericht im sportstudio-Livestream ab 22.30 Uhr) tiefenentspannt, plauderte bei einem Talk der LVZ unter der Woche offen und launig auch über private Themen, erzählte etwa, dass er sich noch sehr gut daran erinnern könne, als er bis vor sechs, sieben Jahren noch wenig Geld auf dem Konto hatte.

"Ich weiß durchaus, wie das ist, wenn man am Geldautomaten kein Geld mehr bekommt oder an der Supermarktkasse den Einkauf nicht bezahlen kann", gab er zu. "Das ist ein ziemlich peinliches Gefühl, das habe ich alles kennengelernt. Und ich bin sehr froh, dass ich mir darüber heute keine Gedanken mehr machen muss, weil ich weiß, dass es auch anders sein kann."

Dieses Wissen verleihe ihm heute eine "gewisse Freiheit und Unabhängigkeit". Wer existenziellen Druck verspürt hat, hat vielleicht auch eine andere Gelassenheit im Umgang mit vergleichsweise privilegierten Themen wie einer Champions-League-Qualifikation.

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13.04.2026 | 10:04 min

RB-Trainer Werner bleibt vor Frankfurt Spiel demonstrativ ruhig

In jedem Fall zeichnen Werner seine Klarheit und Gelassenheit aus. Das mag in der Öffentlichkeit bisweilen nüchtern und unspektakulär rüberkommen, doch diese Ruhe tut RB gut und färbt in der Crunchtime der Saison auf die Mannschaft und den ganzen Klub ab.

Werners Chef Marcel Schäfer, Geschäftsführer Sport bei RB, sagt zu ZDFheute:

Ole und sein Trainerteam sind extrem fokussiert. Das spürt man in jedem Gespräch, in jeder Spielvorbereitung, in jeder Situation.

Marcel Schäfer, Geschäftsführer Sport bei RB

Werner sei "grundsätzlich und auch in Stresssituationen unaufgeregt, ergebnisorientiert und findet die richtige Ansprache".

Werner überzeugt bei RB Leipzig mit Klarheit

Diesen Eindruck spiegeln auch die Führungsspieler. Topscorer Christoph Baumgartner (21 Scorerpunkte) beschreibt den Coach als "sehr analytisch, nicht emotionsgetrieben, sondern auf das fokussiert, was ihm wichtig ist und was uns weiterbringt."

Der Österreicher lobt die guten Matchpläne des Coachs und betont: "Dass die Abläufe immer besser greifen, ist ein Resultat dessen, dass wir ihm und seinen Vorgaben folgen, er uns aber trotzdem auch eine gewisse Freiheit mitgibt." Selbst als Werner in der schlechten Phase im Winter erstmals in die Kritik geriet, blieb er gewohnt cool.

RB Leipzig entwickelt unter Werner ein effektiveres Offensivspiel

Inhaltlich hat Werner es geschafft, den gemeinsam mit Jürgen Klopp erdachten neuen RB-Fußball über die Saison hinweg zu entwickeln. Im 4-3-3-System mit zwei Flügelstürmern erspielt sich Rasenballsport im Schnitt fast vier Torschüsse mehr pro Spiel als in der vergangenen Saison, kreiert mehr Großchancen und trifft häufiger.

Werner hat es geschafft, das Kreativspiel mit Ball wieder zu beleben und zugleich die Tugenden gegen den Ball wieder zu schärfen. An der perfekten Balance zwischen beidem beißen sich die RB-Trainer seit Jahren die Zähne aus.

Ole hat den Umbruch, den wir im Sommer hin zur jüngsten Mannschaft der Liga vollzogen haben, bisher sehr gut auf den Platz bekommen.

Marcel Schäfer

Nun gehe es darum, "das Maximum aus der Saison herauszuholen und uns selbst zu belohnen". Werner habe "großen Anteil daran, dass wir uns vor der Crunchtime in diese aussichtsreiche Position gebracht haben". Am Ende jedoch wird der Trainer im Red-Bull-Konzern ebenso wie in der Öffentlichkeit vor allem danach abgerechnet werden, ob er die "Königsklasse" erreicht oder nicht. Aus der Ruhe bringen lässt sich Werner davon nicht.

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Das ZDF berichtete zu diesem Thema am 13. April 2026 um 0:02 Uhr im Beitrag "Diamande lässt Leipzig gegen Gladbach jubeln". Das ZDF berichtet über Highlights der Fußball-Bundesliga immer montags ab 0:00 Uhr bei sportstudio.de.
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