Wadephul: Gespräch mit Lawrow war "lebhaft und intensiv"

Außenminister gibt im ZDF mehr Einblicke:Wadephul: Gespräch mit Lawrow war "lebhaft und intensiv"

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Das Gespräch des Bundesaußenministers Wadephul mit Russlands Minister Lawrow stößt auf geteiltes Echo. Der CDU-Politiker reagiert im ZDF auch auf den Spott seines Amtskollegen.

Schaltgespräch Sievers und Wadephul am 27.09.26

Außenminister Wadephul betont im Interview, das Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow sei "kein Politikwechsel". Deutschland stehe fest an der Seite der Ukraine.

27.09.2026 | 5:54 min

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) verteidigt im ZDF-Interview sein Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. "Das war schon richtig, dass wir miteinander gesprochen haben. Es war notwendig, dass wir nochmal ganz offiziell unsere Position dort machen konnten", sagte er im Gespräch mit heute-journal-Moderator Christian Sievers. Es sei ihm wichtig gewesen, den Drohnenvorfall in Leipzig und das Thema Getreidelieferungen anzusprechen. "Ich wollte ja insbesondere Botschaften loswerden und ich denke, das ist mir gelungen."

Lawrow fand das Treffen hingegen überflüssig, er habe dem deutschen Außenminister gesagt: "Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können: 'Lesen Sie meine Erklärung'". Wadephul konterte im heute journal:

So redet jemand, der nicht ganz starke Argumente hat.

Johann Wadephul, Bundesaußenminister

Er hätte es "in der Tat" so machen können, wie Lawrow es vorschlug, doch: "Nun waren wir beide in New York und es ist ja sogar so gewesen, dass die russische Seite das Gespräch dann in den Räumlichkeiten der russischen Delegation angeboten hat". Das habe Wadephul dann angenommen.

USA, New York City: Sergei Lawrow (l), Außenminister von Russland,

Außenminister Wadephul hat sich in New York mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow getroffen. Es ist das erste bilaterale Treffen der Außenminister beider Länder seit Jahren.

26.09.2026 | 2:25 min

Wadephul: Kein Politikwechsel im Ukraine-Krieg

Das Treffen bedeute auch keinen Politikwechsel mit Blick auf die Unterstützung der Ukraine gegen die russische Aggression, beteuerte Wadephul im ZDF:

Wir stehen vollkommen fest an der Seite der Ukraine, daran ändert sich nichts.

Johann Wadephul, Bundesaußenminister

"Das habe ich Herrn Lawrow auch noch einmal gesagt, deswegen vielleicht auch seine Reaktion." Man erhöhe den Druck auf Russland und erwarte, dass Russland an den Verhandlungstisch kommt", so der deutsche Außenminister.

Das Gespräch mit Lawrow sei "lebhaft und intensiv" gewesen, eine "Mischung" aus Gespräch und dem Vorlesen von Standpunkten. "Ein paar Positionen liest man auch vor, weil man sich Gedanken gemacht hat, weil man Sachen sagen will", so Wadephul. "Dann gibt es auch ein Gespräch und auch eine Diskussion, dann geht das Wort hin und her."

Insgesamt habe Wadephul bei dem Gespräch aber keine Ernsthaftigkeit auf russischer Seite gespürt. "Deswegen werden wir am Ball bleiben müssen", sagte der CDU-Politiker. Man müsse "alles versuchen, dass dieser Krieg auf diplomatischem Weg zu einem Ende gebracht wird."

Johann Wadephul

Im ZDF-Exklusiv-Interview spricht Außenminister Johann Wadephul nach dem Treffen mit Sergej Lawrow von einem "intensiven Gespräch". Weitere Gespräche würden nun in russischer Hand liegen.

26.09.2026 | 3:28 min

Lob und Kritik aus Deutschland

In Deutschland stößt das Treffen auf gemischte Reaktionen. Kritik erhielt Wadephul aus seiner eigenen Partei. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche." Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow "wie immer lächerlich gemacht".

Unterstützung bekam Wadephul hingegen aus der SPD: "Wir begrüßen das Treffen von Wadephul mit Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung in New York", sagte der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic. Es brauche neben der humanitären, finanziellen und militärischen Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine auch verstärkt diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges. Deswegen sei dies ein wichtiger Schritt. Der "Rheinischen Post" sagte Ahmetovic zudem, weitere Vorstöße in diese Richtung müssten folgen, auch in Absprache mit Frankreich und Großbritannien im sogenannten E3-Format.

Schaltgespräch Siever Kynast 26.09.26

„Das ist ein Kurswechsel der deutschen und der europäischen Politik“, sagt ZDF-Korrespondent Kynast zum Treffen in New York zwischen dem deutschen und dem russischen Außenminister.

26.09.2026 | 2:20 min

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Quelle: ZDF, dpa
Über dieses Thema berichtet das heute journal am 27.09.2026 ab 21:45 Uhr und am 26.09.2026 ab 22:45 Uhr.

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