Krieg in der Ukraine: Russland greift Kiews Datennetze an

Angriffe aufs Datennetz, neue Drohnen:Was diese Woche im Ukraine-Krieg passiert ist

von Christian Mölling

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Angriffe auf Rechenzentren stören in Kiew das Internet, die Ukraine trifft russische Raffinerien. Moskaus behauptete Einkesselung ist nicht belegt - die Woche im Ukraine Krieg.

Ukraine, Donezk: Durch Militärangriff auf Yasinovataya entstandene Schäden werden repariert

Russland nimmt weiterhin die Energieinfrastruktur zum Ziel seiner Angriffe: Arbeiter reparieren Schäden an den Leitungen in der ostukrainischen Stadt Jassynuwata.

Quelle: TASS / Yagodkin, Dmitry / Imago

Russland nimmt in Kiew inzwischen auch Rechenzentren und Internetverbindungen ins Visier. Nach Angriffen am 23. September meldeten die Anbieter UTELS und Pawutyna Schäden an ihren Anlagen und Störungen für Kunden. Weitere Angriffe folgten. Das weitet die russischen Luftangriffe auf Infrastruktur aus, die für Unternehmen, Behörden und den Alltag der Menschen gebraucht wird. 

Russland behauptet, mit den Angriffen auch militärische Kommunikation zu treffen. Dafür gibt es bislang keinen belastbaren Nachweis. Ukrainische Stellen sehen nach Angaben des Institute for the Study of War keine Hinweise auf Ausfälle bei Armee oder staatlichen Einrichtungen. Selbst ein längerer Ausfall einzelner Anbieter legt das Internet des Landes nicht lahm: Die Ukraine verfügt über viele Anbieter und Verbindungen. Für die Betroffenen können örtliche Unterbrechungen dennoch gravierend sein, etwa wenn Warnungen vor neuen Angriffen sie nicht erreichen. 

Kiew meldet neue Abfangmittel 

Russlands strahlgetriebene Drohnen sind seit Wochen Teil großer Angriffswellen. Die Meldung dieser Woche betrifft die Abwehr: Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am 26. September, mehrere Prototypen von Abfangdrohnen gegen diese Ziele seien bereits im Kampfeinsatz. Wie viele verfügbar sind und wie wirksam sie sind, ist nicht unabhängig bestätigt. Ob die Ukraine bald genügend davon herstellen kann, ist offen. Gegen ballistische Raketen braucht sie weiterhin Systeme wie Patriot. 

Johann Wadephul

Im ZDF-Exklusiv-Interview spricht Außenminister Johann Wadephul nach dem Treffen mit Sergej Lawrow von einem "intensiven Gespräch". Weitere Gespräche würden nun in russischer Hand liegen.

26.09.2026 | 3:28 min

Raffinerien in Russland stehen still 

Die Ukraine setzt ihrerseits die Angriffe auf die russische Ölverarbeitung fort. In der Nacht zum 25. September wurden Anlagen in Nowoschachtinsk im Gebiet Rostow und in Perm getroffen. Der russische Gouverneur bestätigte, dass die Raffinerie in Nowoschachtinsk ihren Betrieb vorübergehend einstellte. Für Perm gibt es offensichtlich ebenfalls einen Betriebsstopp. Wie lange die Unterbrechungen dauern, ist nicht bekannt. 

Die Auswahl der Ziele folgt einer erkennbaren Logik: Raffinerien liefern Treibstoff und bringen Einnahmen; Reparaturen binden Geld und Material. Ein Treffer schafft aber weder eine dauerhafte Produktionslücke noch einen unmittelbaren Treibstoffmangel bei den russischen Streitkräften.

Anne Brühl sitzt auf der Volle Kanne Couch

Neben den Diskussionen um einen Friedensplan gehen die russischen Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur weiter. ZDF-Reporterin Anne Brühl berichtet, wie die Menschen vor Ort leben.

27.11.2025 | 14:00 min

Umgekehrt versucht Russland mit Angriffen auf ukrainische Verkehrswege, Häfen und jetzt auch Datennetze, die wirtschaftliche und logistische Widerstandskraft der Ukraine zu schwächen. 

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An der Front zählen gesicherte Positionen 

Bei Dobropillja südwestlich des ukrainischen Festungsgürtels meldete das russische Verteidigungsministerium in dieser Woche eine Einkesselung ukrainischer Kräfte. Bildbelege stützen das nicht. Offensichtlich drangen zwar kleine russische Gruppen in umkämpfte Gebiete vor. Daraus folgt aber keine geschlossene russische Kontrolle über die Wege in die Stadt. Ukrainische Einheiten halten Dobropillja nach eigenen Angaben weiter. Aus der Anwesenheit einzelner russischer Gruppen folgt weder gesicherte Geländekontrolle noch eine Einkesselung. 

Nördlich von Lyman geht die schon länger laufende ukrainische Gegenoffensive weiter. Ein ukrainischer Kommandeur schilderte am 26. September, seine Truppen hätten zunächst die Versorgung russischer Gruppen hinter der Front angegriffen und diese erst danach bekämpft. So sollten Verstärkungen ausbleiben und die Gruppen isoliert werden. Das erklärt einen möglichen Mechanismus örtlicher Erfolge, ist aber zunächst die Darstellung eines Beteiligten. Die unabhängig sichtbaren Positionsänderungen reichen nicht für die Behauptung, an der gesamten Front habe sich das Kräfteverhältnis gedreht. Auch russische Vorstöße bei Kostjantyniwka dauern an.  

Russland greift ukrainische Verkehrswege, Häfen und Datennetze an; die Ukraine attackiert russische Raffinerien. Ob daraus eine militärische Entscheidung folgt, hängt von der Dauer der Schäden, der Abwehr und den Kräften am Boden ab. Die Gespräche über eine begrenzte Pause bei Angriffen auf Energieanlagen haben bislang keine Vereinbarung hervorgebracht; die Angriffe gehen weiter.

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Über den Krieg Russlans gegen die Ukraine berichtet das ZDF fortlaufend, zuletzt im heute journal am 26.09.2026 ab 23:00 Uhr.

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