Wadephul trifft Lawrow in New York am Rande der UN-Generaldebatte

Am Rande der UN-Versammlung in New York:Erste Gespräche seit Jahren: Wadephul trifft Lawrow

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Außenminister Johann Wadephul hat sich mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen. Es ist das erste bilaterale Treffen der Außenminister beider Länder seit Jahren.

USA, New York City: Sergei Lawrow (l), Außenminister von Russland,

Hier trifft Außenminister Wadephul seinen russischen Amtskollegen Lawrow zum Gespräch.

26.09.2026 | 0:07 min

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich am Rande der UN-Vollversammlung mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul getroffen. Das Treffen dauerte gut 20 Minuten. Das Gespräch habe auf Initiative der deutschen Seite stattgefunden, teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, mit.

Es ist das erste Gespräch auf dieser Ebene seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022. Seitdem waren deutsche und russische Regierungsvertreter zwar bei verschiedenen internationalen Treffen gemeinsam vertreten, direkte Gespräche auf Außenminister-Ebene blieben bisher jedoch aus.

Johann Wadephul

Im ZDF-Exklusiv-Interview spricht Außenminister Johann Wadephul nach dem Treffen mit Sergej Lawrow von einem "intensiven Gespräch". Weitere Gespräche würden nun in russischer Hand liegen.

26.09.2026 | 3:28 min

ZDF-Korrespondent: "Kurswechsel der Bundesregierung"

"Das Treffen markiert einen Kurswechsel der Bundesregierung. Seit Beginn des russischen Angriffs hat kein deutscher Minister mehr mit Moskau geredet", ordnet ZDF-Hauptstadtkorrespondent Andreas Kynast das Treffen ein. "Für diese und die Vorgängerregierung galt das Mantra 'Nicht ohne die Ukraine über die Ukraine reden'."

Wer genau hingehört hat, konnte aber bereits in den vergangenen Tagen heraushören, dass Merz und Wadephul die Zeit für Gespräche für gekommen halten.

Andreas Kynast, ZDF-Korrespondent

So habe es Wadephul "ausdrücklich nicht kritisiert, dass US-Präsident Trump den russischen Machthaber Putin zum G20-Treffen nach Florida eingeladen hat", sagte Kynast. "Und Bundeskanzler Merz deutet bereits seit mehreren Monaten ein stärkeres diplomatisches Engagement Deutschlands an."

Dennoch: "Dass es unter den Europäern ausgerechnet die Deutschen sind, die die lange Phase des Schweigens brechen, ist eine große Überraschung", sagt Kynast und resümiert: "Sie zeigt auch, dass es die Regierung Merz ernst meint, wenn sie von Führungsanspruch redet."

Es ist das erste Treffen eines deutschen Außenministersmit russischen Vertretern seit Beginn des Ukraine-Krieges.

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat in New York überraschend mit dem russischen Außenminister Lawrow gesprochen. ZDF-Korrespondent Andreas Kynast berichtet.

26.09.2026 | 1:07 min

Wadephul spricht Anschlagsversuch in Leipzig an

Wie aus Delegationskreisen verlautetete, hat Außenminister Wadephul bei dem Gespräch die Russische Föderation aufgefordert, den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen. Vorfälle wie der kürzliche Anschlagsversuch in Leipzig oder weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der angegriffenen Ukraine nicht erschüttern. Sie würden jedoch das von Russland ohnehin bereits schwer beschädigte bilaterale Verhältnis zu Deutschland weiter beeinträchtigen.

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Ein solcher bedauerlicher Zustand der Beziehungen sei jedoch nicht im Interesse Deutschlands, soll Wadephul unterstrichen haben. Die Möglichkeit der Rückkehr zu einem konstruktiveren Verhältnis bestehe jederzeit. Sie setzte jedoch die ernsthafte Bereitschaft der russischen Führung voraus, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden und an der Wiederherstellung einer dauerhaften Friedensordnung in Europa mitzuwirken.

Wadephul: Drohnenangriffe "nicht akzeptabel"

Im anschließenden Exklusiv-Interview mit dem ZDF sagte Wadephul, dass man sich über die wesentlichen Punkte zwar "nicht einig geworden" sei. Ihm sei es jedoch wichtig gewesen "klarzumachen, dass Deutschland Dinge wie die Drohnenangriffe in Leipzig nicht akzeptiert". Das sei eine Eskalation, die "nicht akzeptabel" sei.

Ich habe Russland klar gewarnt, nicht so weiterzumachen. Wir können uns verteidigen, wir können uns wehren, das werden wir auch tun.

Außenminister Johann Wadephul (CDU)

Als Gründe für das überraschende Gespräch gab Wadepuhl unter anderem an, dass er von Kollegen gebeten worden sei. "Und ich möchte nicht, dass wir Europäer den Amerikanern den kompletten Austausch mit Russland überlassen. Deswegen habe ich gesprochen."

Zwar gebe es "kategorische Unterschiede (...) zwischen unseren Regierungen." Aber selbst im Kalten Krieg habe es Gespräche gegeben, betonte Wadephul. Zu Verhandlungen über die Ukraine gelte aber weiterhin der Grundsatz: "Ich verhandele nicht über die Ukraine, das machen die Ukrainerinnen und die Ukrainer selber."

Lawrow fand Treffen überflüssig - Wadephul "hätte anrufen können"

Lawrow sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass er durch das Gespräch mit Wadephul nichts Neues gehört habe. Er habe dem deutschen Außenminister gesagt: "Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können: 'Lesen Sie meine Erklärung'."

Deutschland habe das Treffen am Vortag in "letzter Minute" angefragt, sagte Lawrow. Nach Ansicht des russischen Ministers entstand im Gespräch mit dem deutschen Außenminister "der Eindruck, dass eine solche unterschwellige Botschaft mitschwang: Ich bin zu Ihnen gekommen, ich habe mich zu Ihnen herabgelassen".

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Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 26.09.2026 um 17:38 Uhr und die heute-Sendung am 26.09.2026 ab 19 Uhr.

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