Rechtextremistisches Personenpotenzial erneut gewachsen

Eilmeldung

Verfassungsschutzbericht 2025:Rechtsextremistisches Personenpotenzial erneut gewachsen

von Jan Henrich

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Der aktuelle Verfassungsschutzbericht verzeichnet Bedrohungen für die Demokratie. Sorge macht den Behörden vor allem der Einfluss von Rechtsextremisten auf Jugendliche.

Rechtsextreme Jugendgruppen. Mitglieder tragen T-Shirts mit dem Aufdruck "Deutsche Jugend voran"

phoenix im Livestream: Die Vorstellung des Verfassungsschutzberichts live.

20.06.2026

Die größte Bedrohung für die Demokratie in Deutschland ist weiterhin der Rechtsextremismus. Das Personenpotenzial in diesem Bereich ist auf 59.800 Personen angewachsen, ein Anstieg von mehr als 8.000 Personen.

Das geht aus dem Verfassungsschutzbericht 2025 hervor, der ZDFheute vorliegt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Verfassungsschutzpräsident Sinan Seelen haben den Bericht am Dientag in Berlin vorgestellt.

Beunruhigend ist laut Verfassungsschutz insbesondere ein Trend zur Verjüngung in der gewaltorientieren rechtsextremistischen Szene. Unterschiedliche Organisationen würden sich vermehrt auf die Beeinflussung von Kindern und Jugendlichen fokussieren. Akteure seien zum Teil noch minderjährig.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt stellt bei einer Bundespressekonferenz die Statistik politisch motivierter Kriminalität für das vergangene Jahr vor.

Laut dem BKA ist mit 85.837 Straftaten die politisch motivierte Kriminalität vergangenes Jahr um zwei Prozent gestiegen. Besonders im linken Spektrum haben Gewalttaten stark zugenommen.

09.06.2026 | 1:29 min

Anstieg auch bei Linksextremismus

Auch im Bereich des Linksextremismus sei das Personenpotenzial im vergangenen Jahr um 4.200 auf nunmehr 42.200 Personen gewachsen, so der Bericht. Insbesondere die Gewalt gegen vermeintlich Rechtsextreme und Polizisten habe deutlich zugenommen.

Taten des Netzwerks "Antifa-Ost" würden dabei eine hervorgehobene Rolle spielen. Der Bericht verzeichnet zudem eine Vielzahl von Angriffen gegen Kritische Infrastrukturen und Wirtschaftsunternehmen. Dobrindt spricht von einem "ernsten Warnsignal" für den Rechtsstaat:

Verheerende Brandanschläge auf die Berliner Stromversorgung im Januar sowie die langjährige Anschlagserie in München und Umgebung: Sie belegen das perfide Vorgehen gewaltbereiter Linksextremisten.

Alexander Dobrindt, CSU

Alexander Dobrindt

Im Gegensatz zum Rechtsextremismus wird Linksextremismus häufig verharmlost. Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz will Innenminister Dobrindt nun aber hart durchgreifen.

11.01.2026 | 4:28 min

Bedrohungen gegen Jüdinnen und Juden

Zentrale Herausforderung sei zudem der Antisemitismus, so der Bericht. Der Nahostkonflikt wirkt sich weiterhin auf Deutschland aus, in Form von Bedrohungen gegen Jüdinnen und Juden sowie antisemitische Hetze in sozialen Medien.

Auch der islamistische Terrorismus stelle unverändert eine erhebliche Gefahr dar. Die Bedrohung gingen allerdings zunehmend von jungen, allein handelnden und online radikalisierten Tätern aus, so der Bericht.

17.06.2026, Berlin: Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus

Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau. Zu den insgesamt 8.725 Fällen im Jahr 2025 zählen Beleidigungen, Schmierereien oder Angriffe auf Juden.

17.06.2026 | 0:21 min

Anzahl "Reichsbürger" stagniert

Die Szene der "Reichsbürger" und "Selbstverwalter" ist laut Verfassungsschutz in etwa gleich groß geblieben. Dem Bereich werden wie im Vorjahr 26.000 Personen zugeordnet.

Allerdings seien die Grenze zur rechtsextremen Szene fließender geworden, sodass eine eindeutige Zuordnung in vielen Fällen schwerer falle.

Über dieses Thema berichtete phoenix am 30.06.2026 ab 10:00 Uhr.

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