Dobrindt stellt Zahlen zu politisch motivierter Kriminalität vor

Statistik des Bundeskriminalamts:Zahl politisch motivierter Straftaten erneut gestiegen

Jan Henrich

von Jan Henrich

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Die Zahl politisch motivierter Straftaten hat einen neuen Höchstwert erreicht. Der Großteil der Delikte kommt von rechts, doch auch links motivierte Kriminalität nimmt stark zu.

Jahresbericht politisch motivierte Kriminalität

Sehen Sie hier die gesamte Pressekonferenz mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, zum Jahresbericht zu politisch motivierter Kriminalität im Jahr 2025.

09.06.2026 | 54:30 min

Die Zahl der politisch motivierten Straftaten ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Die Polizeibehörden von Bund und Ländern verzeichneten insgesamt 85.837 Taten. Rund zwei Prozent mehr als 2024. Die Zahl der Fälle erreicht damit einen neuen Höchstwert.

Das Bundeskriminalamt, das die Zahlen gemeinsam mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) veröffentlicht hat, sieht unter anderem die Wahlen im vergangenen Jahr als Grund für den Anstieg.

Entwicklung der politisch motivierten Straftaten 2016 bis 2025

ZDFheute Infografik

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Knapp die Hälfte der Fälle rechts motiviert

Wie in den Vorjahren machen Taten aus dem rechten Spektrum den größten Teil der erfassten politisch motivierten Delikte aus. Hier verzeichnete das BKA insgesamt 42.544 Fälle.

Die meisten Fälle davon gehen auf sogenannte Propagandadelikte zurück, wie beispielsweise das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

An von rechts motivierten Gewalttaten, wie etwa Körperverletzungen, führt die Statistik 1.598 Fälle auf. Das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Ein Blaulicht blinkt an einem Einsatzfahrzeug der Bundespolizei.

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Politisch links motivierte Taten steigen um 35 Prozent

Den größten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Statistik bei politisch von links motivierten Taten. Insgesamt zählen die Polizeibehörden 13.490 Fälle und damit 35,29 Prozent mehr als 2024. Von links motivierte Gewalttaten sind sogar um 42,6 Prozent gestiegen, von 762 auf 1.087 Fälle. Der Anstieg stünde unter anderem im Zusammenhang mit Demonstrationen und Gewalt gegen Polizisten, so Dobrindt bei der Vorstellung der Zahlen.

Straßenkampf und Stromsabotage, beides ist zusammen gewachsen. Beides bildet sich in diesen Kurven ab.

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister

Der Großteil der Fälle aus dem linken Spektrum geht auf Sachbeschädigungen zurück.

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Auswirkungen auf Sicherheit durch IS

Die Zahl der Fälle, die "ausländischer Ideologie" zugeordnet werden, ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Die Zahl der Delikte im Bereich "religiöse Ideologie" ist leicht gestiegen, auf 1.983 erfasste Taten.

Das BKA warnt zudem, dass in diesem Bereich der sogenannte Islamische Staat (IS) weiterhin ein relevanter Einflussfaktor sei. Dessen intensive Propagandabemühungen würden sich weiterhin maßgeblich auf die Sicherheitslage in Deutschland auswirken.

Hasskriminalität leicht gestiegen

Auch mit Blick auf das sogenannte Oberthemenfeld der Hasskriminalität, also Straftaten, die von gruppenbezogenen Vorurteilen motiviert sind, verzeichnet das BKA einen leichten Anstieg. Insbesondere die Zahl der frauenfeindlichen Taten hat laut Statistik im vergangenen Jahr zugenommen.

Bei Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger verzeichnet die Statistik einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts, betonte allerdings, dass die Dunkelziffer in diesem Bereich hoch sei. Anfeindungen gegen Kommunalpolitiker seien kein Randphänomen mehr.

Insgesamt sehe man eine weitere Polarisierung der Gesellschaft, so Münch. Soziale Medien seien dabei ein wesentlicher Treiber für Radikalisierungsprozesse.

All diese Straftaten sind ein Schlag gegen das Selbstverständnis unserer Demokratie.

Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamts

Über dieses Thema berichtete phoenix vor Ort am 08.06.2026 ab 10:00 Uhr.

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