Trump-Kritik an Verteidigungsbündnis :Nato nur "Papiertiger" - Trump droht erneut mit Bündnis-Aus
In einem Zeitungsinterview hat Trump die Nato als "Papiertiger" kritisiert. Der US-Präsident droht erneut mit Austritt aus dem Bündnis - aufgrund mangelnder Hilfe im Iran-Krieg.
"Es brodelt zwischen den USA und den europäischen Nato-Partnern", erklärt ZDF-Korrespondentin Jutta Sonnewald.
01.04.2026 | 3:09 minUS-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio haben erneut den Austritt der Vereinigten Staaten aus der Nato angedroht. Trump bezeichnete die Allianz im Gespräch der britischen Zeitung "The Telegraph" als "Papiertiger".
US-Verteidigungsminister Rubio droht auch mit Nato-Austritt
Es stehe kaum noch zur Debatte, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Iran-Krieges überdacht werden müsse. Laut Trump gehe es "über ein bloßes Hinterfragen hinaus". Rubio hatte sich zuvor in einem Interview des Senders Fox News ähnlich geäußert. Dem Transkript seines Ministeriums zufolge sagte der US-Außenminister:
Ich denke also, dass es leider keinen Zweifel gibt, dass wir nach Abschluss dieses Konflikts diese Beziehung neu bewerten müssen.
Marco Rubio, Außenminister der USA
Die US-Strategie im Iran-Krieg schwankt zwischen Drohungen und Diplomatie. Präsident Trump will einen Deal mit Iran; gleichzeitig werden Bodentruppen in den Nahen Osten verlegt.
30.03.2026 | 1:47 min"Wenn es bei der Nato nur darum geht, die Europäer zu verteidigen, wenn sie angegriffen werden, aber sie uns die Nutzung ihrer Stützpunkte verwehren, dann ist das keine besonders gute Vereinbarung", sagte der US-Verteidigungsminister dem US-Sender Fox News. Letztlich sei es eine Entscheidung des Präsidenten. "Und er wird sie treffen müssen", so Rubio.
Nato-Beistandspflicht greift nicht im Iran-Krieg
Der "Telegraph" schrieb, Trump habe im Gespräch gesagt, er sei "froh", dass Rubio diese Aussagen gemacht habe. Die US-Regierung kritisiert seit Wochen die aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung der Nato-Partner im Iran-Krieg.
Zu Gast bei Maybrit Illner sind Wolfgang Ischinger (Münchner Sicherheitskonferenz), SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetović, „Wirtschaftsweise“ Veronika Grimm, Daniel Gerlach und Peter R. Neumann.
19.03.2026 | 58:54 minEs geht unter anderem um die Nutzung von Stützpunkten und die Hilfe in der Krise um die für die Weltwirtschaft bedeutende Straße von Hormus. Zuletzt hatten mehrere europäische Länder, darunter Italien, die Nutzung von Stützpunkten auf ihrem Boden durch die US-Armee eingeschränkt. Am Montag hatte Spanien seinen Luftraum für US-Flugzeuge geschlossen, die Einsätze gegen den Iran fliegen.
Ein wichtiger Grundpfeiler des Verteidigungsbündnisses ist die gegenseitige Beistandspflicht der Verbündeten im Angriffsfall nach Artikel 5. Der von den USA und Israel begonnene Iran-Krieg ist davon nicht abgedeckt.
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