re:publica startet in Berlin:Wohin geht die Macht in der digitalen Welt?
von Jan Henrich, Berlin
In Berlin beginnt heute die dreitägige Digitalkonferenz re:publica. Ein Fokus dabei: Machtkonzentration im KI-Zeitalter und was die Gesellschaft dem entgegensetzen kann.
Die re:publica findet vor dem Hintergrund einer zunehmenden Machtkonzentration mit Blick auf KI statt. (Symbolbild)
Quelle: dpaDie diesjährige re:publica hat ein Meme als Motto: "Never gonna give you up". Der harmlose Internet-Scherz, auf den dabei angespielt wird, ist in etwa so alt wie die Digitalkonferenz selbst. Doch in den vergangenen knapp 20 Jahren scheint der Unterton deutlich ernster geworden zu sein. An das "Nicht-Aufgeben" und "Durchhalten" soll das Motto mittlerweile erinnern.
Bei der dreitägigen Konferenz in Berlin drehen sich die Themen 2026 um den Zustand der Demokratie und um die Macht im digitalen Raum. Deren Konzentration auf wenige Akteure werde immer deutlicher, sagt re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl ZDFheute.
Heute beginnt in Berlin die Medienkonferenz re:publica - der Ausblick.
16.05.2026 | 0:47 minWenige Player dominieren den KI-Markt
Man habe sich abhängig gemacht von einzelnen Unternehmen und Personen. Eine Tendenz, die es in der digitalen Welt schon seit Jahrzehnten gebe. Doch vor allem auf dem KI-Markt würde derzeit eine Monopolbildung "auf Steroiden" stattfinden, warnt Beckedahl.
Wenige Unternehmen dominieren den Markt für künstliche Intelligenz und diese Unternehmen haben einen großen Vorsprung.
Markus Beckedahl, Mitbegründer re:publica
Künstliche Intelligenz erhält immer mehr Einzug in unseren Alltag - besonders die junge Generation greift häufig darauf zurück. Welche Folgen hat das für unser Zusammenleben?
07.05.2026 | 11:36 minEinzelne Tech-Giganten könnten viel Geld in Rechenpower investieren und gleichzeitig auf große Datenschätze zurückgreifen. Dadurch ließen sich Vorteile und Macht immer weiter ausbauen.
Zuletzt hatten unter anderem die US-Unternehmen Amazon und Anthropic eine "strategische Partnerschaft" mit einem Gesamtvolumen von über 100 Milliarden US-Dollar an Einkäufen und Investitionen angekündigt.
In den USA sind große Datenzentren ein Milliardenmarkt, der von der Trump-Regierung gefördert wird. Der Wasserverbrauch der Rechenzentren könnte Dürren, zum Beispiel in Wyoming, verschlimmern.
22.04.2026 | 6:28 minPolitik steuert in Richtung De-Regulierung
Die Strukturen seien nicht gottgegeben, sagt Beckedahl. Die Gesellschaft müsse darüber diskutieren, wie man Macht begrenzt und bestehende Regeln konsequenter durchsetzt.
Doch in der Politik scheint die Diskussion rund um künstliche Intelligenz derzeit eher in eine andere Richtung zu gehen. Auf Ebene der Europäischen Union wird aktuell an einer Überarbeitung der erst vor kurzem in Kraft getretenen KI-Verordnung gearbeitet.
Strenge Vorgaben, die Tech-Unternehmen beim Einsatz und der Entwicklung von KI-Systemen beachten müssen, sollen wieder aufgeweicht werden. So will die EU mehr Möglichkeiten für Innovation schaffen und Bürokratie abbauen. Mit anderen Worten: De-Regulierung. Einen Kurs, den die deutsche Bundesregierung und insbesondere Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) ausdrücklich unterstützt.
Wer in diesem Jahr bei der re:publica dabei ist:
Angela Merkel
Die ehemalige Bundeskanzlerin ist auf der Konferenz Gast beim WDR Europaforum zum Thema "Trotz allem: Hoffnung Europa?".
Quelle: dpa/Kay NietfeldBeckedahl: re:publica soll Mut machen
Auch er wird sich in diesem Jahr wieder an den Podiumsdiskussionen der re:publica beteiligen, wie auch viele andere Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft.
Mitbegründer Beckedahl wünscht sich, dass die Digitalkonferenz ein Hoffnungsort bleibt und Mut entfacht, auch und gerade weil die Themen ernster geworden seien, als noch zu Zeiten von Rick-Astley-Memes. Und was die Frage der Macht angeht, so Beckedahl, habe man jetzt zumindest die Chance im digitalen Raum von morgen für Wahlfreiheit statt Monopole zu sorgen.
Jan Henrich berichtet aus dem ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin.
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