re:publica 2026 startet in Berlin: Wer hat die Macht im Netz?

re:publica startet in Berlin:Wohin geht die Macht in der digitalen Welt?

Jan Henrich

von Jan Henrich, Berlin

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In Berlin beginnt heute die dreitägige Digitalkonferenz re:publica. Ein Fokus dabei: Machtkonzentration im KI-Zeitalter und was die Gesellschaft dem entgegensetzen kann.

LEDs leuchten in einem Serverschrank in einem Rechenzentrum in Frankfurt am Main am 23.01.2023.

Die re:publica findet vor dem Hintergrund einer zunehmenden Machtkonzentration mit Blick auf KI statt. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Die diesjährige re:publica hat ein Meme als Motto: "Never gonna give you up". Der harmlose Internet-Scherz, auf den dabei angespielt wird, ist in etwa so alt wie die Digitalkonferenz selbst. Doch in den vergangenen knapp 20 Jahren scheint der Unterton deutlich ernster geworden zu sein. An das "Nicht-Aufgeben" und "Durchhalten" soll das Motto mittlerweile erinnern.

Bei der dreitägigen Konferenz in Berlin drehen sich die Themen 2026 um den Zustand der Demokratie und um die Macht im digitalen Raum. Deren Konzentration auf wenige Akteure werde immer deutlicher, sagt re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl ZDFheute.

Ausblick

Heute beginnt in Berlin die Medienkonferenz re:publica - der Ausblick.

16.05.2026 | 0:47 min

Wenige Player dominieren den KI-Markt

Man habe sich abhängig gemacht von einzelnen Unternehmen und Personen. Eine Tendenz, die es in der digitalen Welt schon seit Jahrzehnten gebe. Doch vor allem auf dem KI-Markt würde derzeit eine Monopolbildung "auf Steroiden" stattfinden, warnt Beckedahl.

Wenige Unternehmen dominieren den Markt für künstliche Intelligenz und diese Unternehmen haben einen großen Vorsprung.

Markus Beckedahl, Mitbegründer re:publica

Xplained 2

Künstliche Intelligenz erhält immer mehr Einzug in unseren Alltag - besonders die junge Generation greift häufig darauf zurück. Welche Folgen hat das für unser Zusammenleben?

07.05.2026 | 11:36 min

Einzelne Tech-Giganten könnten viel Geld in Rechenpower investieren und gleichzeitig auf große Datenschätze zurückgreifen. Dadurch ließen sich Vorteile und Macht immer weiter ausbauen.

Zuletzt hatten unter anderem die US-Unternehmen Amazon und Anthropic eine "strategische Partnerschaft" mit einem Gesamtvolumen von über 100 Milliarden US-Dollar an Einkäufen und Investitionen angekündigt.

Ein Computer mit Binärcode und leuchtenden Drahtverbindungen.

In den USA sind große Datenzentren ein Milliardenmarkt, der von der Trump-Regierung gefördert wird. Der Wasserverbrauch der Rechenzentren könnte Dürren, zum Beispiel in Wyoming, verschlimmern.

22.04.2026 | 6:28 min

Politik steuert in Richtung De-Regulierung

Die Strukturen seien nicht gottgegeben, sagt Beckedahl. Die Gesellschaft müsse darüber diskutieren, wie man Macht begrenzt und bestehende Regeln konsequenter durchsetzt.

Doch in der Politik scheint die Diskussion rund um künstliche Intelligenz derzeit eher in eine andere Richtung zu gehen. Auf Ebene der Europäischen Union wird aktuell an einer Überarbeitung der erst vor kurzem in Kraft getretenen KI-Verordnung gearbeitet.

Strenge Vorgaben, die Tech-Unternehmen beim Einsatz und der Entwicklung von KI-Systemen beachten müssen, sollen wieder aufgeweicht werden. So will die EU mehr Möglichkeiten für Innovation schaffen und Bürokratie abbauen. Mit anderen Worten: De-Regulierung. Einen Kurs, den die deutsche Bundesregierung und insbesondere Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) ausdrücklich unterstützt.

Wer in diesem Jahr bei der re:publica dabei ist:

ARCHIV - 20.02.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Angela Merkel (CDU), ehemalige Bundeskanzlerin, aufgenommen nach der Rede von Bundeskanzler Merz beim CDU-Bundesparteitag.
27.03.2026, Berlin: Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales, spricht am Rande der Sitzung des Bundesrates während eines Statements.
Statement mit Katharina Droege von Buendnis 90/Die Gruenen im Bundestag am 5.05.26 in Berlin.
Karin Prien (CDU), Bundesfamilienministerin, bei einer Sitzung des Bundeskabinetts am 22.4.2026 im Bundeskanzleramt Berlin.
Luisa Neubauer spricht beim Internationalen Klimastreik von Fridays for Future. CDU-Zentrale Berlin, 24.04.2026
18.02.2026, Baden-Württemberg, Biberach: Joschka Fischer (Bündnis90/Die Grünen), ehemaliger Außenminister spricht beim Politischen Aschermittwoch von Bündnis90/Die Grünen in der Stadthalle Biberach.
Ricarda Lang und Philipp Amthor in einer Fotomontage

Angela Merkel

Die ehemalige Bundeskanzlerin ist auf der Konferenz Gast beim WDR Europaforum zum Thema "Trotz allem: Hoffnung Europa?".

Quelle: dpa/Kay Nietfeld

Beckedahl: re:publica soll Mut machen

Auch er wird sich in diesem Jahr wieder an den Podiumsdiskussionen der re:publica beteiligen, wie auch viele andere Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft.

Mitbegründer Beckedahl wünscht sich, dass die Digitalkonferenz ein Hoffnungsort bleibt und Mut entfacht, auch und gerade weil die Themen ernster geworden seien, als noch zu Zeiten von Rick-Astley-Memes. Und was die Frage der Macht angeht, so Beckedahl, habe man jetzt zumindest die Chance im digitalen Raum von morgen für Wahlfreiheit statt Monopole zu sorgen.

Jan Henrich berichtet aus dem ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin.

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Über dieses Thema berichtete das heute journal update am 16.05.2026 ab 00:25 Uhr.

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