Chrupalla bei "Lanz": AfD-Chef "maßlos enttäuscht" von Trump

AfD-Parteivorsitzender bei "Markus Lanz":Chrupalla: "Ich bin maßlos enttäuscht von Donald Trump"

von Bernd Bachran

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Tino Chrupalla verteidigt bei "Markus Lanz" seine Linie zum Iran-Krieg, distanziert sich von Trump - und verteidigt zugleich die umstrittenen Verwandtenjobs innerhalb der AfD.

Tino Chrupalla zu Gast bei "Markus Lanz".

Sehen Sie hier die Sendung "Markus Lanz" vom 11. März 2026 in voller Länge.

12.03.2026 | 45:28 min

Kurz nach den Angriffen der USA und Israels auf Iran kritisierten Alice Weidel und Tino Chrupalla das Vorgehen und warnten vor einer weiteren Destabilisierung der Region. Diese Stellungnahme der beiden Parteivorsitzenden löste innerhalb der AfD jedoch teilweise heftigen Widerspruch aus.

So äußerte sich beispielsweise der bayerische AfD-Bundestagsabgeordnete Rainer Kraft zur Erklärung der beiden Parteivorsitzenden: "Wenn rechte Patrioten sich so anhören wie Annalena Baerbock, dann ist die Chance groß, dass es sich gar nicht um rechte Patrioten handelt."

Kriegsminister Pete Hegseth und der Vorsitzende des Joint Chiefs of Staff, General Dan Caine der US Air Force, führen am 10. März 2026 eine Pressekonferenz.

US-Verteidigungsminister Hegseth hat die bisher schwersten Bombardierungen angekündigt. Deutschland betont die Notwendigkeit von Diplomatie, um eine Eskalation zu verhindern.

10.03.2026 | 2:31 min

Tino Chrupalla: "Wir sind eine pluralistische Partei"

Bei "Markus Lanz" tat Tino Chrupalla diese Aussage seines Parteikollegen als "Einzelmeinung, die es in jeder anderen Partei auch gibt" ab. "So was ist seine persönliche Meinung. Wir sind eine pluralistische Partei. (…) Das halten wir doch aus."

Daraufhin konfrontierte Markus Lanz den AfD-Parteivorsitzenden mit der Aussage eines anderen prominenten AfD-Politikers, nämlich Markus Frohnmaier, der Anfang März in einem Interview sagte, "die Trump-Administration hat mit chirurgischer Präzision und klarer Zielorientierung gehandelt."

Dem widersprach Chrupalla bei "Lanz" und stellte die "chirurgische Präzision" unter anderem mit Verweis auf den Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Iran in Frage.

Wenn man die Bilder sieht, kann man nicht von chirurgischer Genauigkeit sprechen. (…) Wenn man eine Mädchenschule trifft, ist es ein Kriegsverbrechen. (…) Wenn man zivile Infrastruktur trifft auch.

Tino Chrupalla, AfD-Parteivorsitzender

US-Präsident Donald Trump und US-Kriegsminister Pete Hegseth salutieren vor der US-Flagge

US-Präsident Trump und sein Verteidigungs- bzw. Kriegsminister Hegseth stellen im Krieg gegen den Iran eine imperiale Rhetorik zur Schau. Das Völkerrecht spielt dabei keine Rolle.

11.03.2026 | 6:21 min

Chrupalla sieht "überhaupt keine Strategie" bei USA und Trump

Auch die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei hält Chrupalla für fragwürdig - unabhängig davon, ob man ihn positiv oder negativ beurteilt. Zwar sei Chamenei gewiss kein Staatsoberhaupt gewesen, das seinem Volk viel Gutes getan habe. Dennoch stelle sich die Frage, ob es legitim sei, ein Staatsoberhaupt auf diese Weise auszuschalten.

Chrupalla: "Die Frage ist, was bezweckt man damit und was erreicht man damit? Und ich sehe bei diesem ganzen völkerrechtswidrigen Krieg keine Exit-Strategie, überhaupt keine Strategie, was man eigentlich bezwecken will."

Ich bin maßlos enttäuscht von Donald Trump. (…) Er hat im Wahlkampf Kamala Harris vorgeworfen, sie würde den Dritten Weltkrieg beginnen und jetzt stehen wir an der Schwelle, dass wir wahrscheinlich mit Donald Trump den Dritten Weltkrieg begonnen haben.

Tino Chrupalla, AfD-Parteivorsitzender

Menschen versammeln sich bei einer Kundgebung zur Unterstützung von Modschtaba Chamenei, dem offiziellen Nachfolger seines getöteten Vaters Ali Chamenei.

Modschtaba Chamenei, Sohn von Ali Chamenei, wird offiziell zum neuen obersten Führer gewählt. In der Zwischenzeit geht der Iran-Krieg mit unverminderter Härte weiter.

09.03.2026 | 1:40 min

AfD in der Krise?

Während die AfD außenpolitisch um eine einheitliche Position ringt, sorgt innenpolitisch ein Skandal um Vetternwirtschaft und eine mögliche Verwandtenaffäre derzeit für Diskussionen. Manche sprechen von der größten Krise in der Geschichte der AfD. Der Vorwurf: AfD-Abgeordnete sollen in großem Stil Familienangehörige und Partner gegenseitig in ihren Büros angestellt haben, teils über sogenannte Überkreuzanstellungen.

Bildmontage: Pressekonferenz nach AfD-Fraktionssitzung mit Alice Weidel (links im Bild) und Tino Chrupalla (rechts im Bild) vor AfD-Logo-Wand

Die AfD wettert gegen Vetternwirtschaft, doch intern brodelt es: In Brandbriefen ist sogar von einem "korrupten System", "mafiösen Strukturen" und einer "mutmaßlichen Veruntreuung" die Rede.

03.03.2026 | 16:56 min

Tino Chrupalla verwies darauf, dass alle beanstandeten Anstellungen legal seien. "Das sind alles Arbeitsverträge und Verhältnisse, die rechtens sind. Kein einziges ist illegal. Bislang ist mir kein einziger Fall bekannt, der illegal ist."

Chrupalla habe betont, eine solche Beschäftigung sei erstens zulässig, und für ihn zähle im Verhältnis zu seinen Mitarbeitern in erster Linie deren Qualifikation: "Ich habe überhaupt kein Problem damit, noch dazu, wenn es erlaubt ist, wenn ich von einem Abgeordneten die Ehefrau einstelle und die ist qualifiziert für diesen Job. Warum soll ich die nicht einstellen?"

Über dieses Thema berichtete "Markus Lanz" am 12.03.2026 ab 0 Uhr.

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