Hohe Spritpreise:USA fordern Freigabe von Dieselreserven, G7 beraten
Die USA drohen angesichts anhaltend hoher Preise mit einem Diesel-Exportstopp und fordern die Freigabe europäischer Reserven. Am Freitag beraten die G7-Spitzen über die Situation.
Sachsen-Anhalt, Leuna: Blick auf die Anlagen der Total Energies Raffinerie im Chemiepark Leuna.
Quelle: Jan Woitas / dpaDie Staats- und Regierungschefs der G7-Länder unter Vorsitz des französischen Präsidenten Emmanuel Macron wollen sich am Nachmittag in einer Videoschalte zur weltweiten Energiesituation austauschen. Der französische Präsident Emmanuel Macron werde das virtuelle Treffen ausrichten, gab der Elysée-Palast bekannt.
Zuvor hatte die Bundesregierung am Freitag eine besonnene Reaktion auf die US-Forderung nach der Freigabe von Dieselreserven wegen der hohen Kraftstoffpreise angemahnt. "Es gilt jetzt, die Märkte nicht weiter zu verunsichern", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Er betonte gleichzeitig, die Bundesregierung sehe die USA "weiterhin als einen verlässlichen Partner, auch in Bezug auf Kraftstofflieferungen".
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15.09.2026 | 57:36 minTrump droht mit Diesel-Exportstopp
In der Vorwoche hatte US-Präsident Donald Trump zudem angekündigt, einen Exportstopp für Diesel zu prüfen, der auch die europäischen Länder betreffen würde. Die USA produzierten viel Diesel und eine Unterbrechung der Ausfuhren könnte auch einen kleinen Effekt auf die Spritpreise im Land haben, so Trump.
Laut US-Finanzminister Scott Bessent sei ein vollständiger oder auch ein Teil-Stopp der Ausfuhren möglich. Die Folgen eines solchen Schritts könnten dann auch in Europa spürbar sein: Nach dem Nahen Osten waren die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren Europas wichtigster Lieferant von Diesel.
Bundesregierung mahnt Besonnenheit an
"Versorgungssicherheit hat für uns höchste Priorität", sagte Hille. "Wir rufen alle Beteiligten auf, besonnen zu handeln." Der Grund für die hohen Kraftstoffpreise liege aber "zuvorderst in der Lage im Nahen Osten und der damit zusammenhängenden Verknappung des Angebots".
Zum Start des Tankrabatts in Deutschland sind die Preise gesunken, die Steuersenkung ist zum großen Teil bei den Kunden angekommen. Ökonomen kritisieren weiter die Entlastung mit der "Gießkanne".
01.10.2026 | 1:48 minGrundsätzlich erfolge die Freigabe von Kraftstoffreserven im Rahmen der Internationalen Energieagentur (IEA). Dies geschehe "auf freiwilliger und auf koordinierter Basis". Derzeit seien Deutschland aber "keine neuen Anforderungen seitens der Internationalen Energieagentur bekannt", betonte Hille. Ein derartiger Schritt war zuletzt im Frühjahr erfolgt.
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Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte am Freitag die grundsätzliche Bereitschaft Brüssels für eine Freigabe der strategischen Ölreserven. Die Europäische Union sei bereit für ein gemeinsames Handeln im Rahmen der IEA.
Macron spricht mit Trump über Energieversorgung
Frankreich strebt unterdessen eine stärkere internationale Abstimmung an. Präsident Emmanuel Macron sprach in der Nacht mit US-Präsident Trump über die globale Energieversorgung und "die Notwendigkeit, gemeinsam gegen den Anstieg der Kraftstoffpreise vorzugehen und die weltweite Verfügbarkeit von Raffinerieprodukten sicherzustellen", wie es aus dem Élysée-Palast in Paris hieß.
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17.04.2026 | 1:34 minMacron habe betont, dass die G7-Staaten ein gemeinsames Interesse daran hätten, koordiniert vorzugehen, ohne Beschränkungen der Exporte. Die G7 sind ein informeller Zusammenschluss wirtschaftlich starker Industrienationen, auch Deutschland gehört neben Frankreich und den USA dazu. Frankreich hat in diesem Jahr den Vorsitz der G7 inne.
Gespräche auf verschiedenen Ebenen
Den Élysée-Angaben zufolge laufen auch auf europäischer Ebene Gespräche zur Koordinierung entsprechender Maßnahmen. Darüber hinaus tauschte Macron sich auch mit dem kanadischen Regierungschef Mark Carney zu dem Thema aus.
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09.09.2026 | 1:11 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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