Trump erwägt Exportstopp für Diesel: EU-Kommission warnt

"Sehr schlechte Idee":Trump erwägt Exportstopp für Diesel: EU-Kommission warnt

|

Die Dieselpreise in den USA haben Rekordstände erreicht. Trump bringt nun ein Exportverbot in die EU ins Spiel. Brüssel warnt vor "negativen Konsequenzen für beide Seiten".

Ein Arbeiter geht an einer US-Flagge vorbei, die vor der Raffinerie der Marathon Petroleum Corp. in Carson, Kalifornien, angebracht ist.

Donald Trump spielt mit dem Gedanken, Dieselexporte nach Europa zu stoppen. (Symbolbild)

Quelle: Patrick Fallon / AFP

Die EU-Kommission hat vor einem von US-Präsident Donald Trump erwogenen Diesel-Exportstopp aus den USA gewarnt. Ein solcher Schritt sei aus Sicht der Brüsseler Behörde eine "sehr schlechte Idee", erklärte ein Kommissionssprecher.

Rund die Hälfte der europäischen Dieselimporte kommt den Angaben zufolge aus den USA - ein Exportstopp würde die Preise weiter in die Höhe treiben. Die EU stehe in Energiefragen im Kontakt mit der US-Regierung, sagte der Kommissionssprecher.

Wir erwarten von engen Partnern, dass sie sich absprechen.

EU-Kommissionssprecher

Eine lange Warteschlange vor einer Tankstelle in Malawi

In Malawi kostet ein Liter Diesel knapp drei Euro. Das Land hat die höchsten Spritpreise Afrikas. Die Krise verschärft die Not der Menschen durch Ernteausfälle und höhere Lebenshaltungskosten.

23.09.2026 | 6:19 min

EU: Negative Konsequenzen für beide Seiten

Ein Exportstopp für US-Diesel hätte aus Sicht der Kommission "negative Konsequenzen für beide Seiten".

Trump hatte sich am Dienstag für einen Exportstopp ausgesprochen. Nach Angaben seines Finanzministers Scott Bessent prüft die US-Regierung gerade, "ob ein vollständiges oder teilweises Verbot funktionieren würde".

Zuletzt hatten die USA während der Ölkrise der 1970er Jahre ihre Ausfuhren von Rohöl weitgehend gestoppt, um die heimischen Preise zu senken.

Ökonom glaubt nicht an Exportverbot

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, verweist auf Preissteigerungen am Weltmarkt, nachdem Russland im Juli Dieselausfuhren verboten hatte. "Wenn die USA ein Exportverbot verhängten, würde sich Diesel diesmal wohl stärker verteuern", sagte er dem "Spiegel". Das liege auch daran, dass mit der bevorstehenden Heizsaison die Nachfrage nach Heizöl steigt; Heizöl und Diesel sind chemisch sehr ähnliche Produkte. "Diesel könnte sich durchaus um 20 bis 25 Prozent verteuern."

U.S. Kapitol

Einige wenige Duelle entscheiden bei den US-Midterms über die politische Machtverteilung in Amerika. An diesen Kandidaten hängen die Mehrheitsverhältnisse im Kongress.

18.09.2026 | 1:17 min

Zugleich ist der Ökonom zuversichtlich, dass Washington kein Exportverbot verhängen wird: Der Schritt würde die Gewinne der US-Ölindustrie dämpfen, "die einen guten Draht zu Trump hat".

Republikaner wollen Spritpreise vor Midterms senken

Trumps Republikaner suchen vor den Kongresswahlen am 3. November händeringend nach Mitteln zur Senkung der hohen Treibstoffpreise. Im August hatte sich Diesel in den USA um rund 24 Prozent verteuert. Auch in Deutschland und anderen europäischen Staaten sind die Spritpreise massiv gestiegen.

Die weltweiten Ölpreise sind durch den von Trump mit ausgelösten Iran-Krieg deutlich gestiegen. Iran blockiert die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus.

Die Silhouette Donald Trumps vor einer US-Flagge, darunter der Schriftzug "Der Trump-Effekt"

ZDFheute USA-Update:Dein Newsletter zum Trump-Effekt

Verstehen, was in den USA passiert: Alles Wichtige zu den Midterms, Trumps Politik und den Folgen für Europa und die Welt – eingeordnet von unseren Korrespondenten. Jetzt abonnieren!
Mit dem Abonnieren-Button akzeptieren Sie unsere Nutzungsbedingungen.

Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.


Quelle: AFP
Über die Entwicklung rund um die Spritpreise berichtet das ZDF fortlaufend, so auch am 18.09.2026 ab 14:00 Uhr.

Trump und die EU

  1. Archiv: Donald Trump und Ursula von der Leyen - 2025
    FAQ

  2. US-Präsident Donald Trump

    Wettbewerbsstrafe für Google:Trump: EU wird für Google-Strafe "sehr hohen Preis zahlen"

    mit Video0:21

  3. US-Präsident Donald Trump hält am 25.06.2026, während eines Abendessens mit amerikanischen Landwirten im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington, D.C., eine Rede.

    Wegen Digitalsteuer-Vorhaben:Trump droht Europäern mit Zöllen in Höhe von 100 Prozent

    mit Video1:33

  4. US-Vizeverteidigungsminister Elbridge Colby und NATO-Generalsekretär Mark Rutte geben am 12. Februar 2026 vor einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister im NATO-Hauptquartier in Brüssel, Belgien, eine gemeinsame Presseerklärung ab.

    Lob für Deutschland:Nato-Treffen: USA zufrieden mit Europas Bemühungen

    mit Video0:19