Zoll-Bilanz für 2025:Paketflut: Temu, Shein und Co. belasten Zoll in Deutschland
Der Zoll musste 2025 Millionen Pakete mehr abfertigen als noch im Vorjahr. Das liegt auch am Versandhandel aus China. Finanzminister Lars Klingbeil will den Zoll stärken.
Am Köln-Bonner Flughafen nimmt der Zoll Busse aus ganz Europa unter die Lupe. Wir haben die Beamten dabei begleitet, wie sie das Gepäck auf Drogen und verbotene Waren durchsuchen.
11.05.2026 | 4:28 minBekämpfung von Schwarzarbeit und Drogenschmuggel, Bewältigung der Paketflut im Onlinehandel - der deutsche Zoll soll für seine Aufgaben besser ausgestattet werden. In diesem Jahr würden 1.500 Stellen zusätzlich geschaffen, sagte Finanzminister Lars Klingbeil bei der Vorstellung der Jahresbilanz auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Derzeit hat der Zoll bundesweit rund 49.000 Beschäftigte.
Klingbeil sieht vor allem wegen der Billigwaren aus China Handlungsbedarf:
Es ist ein Problem, dass die chinesische Ramschware unsere Märkte überflutet.
Lars Klingbeil, Finanzminister
Er verwies als Gegenmaßnahme auf die Abschaffung der Zollfreigrenze für Pakete mit einem Wert unter 150 Euro, die ab Juli in Kraft treten soll. Spätestens im November solle dann auf Ebene der Europäischen Union noch eine Gebühr hinzukommen. Die neuen Regeln betreffen etwa Online-Händler wie Shein, Temu, AliExpress oder auch Amazon. Es müsse jedoch auch unter Umwelt- und Verbraucherschutzgesichtspunkten kritischer auf die Billigwaren geschaut werden, so Klingbeil.
Die beiden Online-Plattformen Shein und Temu bieten ihre Produkte zu Billigpreisen an. Viele ihrer Produkte beurteilt die Stiftung Warentest nun als "giftig" und "gefährlich".
04.11.2025 | 1:33 minZoll muss immer mehr Pakete kontrollieren
Die Zöllnerinnen und Zöllner sehen sich mit einer wachsenden Paketflut durch den internationalen Onlinehandel - insbesondere aus China - konfrontiert. Voriges Jahr seien knapp 790 Millionen Warensendungen mit einem Wert von 1,4 Billionen Euro abgefertigt worden, teilte der Präsident der Generalzolldirektion, Armin Rolfink, mit. 2024 waren es noch 595 Millionen Sendungen im Wert von 1,3 Billionen Euro.
Der Zoll prüft den Inhalt von Paketen unter anderem im Hinblick auf Produktpiraterie, Artenschutz oder verbotene Arzneimittel. Außerdem ist er für die Erhebung der Einfuhrumsatzsteuern und Zollabgaben zuständig. 157 Milliarden Euro habe der Zoll 2025 für den deutschen Staat insgesamt eingenommen.
Am Flughafen Köln/Bonn hatte der Zoll im März knapp 25 Kilogramm Ketamin gefunden. Versteckt war die Droge in goldenen Gartenzwergen, die sich auf dem Weg nach Kanada und Australien machen wollten.
03.03.2026 | 1:23 minZoll-Bilanz 2025: 54 Tonnen Marihuana, 6,5 Tonnen Kokain
Die Bekämpfung des internationalen Rauschgifthandels ist ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des Zolls. Voriges Jahr seien bundesweit rund 12.600 Ermittlungsverfahren in diesem Bereich eingeleitet worden. Zumeist kämen die Drogen - vor allem Kokain - über den Seeweg nach Deutschland.
Insgesamt stellte der Zoll bundesweit rund 69 Tonnen Betäubungsmittel sicher, darunter mehr als 54 Tonnen Marihuana und rund 6,5 Tonnen Kokain. Außerdem fanden die Zöllner rund 256 Millionen Zigaretten, rund 7.500 verbotene Waffen und 1,8 Millionen Stück Munition.
Der Zoll kontrollierte im März bundesweit Baustellen - dabei ging es um Schwarzarbeit, Mindestlohnverstöße und Scheinselbstständigkeit. Rund 3.200 Zöllner waren dafür im Einsatz.
10.03.2026 | 0:23 minKlingbeil geht neuen Weg im Kampf gegen Geldwäsche
Auch für die Bekämpfung illegaler Beschäftigung ist der Zoll, genauer die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls, zuständig. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überprüften voriges Jahr rund 25.800 Arbeitgeber. Es wurden mehr als 52.100 Ordnungswidrigkeitenverfahren und rund 98.200 Strafverfahren eingeleitet.
Klingbeil will zudem den Kampf gegen Geldwäsche forcieren, verfolgt dafür aber den einst angepeilten Aufbau einer neuen Behörde nicht weiter. Stattdessen sollen innerhalb der bestehenden Strukturen des Zolls neue Ermittlungseinheiten entstehen. Die vorherige Ampel-Koalition hatte ein Bundesamt zur Bekämpfung von Finanzkriminalität schaffen wollen. Das soll nun nicht kommen.
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