Wohnungsnot in Großstädten:Städtebund: Wohnen auf dem Land muss attraktiver werden
Bund und Länder sollen das "Thema Wohnen neu denken", fordert der Städte- und Gemeindebund. Dazu müsse der ländliche Raum attraktiver werden - nicht nur durch einen besseren ÖPNV.
Wohnen auf dem Land auch als Lösung gegen die Wohnungsnot in Städten? Der Städte- und Gemeindebund fordert ein Gesamtkonzept.
Quelle: Imago / Rene TrautAngesichts der Wohnungsnot und steigender Mieten in den Ballungsräumen hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund Bund und Länder aufgefordert, im Rahmen eines nachhaltigen Gesamtkonzepts die ländlichen Regionen attraktiver zu machen.
Bund und Länder dürften "nicht nur durch Mietpreisbremsen oder Wohnungsbauoffensiven an den Symptomen in den Ballungsräumen herumdoktern", sondern müssten noch in diesem Jahr ein umfassendes Gesamtkonzept auf den Weg bringen, sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger dem "Kölner Stadt-Anzeiger".
Teure Mieten und knappe Wohnungen werden für immer mehr Menschen zum Problem. Gerade in Großstädten haben die Mietpreise stark angezogen. Parallel klettern die Baukosten in die Höhe.
24.09.2026 | 41:59 minStädtebund: Strukturschwache Regionen aufwerten
Deutschland müsse das Thema Wohnen neu denken und nachhaltiger angehen, wobei der Fokus auf die Regionen abseits der Ballungsräume gerichtet werden müsse, sagte Berghegger. In den ländlichen Regionen stünden 1,9 Millionen Wohnungen leer, mehr als 700.000 Wohnungen wären innerhalb der nächsten drei Monate bezugsfertig.
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17.09.2026 | 2:34 min"Es muss gelingen, die ländlichen Räume durch neue Verkehrswege wie etwa neue oder reaktivierte Bahntrassen besser an die Ballungsräume anzubinden und als Wohn- und Lebensräume insgesamt attraktiver zu machen", betonte er. Gute Gesundheitsversorgung, ein besseres Kultur- und Freizeitangebot sowie der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs könnten dazu beitragen, strukturschwache Regionen aufzuwerten.
Ein solches Gesamtkonzept wäre ein "echter Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in ganz Deutschland", betonte der Chef des Deutschen Städte- und Gemeindebunds. Für einen nachhaltigen Umbau des Landes müssten auch Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden.
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06.06.2026 | 5:07 minBerghegger: Vergesellschaftung "schafft keine einzige neue Wohnung"
Nach den Angaben des Städte- und Gemeindebundes sind die Mieten in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren um rund 65 Prozent gestiegen, in den Ballungsräumen sogar um über 70 Prozent. Gleichzeitig fehlen in Deutschland mehr als 800.000 Wohnungen. "Alle Bemühungen der vergangenen Jahre, für ein besseres Angebot an Wohnraum zu sorgen, sind offenkundig gescheitert", sagte Berghegger.
"Die nun wieder populäre Idee einer Vergesellschaftung großer privater Wohnungsunternehmen schafft keine einzige neue Wohnung, sondern bindet langfristig viel Kapital", kritisierte er mit Blick auf Forderungen etwa der Linken in Berlin.
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