Frei weist Kritik an Reformplänen zurück - "Riesiger Schritt"

Kanzleramtschef im ZDF:"Riesiger Schritt": Frei weist Kritik an Reformplänen zurück

von Stefanie Reulmann

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Kanzleramtschef Thorsten Frei verteidigt bei "Berlin direkt" die geplanten Reformen der Bundesregierung gegen Kritik. Es werde "eine spürbare Entlastung" für viele Menschen geben.

Kanzleramtschef Thorsten Frei, CDU, im Berlin-direkt-Interview

Im ZDF verteidigt Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) die von der Bundesregierung beschlossenen Reformvorhaben gegen Kritik. Es sei "ein riesiger Schritt nach vorne", sagt er.

05.07.2026 | 5:09 min

Die schwarz-rote Koalition hat sich in dieser Woche auf umfangreiche Reformvorhaben geeinigt, die das Land spürbar voranbringen sollen. Doch trotz aller Euphorie im Regierungslager - die Reaktionen fallen überwiegend kritisch aus: Mogelpackung, Reförmchen, Symbolpolitik, heißt es. Spürbare Entlastungen seien nicht zu erwarten.

Frei: "Versprechen eine spürbare Entlastung"

Bei "Berlin direkt" hat Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) die Kritik zurückgewiesen:

Jedenfalls ist es eine Entlastung für alle diejenigen, die weniger als 250.000 Euro im Jahr verdienen.

Thorsten Frei (CDU), Kanzleramtschef

Im Fokus stünden Familien. Sie sollen stark entlastet werden. "Wir versprechen eine spürbare Entlastung, das gilt insbesondere für den Grundfreibetrag, den Kinderfreibetrag, das Kindergeld", sagte Frei. Die beschlossenen Maßnahmen seien "Teil eines Gesamtpaketes" aus Steuerpolitik, Arbeitsmarktpolitik und Bürokratierückbau. Oberstes Ziel sei, "das Land wettbewerbsfähiger zu machen".

Markus Söder (CSU, l-r),Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bärbel Bas (SPD), und Lars Klingbeil (SPD), geben im Garten des Kanzleramtes eine Pressekonferenz.

Mit großen Schritten will Schwarz-Rot die drängenden Reformprojekte bis zur Sommerpause auf den Weg bringen. Eine Einigung haben die Koalitionäre erzielt. Doch reichen die Maßnahmen aus?

05.07.2026 | 4:10 min

Ökonom: Entlastungen verpuffen

Wirtschaftsexperte Moritz Schularick, Präsident des IfW, sagte ZDFheute zuvor, das Paket sei ein "politischer Erfolg", aber kein "Gamechanger", weil ökonomisch nur in "Babyschritten" vorangegangen werde. Die geplanten Entlastungen würden voraussichtlich von Inflation und kalter Progression "aufgefressen".

Gleichzeitig gehen Experten im Rahmen der Reform der sozialen Sicherungssysteme davon aus, dass es zu einer Erhöhung der Beiträge kommen könnte. Das wolle die Bundesregierung verhindern, sagte Frei:

Tatsächlich arbeiten wir mit Hochdruck daran, dass es eben keine zusätzlichen Belastungen im Bereich der Sozialbeiträge gibt.

Thorsten Frei (CDU), Kanzleramtschef

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Die Reformen beinhalten neue Regelungen zu Krankschreibungen - nicht mehr telefonisch und künftig ab dem ersten Krankheitstag. Wie sind die Reaktionen darauf von Bürgern und Unternehmern?

03.07.2026 | 2:32 min

Haushalt 2027: Höhere Schulden, weniger Einsparungen

In der Umsetzung wird sich das schwierig gestalten, angesichts der maroden Haushaltslage. Auch im aktuellen Haushaltsentwurf für 2027 sind höhere Schulden geplant, während die Einsparungen geringer ausfallen. Den Vorwurf fehlender Priorisierung weist Frei zurück. Es fänden Priorisierungen statt. Wichtig und vorrangig seien "Sicherheit und Verteidigung" und "die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit". An anderen Stellen müsse eingespart werden.

Die von Unionsfraktionschef Jens Spahn in die Diskussion eingebrachte Idee, Subventionen per Rasenmäher-Methode pauschal um fünf Prozent zu kürzen, ist bislang nicht eingeflossen, aber auch noch nicht vom Tisch. Frei sagte dazu:

Nein, der Rasenmäher wird eingesetzt.

Thorsten Frei (CDU), Kanzleramtschef

Wegen großer Unterschiede bei den Subventionen soll ein "sogenannter intelligenter Rasenmäher" zum Einsatz kommen. Denn es gebe auch "Finanzhilfen des Staates, die letztlich dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern". Eine Kürzung wäre da kontraproduktiv.

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Die SPD werde zu häufig als "die Partei des Status quo wahrgenommen", sagt der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Lars Klingbeil. "Da will ich raus", so Klingbeil.

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Koalition mit Teamgeist

Geeint und von Teamgeist beseelt - so präsentiert sich die Koalition in diesen Tagen. Doch Teamgeist sei "nur der Ausgangspunkt" und Voraussetzung dafür, dass man "gemeinsam die richtigen Entscheidungen" für das Land treffe. Der CDU-Politiker betonte:

Wir haben einen enormen Reformdruck, und das wird jetzt so weitergehen.

Thorsten Frei (CDU), Kanzleramtschef

Ist das beschlossene Reformpaket nun der vielbeschworene große Wurf? Es sei "ein riesiger Schritt nach vorne", sagt Frei im ZDF.

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Über das Thema berichtete das ZDF am 05.07.2026 ab 19:10 Uhr in der Sendung "Berlin direkt".

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